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Michael Uhrmann ist Polizeihauptmeister bei der Bundespolizei © imago

Die Krise der deutschen Skispinger hält bei Teil zwei der Generalprobe für die Tournee an. Morgenstern ist nicht zu stoppen.

Engelberg - Die deutschen "Adler" haben auch Teil zwei der Generalprobe für die Vierschanzen-Tournee verpatzt.

Bei der Fortsetzung der Festspiele des Thomas Morgenstern im Schweizer Engelberg verpassten die sechs Athleten von Bundestrainer Werner Schuster zum fünften Mal im sechsten Weltcup-Springen der Saison die Top 10.

Während der Österreicher Morgenstern seinen vierten Sieg in Serie feierte, mussten sich Stephan Hocke und Severin Freund mit den Rängen 16 und 18 begnügen.

Richard Freitag sammelte als 23. immerhin erstmals in diesem Winter Weltcup-Punkte, doch die Routiniers Michael Uhrmann und Michael Neumayer erreichten nicht einmal den Final-Durchgang der besten 30 Springer.

"Wir befinden uns in einer spannenden Situation", sagte Schuster über die Leistung seiner Mannschaft (DATENCENTER: Der Weltcup).

Bedenkenswerte Formkrise

"Schwierig", wie es Uhrmann umschrieb, trifft es wohl eher. Rund eineinhalb Wochen vor dem Tournee-Auftakt am 30. Dezember in Oberstdorf präsentieren sich die deutschen Springer in fast bemitleidenswertem Zustand.

Einzelnen Erfolgen wie dem von Hocke, der in Engelberg nach fast einjähriger Pause wieder in den Weltcup zurückkehrte, oder von Freund steht viel Schatten gegenüber. Besonders das Leistungstief von Neumayer und Uhrmann muss Schuster sorgen.

Uhrmann fehlt "das Gefühl"

Neumayer, als Achter in Kuopio bester Deutscher in einem Weltcup-Springen, verpasste das Finale als 31. um 0,6 Punkte. Schon am Freitag, als das Springen nach dem ersten Durchgang wegen Schneefalls abgebrochen worden war, hatte er die Punkteränge als 31. (um 0,1 Punkte) verfehlt.

Während Neumayer die Gross-Titlis-Schanze wortlos verließ, stellte sich "Uhri" nach seinem 48. Rang. "Mir fehlt derzeit das Gefühl. Aber mir bleibt nichts anderes übrig, als die Sprünge zu nutzen. Diesen konnte ich nicht nutzen, mit dem gestern war ich zufrieden", sagte er.

Aufgeben kein Thema

Am Freitag hatte er Rang 27 belegt.

Der Team-Olympiazweite will trotz der Probleme "nicht aufgeben. Ich habe mich so schon oft aus ausweglosen Situationen zurückgekämpft und denke nicht, dass es zu Ende geht für mich. Ich weiß, woran es liegt."

Bodmer ein weiteres Sorgenkind

Ein weiteres Sorgenkind ist Pascal Bodmer (Meßstetten), der als 40. auch schon nach dem ersten Sprung aus dem Raster fiel.

In der Vorsaison war der 19-Jährige noch der Shootingstar der deutschen Mannschaft, in diesem Winter hat er noch keinen einzigen Weltcup-Punkt geholt.

Warten auf Freunds Durchbruch

Immerhin: Schusters Entscheidung, Hocke und Freitag für Engelberg aus dem zweitklassigen Continentalcup zu holen, war richtig.

"Wir hatten ihnen zugetraut, dass sie punkten können", sagte der Bundestrainer. Freund, mit seinem vierten Sprung in die Top 20 noch der konstanteste Deutsche, sieht Schuster sogar "kurz vor dem Durchbruch".

In Engelberg hat es (noch) nicht geklappt: Der 22-Jährige fiel im Finale vom elften Platz noch sieben Ränge zurück. "Severin war nahe dran, ein Spitzenergebnis zu machen", sagte Schuster.

Morgenstern nicht zu stoppen

Ganz vorne steht derzeit aber immer Thomas Morgenstern. Bei seinem zweiten Coup in Engelberg stoppte ihn auch ein gerissener Reißverschluss am Ski-Anzug nicht.

Mit 135 und 135,5 Metern lag er 2,2 Punkte vor Adam Malysz (Polen). Auf Rang drei kam Matti Hautamäki (Finnland). "Ich weiß, dass viele Leute in mir jetzt den Tournee-Favoriten sehen", sagte Morgenstern, "aber es gibt keine Verpflichtung, dass ich alles gewinnen muss."

Der letzte Teil der Tournee-Generalprobe findet am Sonntag (Sa., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) statt.

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