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Evi Sachenbacher-Stehle gewann 2010 in Vancouver Gold im Teamsprint © imago

Evi Sachenbacher-Stehle verzichtet auf den Weltcup-Auftakt. Die DSV-Hoffnungen ruhen stattdessen auf Nicole Fessel.

München - Die vier Wörter auf ihrer Homepage sind knapp, aber eindeutig.

"No events to show", keine Starts geplant also, lässt Skilangläuferin Evi Sachenbacher-Stehle in ihrer ansonsten verwaisten Termin-Rubrik wissen.

Noch immer ist offen, wann und wo die einstige "Gold-Evi" in die Loipe zurückkehrt - derzeit sieht es nach Januar aus.

"Das werde ich kurzfristig und in enger Abstimmung mit Bundestrainer Jochen Behle entscheiden", sagt die 30-Jährige aus Reit im Winkl vor dem Weltcup-Auftakt am Wochenende im norwegischen Sjusjöen (DATENCENTER: Ergebnisse und Termine).

Zwischenjahr als Vorbereitung auf Sotschi

Die ungewöhnliche Pause der zweimaligen Olympiasiegerin hat zwei Gründe: Den "verteufelten" vergangenen Winter und die bevorstehende Saison ohne echtes Großereignis.

"Ich möchte das Zwischenjahr zur intensiven Vorbereitung der WM 2013 und der Olympischen Winterspiele 2014 nutzen. Diesen Zielen ordne ich mein Training und meine Wettkämpfe unter", sagt Sachenbacher-Stehle.

An ihrer gewohnt guten Laute ändert das alles übrigens nichts. Aus dem fernen Lappland, wo sie zuletzt mit den Biathleten trainierte, sendete die "Strahlefrau" bereits gut gelaunte Facebook-Grüße an ihre Fans.

Ausnahme-Regelung für Sachenbacher-Stehle

Abgesegnet hat den verspäteten Evi-Einstieg Bundestrainer Behle, der mit Sachenbacher-Stehle in den vergangenen Jahren nicht immer einer Meinung war. Das sieht nun anders aus.

"Evi hat uns in ihrer Karriere viele positive Resultate beschert. Daher kann man auch mal Ausnahmen machen", sagt Behle, der um den Druck auf seinen prominenten Schützling weiß: "Eine Evi wird immer an dem gemessen, was in der Vergangenheit in den Ergebnislisten stand."

Hoffnung nach Seuchenjahr

Immerhin: Gesundheitlich geht es bei Sachenbacher-Stehle endlich aufwärts.

Vergangenen Winter war die deutsche Vorzeige-Läuferin wiederholt von gesundheitlichen Problemen gestoppt worden, zuletzt von einer Ei- und Weizen-Unverträglichkeit.

"Irgendwie hatte ich die Seuche am Fuß", sagte die Teamsprint-Olympiasiegerin, die im Gesamtweltcup nur auf dem 60. Platz landete.

Ein Lichtblick war die WM im Wintersport-Mekka Oslo, wo sie mit zwei 13. Plätzen und Rang fünf in der Staffel für einen versöhnlichen Abschluss sorgte. An ihrer Entscheidung für eine verkürzte Saison 2011/2012 änderte das nichts.

Fessel als neue Leitfigur

Erstmals seit vielen Jahren gehen die deutschen Langläuferinnen somit ohne echtes Gesicht in den Weltcup.

Die Lücke füllen könnte die WM-Siebte Nicole Fessel aus Oberstdorf. "Wenn Nicole gesund bleibt, wird sie den Arrivierten sicher das eine oder andere Schnippchen schlagen", sagt Thomas Pfüller, Generalsekretär des Deutschen Skiverbandes (DSV).

Die 28-Jährige schaffte im vergangenen Winter den Sprung von der reinen Sprintspezialistin zur Allrounderin und stand erstmals in ihrer Karriere auf dem Podest. Fessel selbst peilt eine "gute Platzierung im Gesamtweltcup und bei der "Tour de Ski" an.

Ziel: Anschluss nach oben

Fessels Leistungssprung soll gleichzeitig "Vorbild für die anderen, teilweise sehr jungen Sportlerinnen" sein, sagt Pfüller: "Es muss unsere Zielsetzung sein, den Anschluss nach oben zu realisieren."

Angesprochen fühlen dürfen sich die erst 22 Jahre alte Denise Herrmann (Oberwiesenthal), die vergangene Saison überraschend den Sprung zur WM schaffte, und Hanna Kolb (20/Buchenberg), ebenso die etablierten Steffi Böhler (30/Ibach) und Katrin Zeller (32/Oberstdorf).

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