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Michael Neumayers achter Platz in Kuopio war bislang die beste Platzierung der DSV-Adler © getty

Die DSV-Adler befürchten bei der Vierschanzentournee eine Blamage. Eine Tradition soll Hoffnung auf einen Leistungsschub geben.

Engelberg - "Normalerweise", sagt Werner Schuster, "normalerweise waren deutsche Skispringer in Engelberg immer stark. "

Sieben Weltcup-Siege haben deutsche "Adler" auf der Gross-Titlis-Schanze errungen, zwei davon ein gewisser Martin Schmitt.

Der Name Schmitt steht allerdings nicht nur für die glorreiche Vergangenheit deutscher Weitenjäger, sondern auch für die triste Gegenwart. In Engelberg (Sa., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) tritt ein Team an, das weit hinterherspringt.

Schmitt ist sogar so weit von einstiger Leistungsfähigkeit entfernt, dass er die Reise in den Schweizer Kanton Obwalden gar nicht erst angetreten hat.

Die Angst vor der Blamage

Er will beim Training im norwegischen Lillehammer wenigstens so gut in Form kommen, dass er sich bei der Vierschanzen-Tournee nicht blamiert.

"Martin bekommt von uns die Möglichkeit, sich konzentriert auf die Tournee vorzubereiten", sagt Bundestrainer Schuster über den Vize-Weltmeister.

Schmitts Leistungstief zu Saisonbeginn steht beispielhaft für die Schwäche des deutschen Teams in der WM-Saison.

Nur einmal unter den besten Zehn

Ein achter Platz von Michael Neumayer in Kuopio ist die Top-Platzierung nach vier Weltcup-Springen, ansonsten schafften es Schusters "Adler" kein weiteres Mal unter die besten Zehn. (DATENCENTER: Der Weltcup)

Der junge Severin Freund überzeugte konstant mit Sprüngen in die Top 30, doch ansonsten steht Schuster einer verunsicherten Mannschaft vor. "Ich bin aber sicher, dass wir die Zeit bis zur Tournee nutzen und uns dort besser zeigen werden", sagt er.

Die Hoffnung heisst Uhrmann

Schusters Hoffnungen trägt unter anderen Michael Uhrmann. Der Routinier hat einen rabenschwarzen Start in den Winter hingelegt und punktete nur als 23. in Kuopio.

Er erwog wie Schmitt eine Wettkampfpause, doch Trainingseinheiten auf der heimischen Schanze in Rastbüchl haben ihm wieder etwas mehr Selbstvertrauen gegeben.

"Für Michael ist Engelberg wichtig, um jetzt Großschanzensprünge unter Wettkampfbedingungen zu absolvieren", sagt Schuster.

Hocke und Freitag überzeugen im Continentalcup

Der Bundestrainer hofft außerdem auf Stephan Hocke und Richard Freitag, die sich über den zweitklassigen Continentalcup empfohlen haben.

Freitag war dort zuletzt dreimal in Folge in den Top 5 und Hocke hat drei der letzten vier Wettkämpfe gewonnen. "Die Stimmung im Team war entsprechend gut", sagt Hocke.

Spaß, Freude, Glück - all das hatte das Weltcup-Team zuletzt kaum mehr. Hocke weiß sogar, wie sich Erfolge in Engelberg anfühlen: Vor neun Jahren gewann er am Titlis. Es blieb allerdings sein bislang einziger Weltcup-Sieg.

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