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Petter Northug gewann als 20-Jähriger als jüngster Langläufer einen Weltcup © getty

Die deutschen Langläufer sind bei der Nordischen Ski-WM im 30-km-Jagdrennen leer ausgegangen. Ein Norweger ist nicht zu stoppen.

Liberec - Vier WM-Rennen ohne Medaille und Riesenfrust nach der verlorenen Materialschlacht.

Die Krise im deutschen Skilanglauf-Lager spitzt sich nach Rang sieben des als Goldkandidat gestarteten Tobias Angerer in der 30-km-Jagd zu.

Angerer hatte beim Sieg des Norwegers Petter Northug nach 30 Kilometern 29,8 Sekunden Rückstand. Der Schwede Anders Södergren (3,1 Sekunden zurück) gewann vor Giorgio di Centa aus Italien (11,9) Silber. Jens Filbrich (Frankenhain) wurde Elfter. Titelverteidiger Axel Teichmann wurde nur 30.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Im deutschen Lager haben längst die Schuldzuweisungen begonnen. "In der letzten Runde habe ich fast gestanden", schimpfte der entthronte Titelverteidiger Axel Teichmann nach Rang 30 in Liberec und rief einem Skitechniker wütend zu: "Der Belag hat zugemacht."

Trotzdem bleibt der Thüringer kämpferisch: "Totgesagte leben länger."

Cheftrainer Jochen Behle hatte bereits nach dem zehnten Rang von Evi Sachenbacher-Stehle über die halbe Distanz am Vortag Konsequenzen angekündigt (Behle grollt nach Nullnummer) .

"Männer sind in Form"

Allerdings gerät er angesichts der mageren Männer-Ergebnisse langsam selbst unter Druck.

"Das sind keine grottenschlechten Resultate, aber natürlich wollten wir um die Medaillen kämpfen - die Männer sind in Form", verteidigte sich Behle und entschuldigte die Materialprobleme seiner Burschen mit einer Fehleinschätzung aufgrund des Wetterberichts.

"Zählen nur Medaillen"

Teichmann erinnerte an die WM vor vier Jahren in Oberstdorf. Dort sei man durch eine Riesenschlagzeile ("Oberstdoof") schon niedergemacht worden, habe dann doch noch zwei Medaillen geholt.

Beim Championat vor zwei Jahren hatte es zu diesem Zeitpunkt freilich schon einen kompletten Medaillensatz für die Männer gegeben.

Diesmal trudelte Teichmann (Bad Lobenstein) bei weniger Schneefall als erwartet über anderthalb Minuten hinter dem Ersten ins Ziel.

Angerer, 2007 noch Zweiter, kommentierte das ernüchternde Resultat: "Ich bin enttäuscht, bei einer WM zählen nur Medaillen. In den Abfahrten habe ich immer ein paar Positionen verloren."

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