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Martin Schmitt gewann 1998/99 und 1999/2000 den Gesamt-Weltcup © getty

Bei der Skiflug-WM liegt Martin Schmitt bei Halbzeit als einziger Deutscher in den Top 20. Hoffnung macht ein Transfer-Gerücht.

Planica - Die deutschen Skisprung-Statisten haben nach dem ersten Tag der Skiflug-WM in Planica alle Chancen auf eine Einzelmedaille verspielt und können sich voll auf das anvisierte Team-Edelmetall konzentrieren. (Um Medaillen - und ums Überleben)

Martin Schmitt liegt nach zwei von vier Sprüngen auf der größten Schanze der Welt auf Platz 18, während der viermalige Olympiasieger Simon Ammann Gold entgegenfliegt.

Hoffnung auf einen deutschen Aufschwung macht die angebliche Verpflichtung von Marc Nölke aus dem Team der Austria-Adler.

"Vielleicht gelingt uns eine Überraschung"

"Mir macht es langsam wieder Spaß. Auch wenn das nicht die Platzierungen sind, die wir uns vorstellen. Aber eine Einzel-Medaille war ohnehin utopisch" sagte Schmitt, der in seinem zweiten Flug genau auf die magische Marke von 200 Metern segelte.

Der Olympiazweite konzentriert sich schon jetzt auf die Team-Entscheidung am Sonntag: "Natürlich gehören wir nicht zum absoluten Favoritenkreis, aber vielleicht gelingt uns eine Überraschung."

Schmitt meinte mit einem Grinsen, "dass wir immerhin eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt haben".

Vor zwei Jahren zumindest ein 15. Platz

Allerdings im hinteren Mittelfeld - Michael Uhrmann belegt Platz 22 vor Talent Richard Freitag. Michael Neumayer liegt auf einem enttäuschenden 27. Platz.

Damit droht das schwächste deutsche Ergebnis in der Geschichte von Skiflug-Weltmeisterschaften - vor zwei Jahren war Schmitt in Oberstdorf immerhin auf Platz 15 gelandet. (DATENCENTER: Der Weltcup)

Michael Uhrmann wollte trotzdem nicht die Flinte ins Korn werfen: "Ich habe einfach die Form nicht mehr. Aber jetzt müssen wir uns einfach voll auf den Sonntag konzentrieren und die Medaille holen."

Weitester Flug von Kranjec

Bundestrainer Werner Schuster lobte explizit die Leistung von Richard Freitag: "Ansonsten sieht man, dass wir einiges von der Spitze weg sind. Wir müssen die beiden Sprünge am Samstag nutzen, um uns fürs Team einzufliegen." Vor den letzten beiden Sprüngen des Einzel-Wettbewerbs (ab 15.15 Uhr LIVE) hat Schmitt schon 73,3 Punkte Rückstand auf die Spitze.

Bei Halbzeit führt der viermalige Olympiasieger Ammann (Schweiz) mit 445,6 Punkten knapp vor dem Polen Adam Malysz (442,8) und Gregor Schlierenzauer (Österreich/428,4).

Lokalmatador Robert Kranjec stand unter dem Jubel von 17.500 Fans mit 223,5 Metern den weitesten Flug des Tages, belegt aber nur Platz sechs.

Nölke lehrt Humor

Am Rande des letzten Saisonwettbewerbs machte die Nachricht die Runde, dass der bisherige österreichische Co-Trainer Marc Nölke ins deutsche Team wechseln soll.

Der Aufgabenbereich des deutschen Ex-Skispringers ist noch nicht genau umrissen. Beim seit Jahren dominanten Erzrivalen und Team-Seriensieger Österreich hatte Nölke viele gute Ideen eingebracht.

Zum Beispiel war ein Humorberater verpflichtet worden - den konnten die deutschen Skispringer nach diesem Zwischenergebnis allerdings schon jetzt gebrauchen.

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