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Michael Uhrmann sprang im Weltcup bislang zwölfmal aufs Podest © imago

Bei Ammanns Show in Engelberg bestätigt Michael Uhrmann seinen Aufwärtstrend. Der Bundestrainer vermisst aber einen Siegspringer.

Engelberg - Martin Schmitt löste als Zehnter das Olympia-Ticket, Michael Uhrmann freute sich über Platz fünf - aber bei der großen Show der beiden Tourneefavoriten waren die deutschen Skispringer nur Statisten.

Lokalheld Simon Ammann flog beim Abbruchspringen am Sonntag in Engelberg zum zweiten Sieg binnen 48 Stunden bei der Generalprobe für die 58. Vierschanzentournee, zu der er im Gelben Trikot des Weltcup-Führenden anreist. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Tags zuvor war sein Erzrivale Gregor Schlierenzauer mit Weltcup-Erfolg Nummer 26 zum österreichischen Rekordhalter aufgestiegen.

4,1 Punkte fehlen zum Podest

"Martin und Michael haben ein deutliches Lebenszeichen gesendet. Wir haben gezeigt, dass wir noch springen können", sagte Bundestrainer Werner Schuster: "Aber wir haben keinen, der um den Tourneesieg mitspringen kann."

Immerhin bescherte der Abbruch beim letzten Springen wegen immer stärker werdenden Rückenwinds Michael Uhrmann das beste deutsche Resultat auf der Titlisschanze.

Das Ergebnis des ersten Sprungs zählte, und der am Vortag nur auf Platz 24 gelandete Routinier verfehlte das Podest nur um 4,1 Punkte: "So kann ich beruhigter zur Tournee fahren. Die Sprünge sind eine Klasse besser."

Zwei in einer eigenen Liga

Ammann, der schon am Freitag vor Schlierenzauer triumphiert hatte, siegte mit der Einstellung des Schanzenrekordes von 141 Meter vor Skiflug-Weltrekordler Björn Einar Romören und Daiki Ito aus Japan.

Am Samstag war Ammann als Zweiter 1,0 Punkte hinter Gregor Schlierenzauer nur hauchdünn am Sieg vorbeigesprungen.

Das Duo sprang in einer eigenen Liga, so dass Chefcoach Schuster für den am 29. Dezember beginnenden Skisprung-Grand-Slam nur ein Ziel hat: "Gregor und Simon sind die klaren Tourneefavoriten. Für uns ist bis Platz drei alles möglich".

"Die Sachen sind lösbar"

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gab es auch für Vizeweltmeister Schmitt, der am Samstag mit einer tollen Aufholjagd von 23 auf 10 das Ticket für die Winterspiele von Vancouver buchte.

Am Sonntag war er von Platz 21 auf dem gleichen Weg, ehe abgebrochen wurde. Schmitt war "sehr glücklich" über die erfüllte Olympia-Norm und sieht sich trotz der mäßigen Resultate für die Tournee gerüstet.

"Ich habe zwei gute Wettkämpfe gezeigt und bin auf einem guten Weg. Das gibt Selbstbewusstsein für die Tournee. Ich bin ein Stück weg, aber ich weiß, was ich noch zu tun habe. Die Sachen sind lösbar", sagte er.

Schuster bootet Späth aus

Auch Newcomer Pascal Bodmer konnte mit den Plätzen 11 und 16 halbwegs zufrieden sein.

"Es war durchwachsen, aber ich habe hier einiges gelernt", sagte das Talent und meinte mit Blick auf den anstehenden Höhepunkt: "Ich sehe mich nicht als deutscher Hoffnungsträger bei der Tournee, sondern springe einfach."

Michael Neumayer, 2008 immerhin Tournee-Dritter, enttäuschte in Engelberg auf den Plätzen 26 und 36. Georg Späth verpasste in Engelberg in zwei von drei Springen die Qualifikation der besten 50 und wird beim Tournee-Auftakt am 29. Dezember in seinem Heimatort Oberstdorf fehlen.

Nun Sprünge und Materialtests

Direkt nach dem letzten Springen reiste das deutsche Team in ein zweitägiges Sondertrainingslager, damit beim Auftakt der Vierschanzentournee noch bessere Ergebnisse zu Buche stehen.

"Wir machen in Ruhe ein paar Sprünge und Materialtests. Wir wollen vorn mitmischen", sagte Schuster.

Die Favoriten sind mit den Überflieger Ammann und Schlierenzauer sowieso andere.

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