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Michael Uhrmann (l.) und Michael Neumayer (r.) gewannen bei Olympia Silber im Team © getty

Vor der Skiflug-WM in Planica erleben die Skispringer in Oslo ein Debakel. Schmitt gibt sich als schlechter Verlierer.

Oslo - Deutschlands Skispringer waren nach dem schlimmsten Weltcup-Absturz ihrer Geschichte nur noch Zuschauer, als Überflieger Simon Ammann seinen doppelten Triumph am heiligen Berg von Oslo feierte (DATENCENTER: Der Weltcup).

Drei Wochen nach Olympiasilber im Team blamierten sich der auf Platz 40 abgestürzte Martin Schmitt und seine Kollegen bei der windumtosten Generalprobe für die Skiflug-Weltmeisterschaft am kommenden Wochenende in Planica.

"Kein deutscher Skispringer im zweiten Durchgang - so einen Tag habe ich noch nie erlebt. Vor drei Wochen haben wir uns noch in den Armen gelegen, jetzt haben wir eine gewaltige Watschn bekommen", sagte der auf Platz 41 gelandete Michael Uhrmann, der nach dem völlig missratenen Weltcup-Finale gar keine Ausreden suchen wollte: "Das lag auch nicht am Wind. In der Form ist bei der WM für uns nix drin. Aber wir dürfen jetzt nicht durchdrehen."

Knick bei Neumayer

Das fiel nach dem Debakel der vier Silberflieger von Vancouver sehr schwer. Martin Schmitt stapfte nach seinem Hüpfer auf 116 Meter mit den Worten "ohne Wind kann man hier nix machen" so frustriert wie selten zuvor als schlechter Verlierer davon.

Michael Neumayer fühlte sich nach Platz 47 im Motivationsloch: "Nach Olympia war ich supermotiviert. Aber jetzt hatte ich zwei schlechte Wettkämpfe, da ist irgendwie ein Knick drin."

Und der auf den 50. und letzten Platz abgestürzte Andreas Wank fühlte sich einfach nur "ziemlich angeschlagen".

Gesamtsieg für Ammann

In der Form seines Lebens fühlte sich Simon Ammann, der am Holmenkollen seinen siebten Saisonsieg in Folge feierte (einschließlich Olympia).

Mit 267,7 Punkten siegte er auf der neuen Schanze am Holmenkollen vor dem Polen Adam Malysz (258,7) und Andreas Kofler aus Österreich (251,5).

Nach der Audienz bei König Harald von Norwegen konnte er stolz als erster Schweizer die große Kristallkugel für den Gesamtweltcup-Sieg in Empfang nehmen: "Das ist die geniale Krönung einer Supersaison."

Schuster will versöhnlichen Ausklang

Auf den völlig frustrierten Bundestrainer Werner Schuster kommt dagegen viel Arbeit zu, schließlich will er die Saison am nächsten Sonntag mit einer WM-Teammedaille auf der größten Schanze der Welt in Planica beenden.

"Wir wollen einen versöhnlichen Ausklang einer Saison, in der wir mit Olympia-Silber unser größtes Ziel erreicht haben", sagte der Österreicher.

Bodmer nicht qualifiziert

Die deutschen Skispringer hatten es in diesem Winter durch Pascal Bodmer (Zweiter in Kuusamo), Michael Neumayer (Dritter in Willingen) und Andreas Wankk (Dritter in Sapporo) nur in drei Weltcup-Einzelspringen aufs Podest geschafft.

Zum Abschluss gab es ein Debakel auf der ganzen Linie - die Talente Pascal Bodmer, Severin Freund und Richard Freitag hatten sogar den Sprung unter die besten 50 verpasst.

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