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Axel Teichmann holte bereits im Teamsprint mit Tobias Angerer Silber © getty

Wieder mal Silber: Axel Teichmann kann den Vorsprung des DSV-Quartetts auf Norwegen in der WM-Staffel nicht ins Ziel retten.

Liberec - Wieder nur Silber: Axel Teichmann fuhr mit leerem Gesicht über die Ziellinie, als er die erste Staffelgoldmedaille seit 35 Jahren auf der Zielgeraden fast kampflos abgegeben hatte.

Am Tag nach dem "Stinkefinger"-Eklat der straffrei gebliebenen Claudia Nystad (DSV spielt "Stinkefinger"-Eklat herunter) wurde er nach einem dramatischen Duell mit Norwegen über 4x10 km locker von Schlussläufer Petter Northug abgehängt.

Damit hat das deutsche WM-Team sechs Silbermedaillen in Liberec gewonnen, aber vor dem Schlusswochende weiter keinen Titel.

Im Normaltempo über den Zielstrich

"Im Moment überwiegt die Enttäuschung die Freude über die Silbermedaille. Ich habe versucht, Northug an den Anstiegen abzuhängen, aber es ist nicht gelungen", sagte Teichmann:

"In diesem Schneemus konnte ich meine Technik einfach nicht rüberbringen. Ich habe das Beste rausgeholt - das war Silber."

Im normalen Tempo fuhr er 2,6 Sekunden hinter Norwegen über die Ziellinie und wischte sich die Nase ab. Northug schlug sich dagegen mit der Faust auf die Brust und ließ sich von den norwegischen Fans in der Rekordkulisse von 37.000 Zuschauern feiern. (DATENCENTER: Die WM-Ergebnisse)

Filbrich "wahnsinnig happy"

"Es hat uns ein Quäntchen gefehlt, und das war Northug. Der ist im Sprint momentan einfach nicht zu knacken. Axel kann man keinen Vorwurf machen, immerhin haben wir Silber gewonnen", sagte Bundestrainer Jochen Behle.

Seine Mitstreiter Jens Filbrich, Tobias Angerer und Franz Göring nahmen Teichmann auf dem Siegerpodest in die Mitte und versuchten ihn zu trösten.

"Ich bin wahnsinnig happy. Silber glänzt wie Gold", sagte Filbrich.

Vorsprung rasch aufgebraucht

Dabei hatte es lange ausgesehen, als könnte zum zweiten Mal in der WM-Geschichte nach dem Triumph der DDR 1974 in Falun ein deutsches Quartett ganz oben stehen.

Teichmann hatte von seinen drei Teamkollegen 14,5 Sekunden Vorsprung auf die Schlussrunde mitbekommen, doch nach nur zwei Kilometern hatte der wild heranstürmende Jagd-Weltmeister Northug trotz aller Anfeuerungsrufe der deutschen Betreuer den Langsamstarter aus Thüringen eingeholt.

Der zweimalige Weltmeister machte komplett die anstrengende Führungsarbeit, während Northug im Windschatten neue Kräfte sammelte.

"Axel ist stark"

Etwa einen Kilometer vor dem Ziel überholte der Norweger, trat am letzten kleinen Anstieg vor der Zielgerade turbomäßig an, und Teichmann ergab sich in sein Schicksal.

Startläufer Jens Filbrich hatte das deutsche Quartett von Gold träumen lassen, als er Norwegen ("Mit dem besten Ski meiner Laufbahn") 25 Sekunden abnahm.

Der überraschend im Klassikbereich aufgebotene Tobias Angerer konnte danach im Zusammenspiel mit dem aufgelaufenen finnischen Quartett den Vorsprung auf Norwegen verteidigen. "Axel ist stark. Wir können es schaffen", meinte Angerer. Er sollte sich irren.

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