vergrößernverkleinern
Martin Schmitt wurde 1999 und 2001 jeweils Weltmeister von der Großschanze © imago

Die deutschen Adler präsentieren sich auch im Einzelspringen desolat. Vizeweltmeister Schmitt wird gar abgeschlagen Letzter.

Kuusamo - Erst das Debakel im Teamspringen, dann die Blamage im Einzel: Martin Schmitt und Co. haben beim Saisonstart in der klirrenden Kälte von Kuusamo ein desolates Bild abgegeben.

Im Teamspringen landete der Olympiazweite nur auf Platz sieben, im Einzel reichte es für Michael Neumayer als bestem Deutschen nur zu Platz 21. Schmitt scheiterte im ersten Durchgang sogar als abgeschlagener Letzter.

"Bei uns ging Versagensangst um. Wir brauchen hier gar nichts zu beschönigen. Wir haben gewiss nicht dafür trainiert, hier hinterherzuspringen", sagte der sichtlich angefressene Bundestrainer Werner Schuster.

"Wir haben Fehler gemacht, die uns seit Monaten nicht mehr unterlaufen sind."

Kofler siegt

Während die Überflieger aus Österreich sowohl im Team als auch mit Andreas Kofler im Einzel siegten, war Vizeweltmeister Schmitt ratlos.

"Wir hatten uns viel mehr erhofft. Leute, die wir noch vor ein paar Monaten fest im Griff hatten, springen uns hier um die Ohren", sagte Schmitt.

Der einstige Vorflieger aus Furtwangen hatte große Probleme beim Absprung und landete nach einem Hüpfer nur bei 89,5 Metern. Platz 50 war die Quittung.

"Am Schanzentisch funktioniert bei Martin gar nichts. Es scheint, als würde es ihn vor lauter Ehrgeiz zerreißen", sagte TV-Experte Jens Weißflog.

Nur zwei Adler im Finale

Neben Neumayer (Berchtesgaden) schaffte es nur Severin Freund (Rastbüchl) ins Finale und belegte Platz 30.

"Der Abstand ist eigentlich nicht so groß, auch wenn die Ergebnisse eine andere Sprache sprechen. Aber Skispringen ist kein Wunschkonzert", sagte Neumayer.

Michael Uhrmann (Rastbüchl) und der im Vorjahr noch zweitplatzierte Pascal Bodmer (Meßstetten) hatten nicht einmal die Qualifikation überstanden.

Es herrscht Ratlosigkeit

Bereits im Mannschaftswettbewerb präsentierten sich die deutschen Adler flügellahm. Michael Neumayer landete als erster Springer des Quartetts bei nur 105,5 Meter und bürdete dem Team eine unaufholbare Hypothek auf.

"Nach dem ersten Durchgang war das gelaufen. Sportlich hat uns das Ganze nicht weitergebracht", sagte Schuster.

Die Hoffnung des Bundestrainers, dass seine Schützlinge im zweiten Durchgang befreit aufspringen, erfüllte sich nicht mal annähernd. Bei den Springer herrschte Ratlosigkeit.

Kälte kein Problem

"Die Kälte war mein geringstes Problem, mein Flugsystem stimmt überhaupt nicht. Das war ein richtig schlechter Auftakt. Ich muss sehen, dass ich möglichst schnell wieder in die Spur komme", sagte Uhrmann.

Lediglich 905,3 Punkte verbuchten die deutschen Springer. Der überlegene Sieger Österreich kam auf 1231,4 Punkte und verwies Norwegen und Japan auf die Plätze zwei und drei.

Der nächste Weltcup findet am Mittwoch im finnischen Kuopio statt.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel