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Tobias Angerer holte in seiner Karriere bislang elf Weltcupsiege © getty

Tobias Angerer schafft es über 15 km in die Top Ten. Ein Finne macht sein Meisterstück, Axel Teichmann schlägt sich wacker.

Oslo - Tobias Angerer hat verwachst, Axel Teichmann ist nach einer von Krankheiten geprägten Saison nicht in Form.

Die deutschen Langläufer sind beim "Tanz auf der Rasierklinge" abgestürzt und haben bei der nordischen Ski-WM legendäre Holmenkollen in Oslo auch im sechsten Rennen die erhoffte Medaille verpasst (DATENCENTER: Ergebnisse Skilanglauf).

Während Matti Heikkinen über 15 km klassisch erstmals seit zwölf Jahren wieder Gold für die finnischen Langläufer holte, musste sich Angerer (Vachendorf) mit Platz neun begnügen.

Teichmann (Bad Lobenstein) wurde 13., Nachwuchsathlet Hannes Dotzler (Sonthofen) belegte nur Rang 47.

"Kein schlechtes Ergebnis"

"Das ist sicher kein schlechtes Ergebnis", sagte Angerer, "aber bei der WM zählen die Medaillen, und da stehen wir ohne da."

Bundestrainer Jochen Behle nannte Angerers Platzierung "ordentlich, seine größen Stärken liegen eindeutig im Massenstart, nicht im einsamen Kampf gegen die Uhr. Aber der Rückstand ist schon groß."

1:10,1 Minuten lag Angerer hinter dem neuen Weltmeister, der vor zwei Jahren Bronze über diese Distanz gewonnen hatte. Teichmann, 2003 immerhin Weltmeister dieses Rennens, lag gar 1:28,1 Minuten zurück (SERVICE: Der WM-Zeitplan).

Norweger auf Platz zwei und drei

"Heikkinen und die anderen Finnen haben Sensationsski gehabt. Axel war hinten raus nicht der alte Axel, da fehlt noch was. Aber er hat sich ordentlich verkauft", sagte Behle 355709(DIASHOW: Die DSV-Starter in Oslo) .

Silber ging an Eldar Rönning (Norwegen/13,3 Sekunden zurück), Rang drei belegte in Abwesenheit von Langlauf-König Petter Northug dessen Teamkollege Martin Sundby Johnsrud (31,9).

DSV-Hoffnung auf Teamwettbewerbe

Für Behles Läufer bleibt die Hoffnung auf die Teamwettbewerbe am Mittwoch und Freitag sowie den abschließenden 50-km-Lauf am Sonntag. "Mit viel, viel Glück reicht es für eine Medaille. Wir werden darum kämpfen. Wir sind mit dabei, aber wir brauchen auch Glück", sagte Behle.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Teamsprint ohne Teichmann

Im Teamsprint am Mittwoch wird der Coach Teichmann schonen, das Silber-Duo von Olympia 2010 ist damit gesprengt. Neben Tim Tscharnke (Biberau) wird Jens Filbrich (Frankenhain) starten. Bei den Frauen bilden Stefanie Böhler (Ibach) und Nicole Fessel (Oberstdorf) das deutsche Team.

Angerer haderte derweil mit den "schwierigen Bedingungen. Der Schnee ist sehr schmutzig. Es ist ein Tanz auf der Rasierklinge." Sein Gefühl sei zwar gut und die Kraft da gewesen, "aber ich hatte nicht den schnellsten Ski, das war ein bisschen schade."

Teichmann "nicht wirklich zufrieden"

Auch Teichmann, der trotz schwieriger Vorbereitung mit einem Platz unter den Top 6 geliebäugelt hatte, war "nicht wirklich zufrieden. Ich kann mir nicht erklären, woran es lag." Dotzler sagte, er habe "bei den Ski daneben gegriffen. Das war mein Fehler. Das Ergebnis ist enttäuschend."

Teichmann hatte als 15. bei der ersten Zeitnahme nach 2,2 km bereits 13,2 Sekunden Rückstand auf den führenden Rönning. Angerer lag als Elfter nur neun Sekunden zurück, Dotzler nach starkem Beginn als 13. 10,9.

Heikkinen bestimmt das Tempo

Doch der 20-Jährige musste dem hohen Tempo und seiner Ski-Wahl Tribut zollen: Bei Kilometer 7 lag er als 39. bereits 1:16,4 Minuten zurück, in der Folge wurde er durchgereicht.

Angerer arbeitete sich auf Rang neun vor, sein Rückstand wuchs aber auf 31,3 Sekunden. Teichmann war 17 (44,2 Sekunden zurück).

Spätestens bei der vorletzten Zwischenzeit bei Kilometer 10 wurde auch dem letzten Optimisten im deutschen Lager klar, dass es nichts mit einer Medaille werden würde. Angerer lag als Neunter jetzt 39,8 Sekunden hinter dem neuen Führenden Heikkinen und über 22 Sekunden hinter Bronze.

Viel Zeit eingebüßt

Teichmann lief auf den Rang zwölf vor, hatte mit 53 Sekunden aber schon einen zu großen Rückstand. Daran hatte sich auch 2,5 km vor dem Ziel nichts geändert. Angerer als Achter und Teichmann als Elfter hatten weiter deutlich an Zeit verloren.

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