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Therese Johaug holte ihre zweite Goldmedaille am Holmenkollen © getty

Die Norwegerin stoppt Björgens Rekordjagd und lässt auch Kowalczyk im Massenstart hinter sich. Fessel läuft in die Top 10.

Oslo - Therese Johaug brach im Ziel weinend zusammen und stieß einen gewaltigen Schrei aus (DATENCENTER: Ergebnisse Skilanglauf).

Die 22 Jahre alte Norwegerin hat auf den abschließenden 30 km Langlauf-Königin Marit Björgen die Schau gestohlen und ihrer Teamkollegin bei der nordischen Ski-WM das mögliche fünfte Rekord-Gold entrissen 355709(DIASHOW: Die DSV-Starter in Oslo).

Während Johaug die norwegische Dominanz in der Loipe fortsetzte, fuhren die deutschen Frauen trotz einer guten Abschlussvorstellung erstmals seit 2005 ohne Edelmetall von einem Großereignis nach Hause (SERVICE: Der WM-Zeitplan) .

Fessel mit starker Leistung

Mit Platz sieben bot Nicole Fessel wie schon über die 15 km die beste Einzel-Leistung einer DSV-Langläuferin in Oslo. Ihre Klubkollegin Katrin Zeller und Evi Sachenbacher-Stehle versöhnten sich auf den Rängen zwölf und 13 mit einer schweren Saison.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

"Nicole hat ein sehr gutes Rennen geschafft. Zwei siebte Plätze bei der WM - das kann sich sehen lassen. Sie hat gezeigt, dass sie den Anschluss zu den Besten geschafft hat. Aber auch Katrin und Evi waren stark", sagte Bundestrainer Jochen Behle.

Fessel selbst sprach von einer "super WM für mich" und angesichts der 28.000 Fans im Stadion und weiterer Zehntausender Zuschauer an der Strecke von einem "Wahnsinnswettkampf. Alle haben gerufen, es war wie in Trance. Sowas habe ich noch nie erlebt."

Titelverteidigerin nur Dritte

Das galt aber auch für Johaug, die noch nie ein großes Rennen gewonnen hatte. In 1:23:45,1 Stunden lief die Staffel-Weltmeisterin zu ihrer zweiten Goldmedaille am Holmenkollen, Björgen musste sich 44 Sekunden dahinter mit Silber begnügen.

Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Justyna Kowalczyk (Polen) belegte mit einem Rückstand von 1:34,0 Minuten Rang drei.

"Ich habe keine Worte dafür", sagte Johaug, "daran werde ich mich den Rest meines Lebens erinnern. Das ist der größte Tag für mich, unbeschreiblich, ja unglaublich. Einfach wild."

"Absolut nicht enttäuscht"

Björgen indes hegte keinerlei Groll darüber, dass sie es verpasste, mit fünf Goldmedaillen bei einer WM die Bestmarke von Jelena Wälbe (Russland) von 1997 zu egalisieren.

"Ich bin absolut nicht enttäuscht. Therese war wahnsinnig stark, ich freue mich sehr für sie. Und Gold bleibt ja in Norwegen. Das war ein wunderbarer Abschluss für uns", sagte sie.

Björgens Serie gerissen

Johaug fügte Björgen die erste Niederlage in einem Distanzrennen seit dem 27. Februar bei. Damals unterlag sie Kowalczyk bei Olympia ebenfalls über 30 km.

Diesmal sah es zunächst so aus, als würde die norwegische Mannschaft für Björgen arbeiten. Das Quartett bestimmte das Rennen von vorne, die deutschen Läuferinnen fielen schon nach 6, 5 km aus der Spitzengruppe raus.

Bei km 13,3 war neben den späteren Medaillengewinnerinnen nur die Schwedin Charlotte Kalla noch mit vorne.

Als Johaug aber kurz nach der Hälfte angriff, war das Feld geschlagen. Sie baute den Vorsprung kontinuierlich aus, während Björgen sich darauf konzentrierte, Kowalczyk abzuschütteln.

Fünfter norwegische Sieg

Das gelang ihr 5 km vor dem Ende auch, mit einem Lächeln fuhr sie ins Ziel - und fiel dort Johaug in die Arme.

Im sechsten Rennen war es der fünfte norwegische Sieg, nur im Teamsprint standen die Schwedinnen ganz oben. Die Gastgeberinnen gewannen im Langlauf acht von 14 möglichen Medaillen.

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