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Severin Freund führt zur Halbzeit
Severin Freund feierte in Engelberg auch sein Weltcup-Debüt - im Dezember 2007 © getty

Thomas Morgenstern siegt auch in Engelberg, die Deutschen springen hinterher. Stephan Hocke liefert ein ordentliches Comeback.

Engelberg - Die deutschen "Adler" suchen weiter nach ihrer Tournee-Form, Thomas Morgenstern eilt dagegen von Sieg zu Sieg.

Während der Österreicher im Schweizer Engelberg mit seinem dritten Weltcup-Erfolg in Serie in die Rolle des Favoriten für die 59. Vierschanzentournee schlüpfte, enttäuschten die deutschen Athleten beim ersten Teil der Generalprobe für den "Grand Slam" des Skisprungs.

Severin Freund (Rastbüchl) war als 13. der beste des Sextetts des Deutschen Skiverbandes (DSV).

"Wir sind vom Ergebnis her nicht weitergekommen", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Austria blockt das Podest

Weltcup-Spitzenreiter Morgenstern profitierte auch vom schneebedingten Abbruch des Springens nach dem ersten Wertungsdurchgang.

Der 24-Jährige gewann mit einer Weite von 137 Metern und 134,4 Punkten vor seinen Teamkollegen Andreas Kofler (140/132,2) und Wolfgang Loitzl (136/128,6). Freund kam auf 129,5 Meter und 118,7 Punkte.

Stephan Hocke (Schmiedefeld) belegte bei seinem Comeback im Weltcup einen ordentlichen 22. Rang, Routinier Michael Uhrmann (Rastbüchl) kam auf Platz 27.

Neumayer schrammt an Punkte-Rängen vorbei

Michael Neumayer (Berchtesgaden), bisher konstantester deutscher Springer in einer durchwachsenen Saison, verpasste die Punkte-Ränge als 31. hauchdünn um 0,1 Punkte.

Auch Richard Freitag (Aue/38.) sowie Pascal Bodmer (Meßstetten/48.) kamen nicht unter die besten 30.

"Schade, ich hätte gerne den zweiten Durchgang unserer Springer gesehen. Ich hatte den Eindruck, dass wir noch etwas Luft nach oben haben", sagte Schuster.

Uhrmann verzeichnet "einen Fortschritt"

Doch der Schneefall über der Gross-Titlis-Schanze war einfach zu stark - und so musste Schuster erneut ein enttäuschendes Ergebnis kommentieren.

"Man sollte nicht jeden Tag Bilanz ziehen, was gut und was schlecht war", sagte er deshalb, und fügte mit Blick auf Morgenstern an: "Mit einfachen Worten kann man den Unterschied nicht erklären. Es ist ein gewachsenes System, in dem jeder Athlet seinen Weg gefunden hat. Dieses Selbstverständnis müssen wir erst aufbauen."

Zumindest Uhrmann machte einen verbesserten Eindruck. Nach desolatem Start in die Saison hatte er einen Verzicht erwogen, "doch ich versuche jetzt, jeden Sprung zu nutzen. Es ist zäh, aber ich habe einen Fortschritt gemacht."

Frust über Absprungfehler

Sein altes Bindungssystem soll ihm alte Sicherheit bringen. "Aber das Material ist nur ein Tick. Ich muss richtig Ski springen", sagte er, und fügte an: "Aufgeben werde ich aber sicher nicht."

Das hat auch Neumayer nicht vor, obwohl er nach seinem schwachen Sprung sehr verärgert war. "Der Frust ist relativ groß, weil ich bisher eine ordentliche Saison hatte", sagte er.

Mit Rang acht in Kuopio hatte er das beste Resultat der deutschen Mannschaft geliefert. In Engelberg aber "war ich in der Spur zu langsam und habe beim Absprung Fehler gemacht".

Freund gehört die Zukunft - die deutsche

Auch nicht ganz fehlerfrei, aber zufrieden mit seiner Rückkehr war Hocke. "Für den Moment war das okay, auch wenn es nicht 100 Prozent waren", sagte der 27-Jährige, der sich mit drei Siegen im Continentalcup empfohlen hatte.

Freund fand seinen ersten Wettkampf-Sprung auf der größten Naturschanze der Welt auch "in Ordnung. Aber es hätte schon noch etwas weiter gehen können."

Er darf sich trösten, laut Schuster gehört dem 22-Jährigen, der zum dritten Mal in diesem Winter auf Rang 13 landete, "die Zukunft".

Am Samstag und Sonntag stehen im Schweizer Kanton Obwalden zwei weitere Springen an, ehe die Springer in die Weihnachtspause gehen. Die Tournee wird traditionell am 29./30. Dezember in Oberstdorf gestartet.

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