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Die deutschen Hoffnungsträger: Sommerfeldt (l.), Teichmann (M.), Angerer (r.) © imago

Sieben Rennen in neun Tagen, vier Austragungsstätten in drei Ländern ? das ist die Tour de Ski. Sport1.de nennt Fakten zur dritten Auflage.

Zusammengestellt von Rainer Nachtwey

München/Oberhof - Für die deutschen Langläufer wird es nach den besinnlichen Feiertagen wieder hektisch.

Sieben Rennen innerhalb von neun Tagen an vier Austragungsorten in drei Ländern müssen Tobi Angerer, Evi Sachenbacher-Stehle und Co. in dieser Zeit absolvieren - es wartet die Tour de Ski (Sa, ab 12 Uhr Uhr LIVE).

Haben sie die ersten 86,3 bzw. 51,3 Kilometer hinter sich gebracht, wartet zum Abschluss mit dem Anstieg nach Alpe Cermis noch eine 3,7 Kilometer lange Steigung mit einem Maximalwert von 28 Prozent.

Sport1.de hat die Fakten zur Tour de Ski zusammengefasst.

Stationen:

Der Startschuss zur dritten Tour de Ski fällt mit dem Prolog am 27. Dezember im thüringischen Oberhof. Die Damen nehmen eine Strecke von drei Kilometern in Angriff, die der Herren ist um 300 Meter länger. Am darauffolgenden Tag steht für die Athleten ein Verfolgungsrennen im klassischen Stil auf dem Programm, ehe der Tross nach Tschechien übersiedelt.

In Prag und in Nove Mesto warten noch zwei Sprints (29. Dezember und 1. Januar) und ein 10- bzw. 15-km-Rennen auf die Athleten, ehe in Val di Fiemme am 3. und 4. Januar die Entscheidung fällt. Vor dem finalen Schlussanstieg nach Alpe Cermis hinauf bestreiten Herren und Damen noch ein Distanzrennen über 20 bzw. 10 Kilometer

Schlussanstieg:

Die letzten 3,7 Kilometer der letzten Etappe haben es in sich. Die Athleten müssen eine durchschnittliche Steigung von 12 bis 14 Prozent mit einer maximalen von 28 Prozent zurücklegen. Während dieser Strecke überwinden sie 425 Höhenmeter. Am schnellsten legten diese Strecke der Russe Alexander Lekow (2006/2007) in 17:30 Minuten und Kristin Steira aus Norwegen (ebenfalls 2006/2007) in 21:07 Minuten zurück.

Länge:

Rund 90 Kilometer müssen die Herren absolvieren, bei den Damen sind es lediglich 55 Kilometer. Dabei werden 49,5 bzw. 28 Kilometer im klassischen Stil zurückgelegt.

Rotes Trikot:

Wie bei der Tour de France gibt es auch ein Trikot für die Führenden der Gesamtwertung. Da die Farbe Gelb allerdings für den Gesamtweltcup bereits vergriffen ist, tragen die Führenden ein rotes Leibchen.

Punkte:

Die Gesamtsieger streichen satte 400 Punkte für den Gesamtweltcup ein. Auch bei den weiteren Platzierungen erfolgt die Punktevergabe nach dem Weltcup-Prinzip und wird anschließend mit dem Faktor 4 multipliziert. Demnach erhalten die Zweitplatzierten 320 Zähler, die Drittplatzierten 240,... Auch die jeweiligen Etappensieger erhalten Punkte. Diese werden wie jedes Weltcuprennen nach der üblichen Punktevergabe gewertet.

Bonussekunden:

Beim Sprint werden zusätzlich zu den Weltcuppunkten noch Zeitgutschriften vergeben. Sieger und Siegerin erhalten einen 60-Sekunden-Bonus, die Zweitplatzierten 56 Sekunden, die Drittplatzierten 52,...

Zudem gibt es wie beim Vorbild Tour de France Sprintwertungen während der Distanzrennen, die mit einer Zeitgutschrift von 15, 10 und 5 Sekunden gewertet werden.

Zeitlimit:

Überschreitet ein Athlet die Siegerzeit um einen bestimmten Prozentsatz, so fliegt er aus der Gesamtwertung und darf bei den restlichen Wettkämpfen der Tour nicht mehr mitmachen. Neben den Punkten für die Gesamtwertung verliert der Athlet zudem noch mögliche Weltcup-Punkte der Einzelrennen. Die Karenzzeit beträgt bei den Herren 15 Prozent, bei den Damen sind es 18 Prozent.

Titelverteidiger:

In der vergangenen Saison triumphierte bei den Frauen Charlotte Kalla. Die damals 20 Jahre alte Schwedin holte auf der letzten Etappe einen zwischenzeitlichen 55-Sekunden-Rückstand auf Virpi Kuitunen auf und gewann am Ende deutlich vor der Finnin und der Italienerin Arianna Follis. Claudia Nystad belegte als beste Deutsche den fünften Platz.

Bei den Herren kürte sich Gesamtweltcupsieger Lukas Bauer zum Nachfolger von Tobias Angerer, der 2006/2007 die Premiere gewann. Rene Sommerfeldt machte auf dem Schlussanstieg sieben Plätze gut und verbesserte sich auf den zweiten Rang. Im Zielsprint bezwang er den Italiener Giorgio die Centa. Angerer wurde mit rund viereinhalb Minuten Rückstand einen Platz hinter Axel Teichmann 14.

Favoriten:

Titelverteidiger Lukas Bauer geht als Favorit ins Rennen. Allerdings muss sich der Tscheche den Angriffen der Norweger um Tor Arne Hetland erwehren. Zudem wird der erst 23 Jahre alte Schwede Marcus Hellner als heißer Anwärter auf den Gesamtsieg gehandelt. Und auch das deutsche Trio Angerer, Sommerfeldt, Teichmann dürfte nach überstandenen Erkrankungen und Verletzungen vorne mitmischen.

Nach der krankheitsbedingten Absage von Titelverteidigerin Charlotte Kalla zählen die aufstrebende 20 Jahre alte Norwegerin Therese Johaug, die Slowenin Petra Majdic und Valentina Shevchenko aus der Ukraine, die letztes Jahr den Schlussanstieg als Schnellste meisterte, zu den größten Titelanwärterinnen.

Deutsche Teilnehmer:

Die deutsche Damen werden von der letztjährigen fünftplatzierten Claudia Nystad angeführt. Neben der 30-Jährigen schickt Bundestrainer Jochen Behle Stefanie Böhler, Nicole Fessel, Manuela Henkel, Evi Sachenbacher-Stehle und Katrin Zeller in die Rennen. Die deutsche Herren-Mannschaft besteht aus Tobias Angerer, Jens Filbrich, Tom Reichelt, Philipp Marschall, Rene Sommerfeldt und Axel Teichmann.

Kurioses:

Eine Tonne Wachs verbrauchen die Servicemänner der Athleten. Dies entspricht einem Wert von rund 100.000 Euro. Die Athleten und Skifirmen bringen zu den Wettbewerben etwa 3850 Paar Skier mit. Dies entspreche bei 137 Startern 28 Paar Ski pro Athlet.

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