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Michael Uhrmann holte bei Olympia 2002 in Salt Lake City mit dem Team Gold © imago

Beim Sommer-Grand-Prix in Hinterzarten fliegt Michael Uhrmann in die Weltspitze. Kollege Martin Schmitt enttäuscht und scheidet frühzeitig aus.

München/Hinterzarten - Platz drei im Team, Rang fünf für Michael Uhrmann und beim Wettrüsten um die beste Bindung konkurrenzfähig - Deutschlands Skispringer haben trotz der Pleite von Martin Schmitt einen guten Saisonauftakt in Hinterzarten erwischt.

Großer Triumphator beim ersten Sommer-Grand-Prix war Adam Malysz, der nach dem überraschenden Team-Erfolg mit Polen auch das Einzelspringen gewann.

"Ich fahre glücklich nach Hause, wir haben definitiv unsere Ziele erreicht", sagte Bundestrainer Werner Schuster:

"Wir haben uns einen hart erkämpften Podiumsplatz im Team gesichert, zwei im Einzel unter den Top Ten und sind vom Material mindestens auf dem Stand der anderen. Die starke Leistung der Polen gibt allerdings zu denken."

Polen siegt souverän

Im Schatten des Olympiazweiten Malysz, der mit 265,6 Punkten vor dem Österreicher Thomas Morgenstern (261,8) siegte, landete Routinier Uhrmann mit 238,8 Punkten in der Weltspitze.

Auch Talent Severin Freund überzeugte als Neunter. Im Teamwettbewerb war das deutsche Quartett mit 957,7 Punkten auf Platz drei geflogen.

Den souveränen Sieg holte sich Polen mit 1001,7 Zählern vor Norwegen (966,2).

Schmitt scheitert in Quali

Der Team-Olympiazweite und Vizeweltmeister Schmitt war zu diesem Zeitpunkt schon daheim in Freiburg, nachdem er mit einem 42. Platz in der Qualifikation den Sprung ins Einzelspringen verpasst hatte.

Daraufhin verzichtete Schuster auch im Team auf seinen Routinier. "Wir schmeißen aber wegen eines missglückten Sprungs seinen Plan nicht um. Martin konzentriert sich voll auf den Winter", sagte Schuster.

Ein Absprungfehler in Kombination mit seiner "sehr sensibel zu springenden neuen Bindung" hatte für den Absturz des 32-Jährigen gesorgt.

Neues Bindungssystem

Der Großteil der Athleten sprang mit einem neuen Bindungssystem, mit dem der Schweizer Simon Ammann im Winter zweimal Olympiasieger, Skiflug-Weltmeister und Gesamtweltcup-Sieger geworden war.

Auch die Deutschen flogen bis auf Neumayer mit einer selbstgebastelten Stabbindung, die gegenüber dem herkömmlichen Modell einen Weitengewinn von bis zu sechs Metern verspricht.

"Die großen Nationen haben alle Eigenproduktionen, Polen springt ein Kaufmodell aus Slowenien und ist schon sehr gut dabei. Aber die Ergebnisse beim Sommer-Grand-Prix lassen diesmal nicht so viele Rückschlüsse auf den Winter zu", sagte der deutsche Chefcoach.

Schließlich wird in Sachen Bindung noch fleißig bei den anderen spioniert und Ammann hat angeblich schon ein neues Wunder-System in der Schublade.

Neues Modell für Schmitt und Co.

Auch das Institut für die Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) hat inzwischen schon ein Modell für Schmitt und Co. entwickelt.

Die Erfinder der deutschen Gold-Bobs und Super-Schlitten wollen bis zum Winter die perfekte Bindung fabrizieren, die den Deutschen möglichst Flügel verleihen soll. Uhrmann lag allerdings schon in Hinterzarten einen Platz vor Überflieger Ammann.

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