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Axel Teichmann wurde bei der Tour de Ski Dritter © getty

Nach der Tour de Ski gönnen sich die DSV-Langläufer eine Pause, einen Weltcup lassen sie aus. Die Konzentration gilt der WM.

München - Die deutschen Skilangläufer um Axel Teichmann gönnten sich nach dessen drittem Platz bei der Tour de Ski (Teichmann verpasst Gewinn der Tour de Ski)ein Gläschen Rotwein im Hotel.

Nach einer Verschnaufpause in der Heimat beginnt für sie dann der Countdown für die WM ab Mitte Februar in Liberec.

Für die "Operation Gold" lassen die Asse sogar die Olympia-Generalprobe in knapp zwei Wochen in Vancouver sausen.

Angerer und Sommerfeldt krank

Vor allem die erkrankten Tobias Angerer und Rene Sommerfeldt, die derzeit mit Antibiotika behandelt werden, müssen Kraft für den Saisonhöhepunkt schöpfen.

Cheftrainer Jochen Behle kündigte bereits Ausnahmeregelungen an, falls diese Athleten wegen ihrer gesundheitlichen Probleme nicht die WM-Norm erfüllen. "Es macht keinen Sinn, sie zu irgendeinem Weltcup zu jagen", sagte Behle.

Mini-Team in Vancouver

Im kanadischen Olympia-Ort gehört zum fünfköpfigen Mini-Team von der Tour-Mannschaft nur die Gesamt-13. Steffi Böhler. Außerdem fahren Manuela Henkel, Nicole Fessel, Josef Wenzl und Tom Brunner nach Übersee.

Die anderen Frauen um die ebenfalls kränkelnde Evi Sachenbacher-Stehle absolvieren ab Sonntag ein Trainingscamp in der Ramsau, für die Männer soll es ab nächster Woche in Oberhof wieder zur Sache gehen.

"Der Schnee ist weiß"

"Ich wäre schon gerne in Kanada gelaufen, aber der Termin passt einfach nicht rein. Viel günstiger wäre ein Termin zu Saisonende im März gewesen", meinte der Tour-Dritte Teichmann: "Da wäre die komplette Weltklasse gekommen."

Den Verzicht auf die persönliche Inspektion der olympischen Strecken von 2010 nimmt der Weltmeister aus Thüringen mit dem gewohnt trockenen Humor gelassen: "Was ist da schon zu sehen. Der Schnee ist weiß, es geht hoch und runter. Alles wie immer. Wir werden das Ding auch so schaukeln." Die deutschen Technik-Experten seien laut Behle freilich vor Ort.

Teichmann will eine Medaille

Die Konzentration der Athleten gilt der Nordischen Ski-WM in Tschechien.

Der in den vergangenen Jahren häufig von gesundheitlichen Problemen gestoppte Teichmann will dort seine Erfolgsbilanz fortschreiben.

"Eine Einzelmedaille bei der WM ist ganz klar mein Ziel", meinte der 29-Jährige aus Bad Lobenstein: "Ein Traum wäre es, wenn wir in der Staffel ganz oben stehen könnten. Vor zwei Jahren in Sapporo sind wir leer ausgegangen. Vielleicht haben wir diesmal endlich richtig Glück - das braucht man für Gold."

Kein Glück in der Vergangenheit

Dies hatte Teichmann in der Vergangenheit auch persönlich mehrfach nicht.

Bei der WM 2001 stieß der damalige Topfavorit im Training mit einem Betreuer zusammen, bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City 2002 und auch bei der Heim-WM 2005 in Oberstdorf war er angeschlagen.

In Turin kam er wegen einer Operation nach einer Haarwurzel-Entzündung am Unterschenkel um olympische Ehren.

Zwischen all dem Unheil lagen WM-Siege 2003 (15 km klassisch) und 2007 (Jagdrennen) sowie zweimal WM-Silber mit der deutschen Staffel (2003 und 2005).

Den Gesamtweltcup gewann Teichmann im Winter 2004/05. Staffel-Gold fehlt tatsächlich noch in der Sammlung.

Finanziell lukrativ

Für Teichmann hat sich die 3. Tour de Ski auch finanziell gelohnt. Drei Siege, ein zweiter und der dritte Platz in der Gesamtwertung bescherten dem Thüringer aus Bad Lobenstein ein Preisgeld von umgerechnet 42.646 Euro.

Besser verdienten nur Tour-Sieger Dario Cologna (Schweiz), der nach den sieben Etappen 104.107 Euro erhielt, und der Gesamtzweite Petter Northug (Norwegen) mit 64.573 Euro. Der U23-Weltmeister führt nun auch im Gesamtweltcup mit 835 Punkten vor Northug, der auf 698 Zähler kommt. Teichmann belegt mit 581 Punkten den dritten Rang.

Kuitunen vor Saarinen

Bei den Frauen bekam Tour-Siegerin Virpi Kuitunen (Finnland) insgesamt 104.743 Euro, ihre zweitplatzierte Landsfrau Aino Kaisa Saarinen erlief 68.258 Euro. Claudia Nystad (Oberwiesenthal) erhielt für ihren Auftaktsieg in Oberhof immerhin 3.320 Euro.

Im Gesamtweltcup spielen die deutschen Frauen momentan keine Rolle. Stefanie Böhler (Ibach) belegt mit 313 Punkten vor Nystad (298) als beste Deutsche Platz 14. Angeführt wird der Weltcup von Saarinen (978) und Kuitunen (907).

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