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Evi Sachenbacher-Stehle gewann Gold beim olympischen Team-Sprint in Vancouver © getty

Auch die Damen-Staffel um Sachenbacher-Stehle kann gegen die Skandinavier nichts ausrichten. Björgen gewinnt ihr viertes Gold.

Oslo - Schlussläuferin Nicole Fessel lief mit hängenden Schultern ins Ziel, wo ihre drei enttäuschten Kolleginnen auf sie warteten.

Während Olympiasieger Norwegen mit Langlauf-Königin Marit Björgen über die vierte Goldmedaille jubelte, musste die deutsche Staffel mit Platz fünf das schlechteste WM-Ergebnis seit 14 Jahren verdauen.

Nach vier Silbermedaillen bei Großereignissen hintereinander ging das Quartett von Bundestrainer Jochen Behle in Oslo erstmals seit der Heim-Pleite 2005 in Oberstdorf leer aus.

"Uns war klar, dass die ersten drei Plätze vergeben sind. Deshalb sind wir recht zufrieden. Mehr war halt nicht drin", sagte Evi Sachenbacher-Stehle (DATENCENTER: Ergebnisse Skilanglauf).

Die Doppel-Olympiasiegerin war als Dritte hinter Startläuferin Stefanie Böhler und Katrin Zeller vor Nicole Fessel in die Loipe gegangen.

Schlechtestes Ergebnis seit 1998

2007 und 2009 war das Quartett ebenso Zweite wie bei Olympia 2006 und 2010. 2005 in Oberstdorf war es der vierte Platz, der fünfte Rang von Oslo bedeutete das schwächste Ergebnis seit Platz fünf bei den Winterspielen in Nagano 1998.

Bei einer WM war eine DSV-Staffel zuletzt 1997 als Sechste schwächer 355709(DIASHOW: Die DSV-Starter in Oslo).

Björgen einfach überragend

Norwegen setzte sich mit der Vancouver-Staffel (Vibeke Skofterud, Therese Johaug, Kristin Störmer Steira, Marit Björgen) überlegen vor Schweden (36,1 Sekunden zurück) und Titelverteidiger Finnland (59,8) durch.

Schlussläuferin Björgen lief unter "Marit, Marit"-Sprechchören mit der norwegischen Fahne in der Hand zu ihrer vierten Goldmedaille beim vierten Start am Holmenkollen.

Böhler wurde "schwarz vor Augen"

Die deutsche Staffel lag 1:41,8 Minuten zurück, auf Bronze fehlten 42 Sekunden. Im abschließenden 30-km-Massenstart stehen die deutschen Frauen vor der aussichtslosen Aufgabe, die erste medaillenlose WM seit 2005 zu verhindern.

"Ich freue mich auf das Rennen", sagte Sachenbacher-Stehle (SERVICE: Der WM-Zeitplan).

Startläuferin Böhler hatte bereits nach etwas mehr als der Hälfte ihres Teilstücks 15 Sekunden Rückstand auf die Spitze. "Am Ende ist mir schwarz vor Augen geworden", sagte sie.

Böhler übergab als Sechste auf Zeller, mehr als eine halbe Minute hinter Spitzenreiter Italien. "Das war so mittendrin, was Steffi gemacht hat", sagte Behle.

Sachenbacher-Stehle ist "sehr zufrieden"

Zeller schnappte sich die zurückfallende italienische Staffel ebenso wie Kasachstan, musste aber Polen und Slowenien passieren lassen.

43 Sekunden hinter den jetzt führenden Norwegerinnen übergab sie knapp hinter Polen und Slowenien als Sechste an Sachenbacher-Stehle. Dennoch war sie "sehr zufrieden mit dem Wettkampf, es war richtig schön, mal wieder ein richtig guter Lauf".

Behle träumte zu diesem Zeitpunkt noch von Bronze. "Es ist immer noch die Richtung auf Platz drei", sagte er, obwohl der Rückstand auf Edelmetall schon fast 30 Sekunden betrug.

Fessel etwas kraftlos

Sachenbacher-Stehle verlor auf ihrer Teilstrecke weitere drei Sekunden auf den dritten Rang, arbeitete sich aber auf Platz vier vor.

Mit 1:08,1 Sekunden Rückstand auf Norwegen und 32,4 Sekunden hinter den drittplatzierten Finninnen schickte sie Fessel auf den Schlussabschnitt. Dort war bereits nach wenigen hundert Metern klar, dass der trotz einer von vielen Krankheiten geprägten Saison gehegte Medaillentraum platzen würde.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

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