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2005 wurde Pascal Bodmer mit dem Team OPA Deutscher Schülermeister © imago

Der Shootingstar trotzt in Lillehammer ganz widrigen Bedingungen. Wank schafft die Olympia-Norm, Späth enttäuscht maßlos.

Lillehammer - Erst tobte der Schnee über Lillehammer, dann peitschte der Wind über die Olympiaschanze von 1994 - doch der neue deutsche Senkrechtstarter ließ sich nicht beirren.

Nach seinem ordentlichen 14. Platz am Samstag segelte Pascal Bodmer tags darauf im norwegischen Winter-Chaos auf Platz fünf und war damit beide Male bester Starter des Deutschen Skiverbandes (DSV).

"Ich kann wirklich zufrieden sein mit dem Ergebnis, obwohl die Sprünge sicher nicht perfekt waren. Ich bin einer, dem schwierigste Bedingungen eher wenig ausmachen. Ich glaube, dass ich meine Sache hier ganz gut gemacht habe", sagte der neue deutsche Vorflieger über seinen erneut gelungenen Auftritt .

Bereits zum Weltcup-Auftakt im finnischen Kuusamo war er Zweiter gewesen war.

Wank schafft Olympia-Norm

Im Schatten des 18-jährigen Ausnahmetalents schaffte Andreas Wank aus Oberhof die Olympia-Norm. Der Junioren-Weltmeister erflog mit den Plätzen 15 und neun seine mit Abstand besten Ergebnisse im Weltcup.

Michael Uhrmann (Rastbüchl) überzeugte mit den Plätzen 16 und zehn, Vize-Weltmeister Martin Schmitt aus Furtwangen und der Berchtesgadener Michael Neumayer enttäuschten dagegen.

Schmitt kam nicht über die Plätze 36 und 27 hinaus, Neumayer scheiterte beide Male im ersten Durchgang. Für Georg Späth (Oberstdorf) war gar bei beiden Springen in der Qualifikation Endstation.

"Martin ist noch nicht stabil"

"Martin ist noch nicht so stabil", sagte Bundestrainer Werner Schuster über Schmitt, seinen neuen Vorzeige-Adler Bodmer lobte er dagegen: "Wie kaltschnäuzig er seine Sache gemacht hat, war super. Ich kann ihm nur gratulieren."

Insgesamt fand Schuster das deutsche Abschneiden "nicht perfekt, aber auch nicht so schlecht, wie es für den ein oder anderen vielleicht den Anschein hat".

Von der Klasse der Tagessieger Gregor Schlierenzauer und Simon Ammann waren die deutschen "Adler" jedoch noch sehr weit entfernt.

Ammann mit Schanzen-Rekord

Der Schweizer Ammann überbot am zweiten Tag den Schanzenrekord des Österreichers mit 146 Metern, "Schlieri" konterte mit 150,5 Metern, stürzte aber beim Aufsprung.

"Das war einfach zu viel Anlauf. Ich bin froh, dass mir nichts passiert ist", sagte der 19-Jährige, während er sich die Oberlippe kühlte.

Sein Trainer Alexander Pointner war gar so sauer, dass er in der ersten Emotion ankündigte: "Bei so wechselnden Verhältnissen springe ich mit meiner Mannschaft definitiv nicht mehr."

Schuster teilte die Kritik, und meinte: "Ganz okay war das nicht, speziell für Gregor. Das war gefährlich. Ich komme mir manchmal vor wie im Zirkus. Man stellt sich da hin - und nickt brav."

Widrige Verhältnisse

Am Samstag war es der Schnee, am Sonntag der Wind: Die Springer hatten mal wieder mit widrigen Umständen zu kämpfen. Bodmer jedoch hatte trotzdem "richtig Spaß".

Routinier Schmitt indes war bereits nach seinem Aus beim ersten Springen mit der Schanze, auf der er vor elf Jahren zweimal gewonnen hatte, nicht mehr zu versöhnen.

"Es war zäh. Das ärgert mich, weil ich nicht schlecht drauf bin", sagte er.

Am kommenden Wochenende haben die Athleten zunächst frei. Die wegen Schneemangels abgesagten Springen im tschechischen Harrachov werden allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

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