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Martin Schmitt (l.) gewann bei der WM in Lahti 2001 Gold im Einzelspringen © getty

Schmitt durchlebe "eine schwierige Zeit", sagt Sven Hannawald. Er verrät, warum die FIS das Gewichtslimit nicht ändern konnte.

München - Sven Hannawald sorgt sich um seinen einstigen Teamkollegen Martin Schmitt. "Martin wiegt mindestens drei Kilo zu wenig", sagte der einzige Grand-Slam-Sieger in der Geschichte der Vierschanzentournee dem Magazin "Bunte". (DATENCENTER: Der Skisprung-Weltcup)

Schmitt durchlaufe gerade "eine schwierige Zeit". Der Vizeweltmeister ("Hungern hat mich krank gemacht") muss derzeit im Weltcup pausieren.

"Er hat jetzt zum Glück gemerkt, dass er wohl ein Gewichtsproblem hat und deshalb an einem Erschöpfungssyndrom leidet. Er macht daraus aber kein Geheimnis. Ich finde diese Offenheit gut", sagte Hannawald.

"Mit jedem Kilo weniger erfolgreicher"

Er selbst war in seiner aktiven Zeit an der Grenze zur Magersucht gewandelt, habe das Thema aber "verdrängt".

"Mir hat das Skispringen wahnsinnig Spaß gemacht, und der Erfolg hat mir recht gegeben. Mit jedem Kilo Gewicht weniger wurde ich erfolgreicher. Wenn ich heute meine Bilder von damals ansehe, erschrecke ich allerdings", sagte Hannawald.

Er hatte damals unter dem Burn-Out-Syndrom gelitten und seine Karriere 2004 beendet. Seither hat er 15 Kilogramm zugenommen.

Nationen gegen Skiverband

Die Debatte um zu magere Skispringer hätte seiner Ansicht nach leicht beendet werden können:

"Der Internationale Skiverband wollte die Gewichtsgrenze für Skispringer vor diesem Olympia-Winter nach oben setzen, aber die Mehrzahl der Nationen hat sich dagegen entschieden." Erst ab kommenden Winter soll es eine Anhebung des Body-Mass-Index im Skispringen geben.

Hannawald und Schmitt hatten 2002 gemeinsam Team-Gold bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City gewonnen.

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