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1994 und 2002 gewann ein deutsches Team die Goldmedallie bei Olympischen Spielen © imago

Inn Oberstdorf verpassen die Deutschen erneut das Podest. Nun sollen es in Vancouver ein Junior und zwei Ausgeruhte richten.

Oberstdorf - Martin Schmitt schaute nur zu, Michael Uhrmann segelte auf Platz neun - die deutschen Adler haben beim letzten Skifliegen vor Olympia in Oberstdorf das Podest erneut verpasst.

Während der Norweger Anders Jacobsen und das Austria-Team als Sieger beim Auftakt der Team-Tour feierten, kam Tourneesieger Andreas Kofler nach einem spektakulären Sturz mit schweren Prellungen glimpflich davon.

"Uhrmann und Neumayer sind auf einem guten Weg, und wenn Schmitt beim nächsten Springen wieder dabei ist, ist alles möglich", sagte Verbandschef Alfons Hörmann: "Ich sehe eine gute Chance auf eine Olympiamedaille."

Neumayer kommt "richtig ins Fliegen"

Hoffnung darauf schürte vor 20.000 Fans vor allem der Formanstieg von Uhrmann, der beim Einzelfliegen mit 380,2 Punkten unter die Top Ten flog.

Er lag damit allerdings 46,5 Zähler hinter Sieger Jacobsen, der Norwegen in der mit 100.000 Euro dotierten Gesamtwertung der Team-Tour an die Spitze führte.

"Es ist ein gutes Gefühl, dass ich mit Fehlern so weit vorn bin", sagte Uhrmann. Auch der zweite Olympiastarter Michael Neumayer konnte mit Platz 13 sehr gut leben: "Ich bin wieder richtig ins Fliegen gekommen."

Schmitt hofft auf Top-Ergebnisse

Bei der zweiten Station der Team-Tour am Dienstag und Mittwoch in Klingenthal feiert Martin Schmitt nach vier Wochen Zwangspause sein Comeback.

Das Erschöpfungssyndrom ist überwunden, die Formkurve zeigt steil nach oben: "Ich fühle mich fit und hoffe, dass ich in Klingenthal wieder gut in den Weltcup einsteigen kann. Ich hoffe, am Ende mit guten Ergebnissen im Rücken nach Vancouver fliegen zu können."

In Klingenthal werden auch Pascal Bodmer mit Silber von der Junioren-WM im Gepäck und Andreas Wank nach einer Traininspause ins deutsche Team zurückkehren.

"Das funktioniert einfach nicht"

Bundestrainer Werner Schuster freut sich schon: "Wir haben uns in Oberstdorf mit dem Rumpfteam gut geschlagen, die Olympiastarter kommen immer besser in Form.

Jetzt wollen wir uns noch Selbstvertrauen für Vancouver holen."

Dort wird dann nach den neuen Mathematik-Regeln gesprungen, deren Weltcup-Premiere in Oberstdorf als Farce endete. "Es ist für Athleten und Zuschauer nicht wirklich doll, wenn man aus zwölf verschiedenen Anlaufluken anfährt. Wer soll das verstehen, das funktioniert einfach nicht. Für die Sportler kann das richtig gefährlich werden", schimpfte Skiflug-Weltmeister Gregor Schlierenzauer (Österreich).

Keine Knochenbrüche bei Kofler

Das dominante Austria-Team erlebte mit dem Sturz von Kofler im Probedurchgang einen weiteren Schock.

Nachdem er bei der Landung auf den Rücken geknallt war, wurde zunächst Schlimmes befürchtet, doch Austria-Chefcoach Alexander Poitner konnte Entwarnung geben:

"Er hat keine Knochenbrüche, nur Prellungen. Jetzt zählt nur noch, ihn bis Olympia fit zu bekommen."

Kofler konnte das Krankenhaus am Sonntag wieder verlassen.

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