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Er zeigt es selbst an: Unter Werner Schuster geht es wieder aufwärts mit den DSV-Adlern © getty

Unter dem neuen Trainer Werner Schuster tut sich wieder was bei den deutschen Skispringern. Die Routiniers sind begeistert.

Liberec - Ein Tagessieg durch Georg Späth, Michael Uhrmann Gesamt-Dritter und Platz zwei in der Nationenwertung: Deutschlands Skispringer sind beim Sommer-Grand-Prix in die Erfolgsspur zurückgekehrt.

Unter dem neuen Trainer Werner Schuster wächst die Hoffnung auf ein Ende der jahrelangen Krise, auch wenn beim Finale in WM-Ort Liberec nur ein zehnter Platz von Martin Schmitt heraussprang.

Skiflug-Weltmeister Gregor Schlierenzauer (Österreich) sicherte sich mit seinem fünften Sieg im elften Springen auch den Gesamterfolg bei der Mattentournee.

Deutsches Team auf zweitem Platz

"Jetzt sehen die Springer wieder, dass sie nicht 30 Meter hinter der Konkurrenz zurück sind. Und dann kommt der Effekt wie bei Schiffbrüchigen in einem kleinen Boot: wenn Land in Sicht ist, fangen alle an, schneller zu rudern", bilanzierte Werner Schuster.

Mit 1563 Punkten belegte sein im vergangenen Winter noch chancenloses Team souverän Platz zwei in der Nationenwertung hinter Österreich (2041).

Alte Garde zeigt's nochmal

Der Österreicher Schuster, der im Frühjahr den zuvor jahrelang glücklosen Peter Rohwein ablöste, definiert für den am 28./29. November mit dem Weltcup in Kuusamo/Finnland beginnenden WM-Winter ein klares Ziel: "Fünf Jahre lang ist es nur bergab gegangen. Wir wollen die Trendumkehr schaffen und die Mannschaft sukzessive verjüngen".

Auf den Sommer-Matten waren freilich die Alten um den später am Knie (Kreuzband-Anriss) verletzten Hinterzarten-Sieger Georg Späth, den nach seiner Fußverletzung (Trümmerbruch bei der WM 2007) immer besser in Schwung kommenden "Neu-30er" Michael Uhrmann und den stabil im Vorderfeld segelnden Ex-Weltmeister Schmitt die Leistungsträger.

"Die Alten haben demonstriert, dass sie heiß auf Erfolg sind und nicht nur bis Vancouver ihre Werbeverträge absitzen wollen", meint Schuster.

"Endlich wieder alle in eine Richtung"

Der Coach wird von den unter Rohwein manchmal starrsinnigen Routiniers geradezu mit Lob überschüttet. Schmitt findet, "dass endlich wieder alle in eine Richtung marschieren und wir nicht nur ängstlich darauf schielen, was die Anderen machen".

Genau dort lag ein Hauptaugenmerk von Schuster in seinen ersten Amtsmonaten. "Ich habe eine demütige Mannschaft vorgefunden, die jegliches Vertrauen in die eigene Stärke verloren hatte. Nix hat funktioniert, ein Anker war nicht in Sicht", schildert er.

Pfüller "sehr zufrieden"

Der ist jetzt in der Person von Schuster vorhanden. "Die ganze Trainerschaft zieht wieder an einem Strang. Jüngere und Ältere bilden wieder eine Mannschaft. Wir sind bisher sehr zufrieden", sagt Thomas Pfüller als der für den Trainerwechsel Verantwortliche.

Der Generalsekretär des Deutschen Skiverbandes (DSV) verweist besonders auf die starken Matten-Auftritte von Youngstern wie den Junioren-Weltmeistern Andreas Wank (Oberhof) und Felix Schoft (Partenkirchen) sowie Erik Simon (Aue), die allesamt schon unter die weltbesten 20 segelten.

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