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Werner Schuster (l.) übernahm 2008 von Peter Rohwein den Posten des Bundestrainers © getty

Sportdirektor Pfüller plant mit dem Österreicher bis zu Olympia 2014 in Sotschi. Bis dahin wolle man eine führende Nation sein.

Kuusamo - Deutschlands Skispringer gehen erstmals ohne Schneetraining und mit viel Unsicherheit in den Olympiawinter, doch die Verbandsspitze ist von der Rückkehr an die Weltspitze überzeugt.

Verbandschef Thomas Pfüller kündigte vor dem Weltcup-Auftakt am Freitag (ab 17 Uhr LIVE) im finnischen Kuusamo an, dass er den bis 2011 laufenden Vertrag von Bundestrainer Werner Schuster vorzeitig bis 2014 verlängern will.

"Wir werden versuchen, es jetzt im Winter mit Werner bis 2014 festzuziehen. Bis dahin wollen wir wieder die führende Nation im Skispringen sein", sagte Pfüller (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender).

Im Nachwuchs Fehler gemacht

In diesem Winter wolle man mit den erfahrenen Springern um Vizeweltmeister Martin Schmitt zumindest im Team um die Olympiamedaillen mitspringen, aber danach vor allem die von Schuster eingeleitete Nachwuchsoffensive vorantreiben.

"Da ist die Lage fast dramatisch. Man spürt, dass wir im Nachwuchs eine ganze Reihe von Fehlern gemacht haben", führte Pfüller weiter aus.

Nachwuchshoffnungen im Weltcup-Team

Umso mehr freut sich Schuster, dass beim Start in den Olympiawinter mit Junioren-Weltmeister Andreas Wank (21) und Pascal Bodmer (18) zwei Nachwuchshoffnungen den Sprung ins sechsköpfige deutsche Team geschafft haben.

"Für sie es noch ein langer Weg in die Weltspitze. Wir können halt keine Weltstars aus dem Ärmel schütteln", sagt Schuster: "Wir sind jetzt in einer spannenden Phase und werden sehen, wie schnell die Kurve der jungen Springer nach oben geht. Die Arbeit in Deutschland ist eine

Riesenherausforderung, die ich gern weitergehen würde."

Schuster fühlt sich wohl beim DSV

Das klingt wie eine Zusage an Pfüller bis Olympia 2014 in Sotschi, doch der Österreich-Import will sich jetzt noch nicht entscheiden.

Er denkt erstmal bis zum Vertragsende nach der Nordischen Ski-WM 2011 in Oslo: "Ich muss sehen, dass ich etwas bewirken kann. Sonst muss es ein anderer machen. Aber derzeit fühle ich mich wohl und habe das Gefühl, dass ich das Team erreiche."

Ohne Schneesprung nach Kuusamo

So gingen die Routiniers Schmitt (31), Michael Uhrmann (31), Michael Neumayer (30) und Georg Späth (28) nach anfänglichen Zweifeln auch den riskanten Weg von Schuster mit, erstmals ohne ein Schneetrainingslager zum Weltcup-Auftakt zu reisen.

Stattdessen wurde auf der mit einer Eisspur versehenen Anlage in Klingenthal geübt und erstmals an diesem Mittwoch in Kuusamo auf dem kostbaren Weiß trainiert.

"Ich wollte gerade bei den älteren Athleten eingefahrene Muster aufbrechen und den Reisestress minimieren", sagt Schuster: "Es hat perfekt funktioniert, aber es bleibt ein Risiko für den Saisonstart."

Uhrmann denkt an Rücktritt

Am besten in Form sind Neumayer und Schmitt ("Mein großes Ziel ist eine Olympiamedaille"), aber auch Michael Uhrmann zeigte schon gute Sprünge.

Er ist kürzlich zum zweiten Mal Vater geworden und denkt über einen Rücktritt nach Vancouver nach.

Ein Comeback nach einem Winter Pause feiert der mit seinem letzten Ziel Olympiagold zurückgekehrte Finne Janne Ahonen, der in Kuusamo neben den Österreichern um Gregor Schlierenzauer als Favorit gilt.

Bei den deutschen Fliegern herrscht laut Schuster dagegen Unsicherheit über die Chancen: "Beim Auftakt ist zwischen Podium und keiner unter den Top 20 alles drin."

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