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Die deutsche Staffel gewinnt die erste Langlauf-Medaille bei der WM © getty

Nach großem Kampf hievt sich die deutsche Staffel auf Platz drei. Teichmann denkt an Rücktritt. Northug führt Norwegen zum Sieg.

Oslo - Als Petter Northug seinen Turbo zündete, war Tobias Angerer chancenlos. Doch als Angerer wenige Sekunden später völlig ausgepumpt im Schnee lag, konnte er die Niederlage leichtfertig verschmerzen.

Denn mit Bronze in der Langlauf-Staffel hat die Mannschaft von Bundestrainer Jochen Behle im zehnten WM-Wettbewerb die erste Medaille geholt und ihre von Krankheiten und Pleiten geprägte Saison in Oslo doch noch zum Guten gewendet. (DATENCENTER: Ergebnisse Skilanglauf)

"Petter war einfach schneller, aber ich habe es extrem genossen, mitlaufen zu dürfen. Es war ein hartes Rennen und eines, das ich nie vergessen werde", sagte Angerer, nachdem er sich aus dem Jubelknäuel mit dem schluchzenden Jens Filbrich, Axel Teichmann und Franz Göring befreit hatte.

Behle fiel indes ein Stein vom Herzen. "Es geht doch. Das tut der Mannschaft gut. Es war ein sehr hartes Stück Arbeit, aber Tobi hat am Ende alles richtig gemacht", sagte er.

Teichmann denkt an Rücktritt

2009 in Liberec hatte die Staffel in der gleichen Besetzung noch Silber gewonnen - und ob sie je wieder in dieser Formation starten kann, steht noch in den Sternen.

Teichmann, für den es das letzte Rennen in dieser Saison war, will eine Auszeit nehmen und "Anfang oder Mitte Mai entscheiden", ob er seine erfolgreiche Karriere fortsetzt.

"Ich habe viele Rückschläge in meiner Karriere erlebt. In zwei Monaten viermal aufzustehen, kostet nicht nur körperlich viel Kraft, sondern auch im Kopf", sagte der 31-Jährige aus Bad Lobenstein. 355709(DIASHOW: Die DSV-Starter in Oslo)

"Nun habe ich wieder geheult"

Seine Abschiedsgedanken mobilisierten gleichwohl die anderen Drei.

"In der Wachskabine habe ich ihnen gesagt, dass sie alles reinlegen sollen. Man weiß ja nie, wie sich Axel entscheidet", meinte Behle. Startläufer Filbrich war zu diesem Zeitpunkt noch völlig aus dem Häuschen. (SERVICE: Der WM-Zeitplan)

"Vor zwei Tagen lag ich im Ziel und habe geheult", sagte der Teamsprint-Vierte: "Nun habe ich wieder geheult, weil es geklappt hat. Das ist eine bronzene Medaille, die wie Gold scheint."

Die Gefahr, erstmals seit der WM 1999 in der Ramsau bei einem Großereignis leer auszugehen, ist mit dem Staffel-Coup gebannt. "Wir können glücklich und stolz auf uns sein", sagte Göring.

Northug bremst

Die beste Show des Tages lieferte aber Norwegens Schlussläufer Northug.

Wenige hundert Meter vor dem Ziel trat er an, seine letzten beiden Verfolger Angerer und der Schwede Marcus Hellner konnten nicht mehr folgen.

Northug erlaubte sich gar den Luxus, auf der Ziellinie zu bremsen und sich zu Hellner umzudrehen, der ihm im Einzel-Sprint die Goldmedaille weggeschnappt hatte.

Für Norwegen war es der sechste Staffel-Sieg bei einer WM hintereinander. 28.000 Fans im Stadion und Zehntausende an der Strecke jubelten begeistert.

"Unsportlich und arrogant"

Behle fand Northugs Bremseinlage aber "unsportlich und arrogant. Mir wäre es lieber gewesen, Schweden hätte gewonnen". Doch Hellner kam 1,3 Sekunden hinter Northug ins Ziel, Angerer lag 5,7 Sekunden zurück.

Dabei sah es zunächst nicht so günstig aus für das DSV-Quartett: Filbrich übergab 30 Sekunden hinter der Spitze als Sechster an Teichmann.

"Schweden hat unglaublich Tempo gemacht, und ich fühlte mich nicht so toll", sagte er. Behle fand den Startspurt des Olympiasiegers "sehr ungewöhnlich. Aber Fibs hat sich gut verkauft."

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Teichmann gibt alles

Teichmann bot auf der zweiten Klassik-Runde eine gute Leistung. Erst auf den letzten Metern fiel er etwas ab und übergab als Siebter rund acht Sekunden hinter dem Bronzerang.

"Axel hat gekämpft, aber man hat gemerkt, dass es ihm nach der Erkrankung hinten raus fehlt", sagte Behle.

"Ich habe alles gegeben, dieses Rennen wollte ich noch mitnehmen", sagte Teichmann.

Angerer holt auf

Göring erwischte einen Traumstart, nach 3,5 km hatte er mit drei anderen das Führungsduo gestellt.

Als Fünfter übergab er mit 13 Sekunden Rückstand fast gleichauf mit Rang drei (Schweden).

Angerer lief den Rückstand schnell zu und bestimmte das Geschehen in der nun fünfköpfigen Spitzengruppe lange mit - bis Northug antrat und er nicht mehr zusetzen konnte.

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