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Martin Schmitt gewann 2002 in Salt Lake City Olympisches Gold im Team © getty

Den Vizeweltmeister plagen gesundheitliche Probleme. Bundestrainer Werner Schuster schlägt Alarm: "Da liegt mehr im Argen."

Bad Mitterndorf - Große Sorge um Martin Schmitt: der 31-Jährige hat gesundheitliche Probleme und muss mit Blick auf das gefährdete Projekt Olympia vermutlich eine längere Pause einlegen.

"Martin ist nicht ganz gesund. Da liegt mehr im Argen als nur eine kleine Formschwäche", sagte Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster.

Vizeweltmeister Schmitt war nach der enttäuschenden Vierschanzentournee mit einem 21. Rang als bester Platzierung nicht mit zum Skiflug-Weltcup im österreichischen Bad Mitterndorf gereist (DATENCENTER: Der Skisprung-Weltcup).

Stattdessen stellte er sich daheim einem Gesundheitstest und ließ sein Blut untersuchen. Die ersten Werte sind laut Schuster besorgniserregend.

Energie-Haushalt einer 80-Jährigen

Mannschaftsarzt Dr. Mark Dorfmüller diagnostizierte ein schleichendes Erschöpfungssyndrom. "Es handelt sich dabei um ein von mehreren Faktoren ausgelöstes Defizit im Energiestoffwechsel. Dies wurde unter anderem nach Laborkontrollen im Blutbild erkennbar", präzisierte Dorfmüller.

"Er hat den Energie-Haushalt einer 80-Jährigen", sagte Dieter Thoma der "Bild am Sonntag".

Martin Schmitt erläuterte, er habe sich in den vergangen Wochen nicht immer hundertprozentig fit gefühlt. "Die medizinischen Tests, die ich in den letzten Tagen absolviert habe, bestätigten mein Gefühl. Jetzt werde ich die Energiespeicher erst einmal auffüllen und einige Ruhetage einschieben."

Jahrelanges Abnehmen wohl die Ursache

"Mein Ziel ist es, danach wieder schellstmöglich fit zu werden, um mich dann intensiv auf die Olympischen Spiele vorzubereiten", versicherte der 31-Jährige.

Vermutet wird, dass Schmitt das jahrelange Abnehmen die letzten Kräfte geraubt hat. "Das Gesamtbild entspricht einfach nicht den Vorstellungen. Wir werden in dieser Woche entscheiden, wie Martins Fahrplan nach Vancouver aussehen wird", sagte der Chefcoach.

Für den Großteil des deutschen Olympia-Teams ist derweil für die nächsten Tage statt des Weltcups in Sapporo ein Sondertraining geplant.

Olympia-Start derzeit nicht gefährdet

Ab wann Schmitt, der sich erstmal erholen soll, den geplanten Trainings-Neuaufbau auf einer kleinen Schanze durchziehen kann, ist ungewiss.

Genauso unsicher ist es, ob und wann er in den Weltcup zurückkehrt. Ursprünglich waren dafür die Springen in Zakopane am 22./23. Januar geplant, doch nach den Worten von Schuster ist selbst ein Totalverzicht bis zu dem in vier Wochen geplanten Abflug nach Vancouver möglich.

Der Olympia-Start scheint derzeit (noch) nicht gefährdet.

Schmitt fühlt sich platt

Schmitt, der die Olympia-Norm in der Tasche hat, hatte in den letzten Wochen immer wieder über mangelnde Frische geklagt.

"Ich fühle mich platt. Die körperlichen Werte sind mindestens so wie im vergangenen Winter, aber das Gefühl ist anders. Es ist eine Gratwanderung. An Tagen, an denen ich mich gut fühle, kann ich ganz gut mithalten, an anderen nicht", hatte Schmitt gesagt.

Hoffnung auf schnelle Genesung

Schuster hatte immer wieder die mangelnde Absprung-Dynamik bei seinem schwächelnden Vorflieger kritisiert.

Ein wichtiger Grund dafür scheint in den Gesundheitsproblemen gefunden, jetzt bleibt mit Blick auf die anvisierte Olympiamedaille nur die Hoffnung auf eine schnelle Gesundung.

"Wir brauchen einen starken Martin unbedingt bei Olympia", sagte Schuster.

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