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Michael Uhrmann gelang mit 126,5 Metern ein "Sprung am Optimum" © getty

Beim Sieg eines Schweizers gelingt dem Deutschen ein "Sprung am Optimum". Martin Schmitt dagegen hat ein "größeres Problem".

Lahti - Erst sprangen die Silberflieger als Dritte bei der Olympia-Revanche gemeinsam aufs Podest, dann rettete Michael Uhrmann die deutschen Skispringer als Einzel-Sechster von Lahti vor einem Debakel.

"Flatterkönig" Martin Schmitt war als 32. schon im ersten Durchgang gescheitert, während der viermalige Olympiasieger Simon Ammann mit seinem Triumph einen weiteren Schritt zum Gesamtweltcup-Sieg machte. (DATENCENTER: Der Weltcup)

"Wir haben auch hier gezeigt, dass wir zur Weltelite gehören und konnten wieder auf einen Podestplatz anstoßen. Die beiden Michis haben überzeugt", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

"Das Gefühl zu fliegen"

Michael Uhrmann verbesserte sich im Einzelspringen mit einem starken zweiten Flug auf 126,5 Meter noch um zehn Positionen und war hochzufrieden: "Das war ein Sprung am Optimum, ich hatte endlich wieder das Gefühl zu fliegen."

Ammann war wie bei den Winterspielen von Vancouver jedoch eine Klasse für sich.

Der Schweizer siegte mit 284,4 Punkten souverän vor dem Polen Adam Malysz (274,3) und Thomas Morgenstern aus Österreich (272,4).

Ammann baute seine Führung im Gesamtweltcup auf den diesmal viertplatzierten Österreicher Gregor Schlierenzauer auf 107 Punkte aus - drei Springen stehen noch aus.

Schmitt hat "ein größeres Problem"

Michael Neumayer (Berchtesgaden) wurde Achter, der Rest der deutschen Flieger hatte das Finale der besten 30 verpasst.

Schmitt war nach seinem Hüpfer auf 110,5 Meter restlos bedient: "Ich habe ein größeres Problem, das schaut momentan nicht gut aus. Mein Feingefühl ist gestört, ich finde meinen Sprung nicht mehr."

Das war im Teamspringen schon am Vortag zu spüren gewesen, als der Vizeweltmeister nach einer ganz schwachen Vorstellung wie schon bei Olympia nur von seinen Teamkollegen aufs Podest gerettet wurde.

Schlussspringer Michael Neumayer sicherte zwei Wochen nach dem Olympia-Silber des deutschen Teams mit einem starken Flug auf 124 Metern den Podestplatz.

Wind sorgt für Abbruch

Danach wurde das Teamspringen vor 20.000 Fans wegen zu starker Winde nach dem ersten Durchgang abgebrochen.

Michael Neumayer war nach dem fast zwei Stunden langen Durchgang mit zahllosen Unterbrechungen bei eisigen minus 9 Grad Celsius einfach glücklich: "Ich hatte guten Wind und habe ihn genutzt. Das war zwar kein regulärer Wettkampf, aber egal."

Michael Uhrmann (Rastbüchl), Martin Schmitt (Furtwangen), Andreas Wank (Zells-Mehlis) und Michael Neumayer (Berchtesgaden) sammelten 457,7 Punkte und fingen damit die viertplatzierten Polen noch mit 1,3 Zählern Vorsprung ab. Norwegen siegte mit 486,6 Zählern überraschend vor Olympiasieger Österreich (483,6).

Chefcoach Schuster hat jetzt nur noch zwei Ziele: "Wir wollen im Nationen-Cup Norwegen von Platz zwei verdrängen und bei der Skiflug-WM eine Teammedaille holen."

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