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Axel Teichmann gewann den Prolog beim Auftakt in Oberhof © getty

Axel Teichmann verliert das Rote Trikot an einen Schweizer, bleibt aber in Schlagdistanz. Claudia Nystad fällt hingegen weit zurück.

Oberhof - Grandioser Auftakt bei der Tour de Ski: Ein wie entfesselt sprintender Axel Teichmann gewann wie Claudia Nystad in Oberhof den Prolog und musste im Klassik-Jagdrennen vor 10.000 begeisterten Zuschauern nur den Schweizer Dario Cologna ziehen lassen.

Der wiedergenesene Tobias Angerer liegt als Fünfter in Lauerstellung und nährt bei der dritten Auflage ebenfalls die Hoffnung auf den zweiten deutschen Gesamtsieg.

"In der Heimat zweimal auf dem Podest - das ist saugeil, das habe ich nicht erwartet. Wir haben uns mit der Führungsarbeit abgewechselt, am Schluss hatte Cologna den besseren Ski in den Abfahrten", sagte Teichmann.

"Jetzt geht es los"

Vor dem Freistilsprint am Montag (ab 14.45 Uhr LIVE) in Prag liegt er nur 5,6 Sekunden hinter dem Leader.

Premieren-Gewinner Angerer meinte: "Jetzt geht es erst richtig los, bei der Tour ist alles möglich. Ich bin froh, dass ich wieder gesund bin, und komme jetzt langsam auf eine richtige Welle."

Präsident schwärmt von "Bombenerfolg"

Der deutsche Verbandspräsident Alfons Hörmann war vor dem heimischen TV-Gerät aus dem Häuschen: "Das ist ein Bombenerfolg zum Auftakt. Die Skilangläufer sind immer auf den Punkt genau vorbereitet und kommen auf das Podest, wenn es zählt. Ich habe dem Bundestrainer gleich eine SMS geschickt."

Der so gelobte Cheftrainer Jochen Behle haderte lediglich mit den "Materialproblemen der Damen" am zweiten Tag.

Nystad trotz schlechtem Schlaf glücklich

Bei den Frauen fiel Nystad im 10-km-Klassikrennen auf Rang 16 zurück, sie hat nun über eine Minute Rückstand. Die zuletzt ein wenig kränkelnde Evi Sachenbacher-Stehle strahlte nach einem beherzten Rennen und ist vorerst Zehnte (44,1 Sekunden zurück).

"Es geht besser als ich dachte. Hoffentlich bleibt es so", meinte sie. Nystad ergänzte: "Ich habe schlecht geschlafen, es war ein hartes Rennen. Ich fahre dennoch glücklich aus Oberhof weg, jetzt bin ich wenigstens nicht mehr die Gejagte."

Für Angerer wäre mehr dringewesen

Vor der dritten Etappe führt Top-Favoritin Virpi Kuitunen (Finnland) vor Marit Björgen (Norwegen) und Justyna Kowalczyk (Polen).

Bei den Männern hat Angerer knapp eine halbe Minute Rückstand auf die Spitze, fühlte sich gut in Schwung und hätte "sogar hinten noch mehr Tempo machen" können.

Darauf verzichtete er mit Rücksicht auf Teichmann, zudem strauchelte er in der Schlussrunde und ging kurz zu Boden.

Ziel ist die Gesundheit

Bei eisiger Kälte am Samstag hatte der 29-jährige Teichmann (Bad Lobenstein) im Prolog über 3,7 Kilometer dem Weltcup-Zweiten Cologna gleich 8,2 Sekunden abgenommen und erhielt 15 Bonus-Sekunden für die Gesamtwertung. Der junge Schweizer drehte über 15 km mächtig auf, war nach knapp 4 Kilometern an Teichmann heran.

Der will keine Prognosen für die bis zum 4. Januar in Val di Fiemme andauernde Tour über insgesamt sieben Etappen abgeben. "Ich will vor allem gesund bleiben", meinte er.

"Leader-Trikot - ein tolles Gefühl"

Die 30-jährige Nystad (Oberwiesenthal) siegte über 2,8 km mit 1,1 Sekunden Vorsprung auf die Italienerin Arianna Follis. "Ein perfekter Auftakt. Es ist das erste Mal, dass ich ein Leader-Trikot habe - das ist ein tolles Gefühl, einfach wunderbar", sagte sie.

Angerer, der nach einer Viruserkrankung um seinen Einsatz bangen musste, will wie alle Teamkollegen nur "von Tag zu Tag" denken. `Das schönste Geschenk für mich war die Starterlaubnis vom Arzt", sagte der 31-Jährige.

Glücklich drückte er das drei Monate alte Töchterchen Karlotta und verabschiedete sich: "Nun geht es auf jeden Fall nach Prag."

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