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Martin Schmitt feierte in seiner Karriere bisher 28 Weltcup-Siege © getty

Beim Sommer-Grand-Prix werden neue Regeln getestet - demnach kann die Anlauflänge eines Einzel-Durchgangs verändert werden.

München - Die Skispringer und nordischen Kombinierer testen beim Sommer-Grand-Prix neue Regeln, nach denen während eines Einzel-Durchgangs die Anlauflänge verändert werden kann.

Dem Versuch liegt eine umstrittene mathematische Formel zugrunde, nach der ein Meter Anlauflänge rund fünf Meter Sprungweite entsprechen soll.

Zudem wird der Wind mit in die Berechnung einbezogen. Skispringen wird so zum Computer-Rechenexempel.

Erstmals soll das von vielen Springern und Trainern abgelehnte System beim Auftakt der Weltelite am 8./9. August in Hinterzarten ausprobiert werden.

Hofer: Windveränderungen nicht mehr beherrschbar

Bisher ist nur bei Teamspringen eine Veränderung der Anlauflänge möglich, aber jeweils nur nach einer kompletten Gruppe. Somit sind keine mathematischen Berechnungen nötig.

Walter Hofer vom Internationalen Skiverband FIS begründet den Test damit, dass bei einigen Wettkämpfen in der letzten Saison die Windveränderungen nicht mehr beherrschbar für die Jury gewesen seien.

Ob das neue System auch im Olympia-Winter zum Einsatz kommen soll, steht laut Hofer noch nicht fest:

Schritt hinsichtlich Fairness

"Vielleicht ergibt sich eine partielle Veränderung des Weltcup-Reglements, vielleicht wird das neue Reglement auch verworfen."

Auf dem Papier sei das System ein großer Schritt hinsichtlich Sicherheit und Fairness im Skispringen.

Das sieht nicht nur der österreichische Überflieger Gregor Schlierenzauer ganz anders.

Schlierenzauer wenig begeistert

"Die neuen Regeln gefallen mir nicht sonderlich. Ich fürchte, dass die Wettbewerbe zu einer taktischen Angelegenheit für Trainern und Athleten werden", sagte der Gesamtweltcup-Sieger und Weltmeister:

"Zudem soll man äußere Verhältnisse nicht dem Computer überlassen. Drittens wird sich der Zuschauer wundern, wenn der Athlet mit einem kürzeren Sprungversuch gewinnt. Gewinnen soll der, der am Weitesten springt und die beste Show bietet."

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