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Martin Schmitt war 1999 und 2000 Gewinner des Gesamt-Weltcups © imago

Der DSV-Coach kündigt ein Ende der "Sentimentalitäten" an ? und wirft den Routiniers indirekt vor, ihm nicht richtig zuzuhören.

Engelberg - Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster zieht nach dem schwachen Saisonstart von Martin Schmitt und Co. härtere Saiten auf.

Der Österreicher kündigte an, dass die routinierten Springer wie Vize-Weltmeister Schmitt, Michael Uhrmann und Michael Neumayer mit Konsequenzen zu rechnen haben, wenn sie bei der Vierschanzen-Tournee nicht zu alter Stärke zurückfinden.

"Speziell auf der ersten und zweiten Tournee-Station (in Oberstdorf und in Garmisch-Partenkirchen, d.Red.) müssen alle Farbe bekennen. Da gibt es keine Sentimentalitäten mehr", sagte Schuster am Rande der Weltcup-Springen im Schweizer Engelberg:

"Da wird knallhart ausgesiebt. Da geht es nicht mehr um Namen. Die besten Sieben gehen weiter - egal, wer das ist." (DATENCENTER: Der Weltcup)

"Die hören noch anders zu"

Schuster kündigte an: "Ich werde mich mehr denn je auf die jungen Sportler konzentrieren. Die hören noch anders zu."

Bei Schmitt, Uhrmann und Neumayer hat er offenbar nicht immer das Gefühl, dass sie dem Rat des erfahrenen Trainers gegenüber aufgeschlossen sind.

Neumayer hat mit Rang acht beim zweiten Springen in Kuopio das beste deutsche Resultat in diesem Winter geliefert, stagniert seither aber in seinen Leistungen.

Uhrmann kommt wie Schmitt noch gar nicht zurecht, Schmitt hat auf den Weltcup in Engelberg verzichtet.

Schmitt hat die größten Chancen

Stattdessen trainierte der 32-Jährige im norwegischen Lillehammer und hat sich dort laut Schuster "deutlich stabilisiert. Aber es ist nicht damit zu rechnen, dass er mit einer Woche Training auf einmal ganz nach vorne springt."

Dennoch habe Schmitt von den drei arrivierten Athleten "die größte Chance, noch einmal an die Weltspitze heranzukommen".

Neumayer und Uhrmann dagegen müssten "die Trainingstage direkt nach Engelberg nutzen".

"Ohne sie geht es nicht"

Noch am Sonntagabend reiste die Mannschaft nach Oberstdorf, um sich dort auf die Tournee vorzubereiten.

Schuster will Neumayer und Uhrmann noch nicht abschreiben: "Wir werden die beiden noch brauchen, ohne sie geht es nicht."

Andererseits habe er "junge Springer, die die Perspektive haben, mal was zu gewinnen".

Für die am 29./30. Dezember beginnende Tournee sieht er seine Springer in der "ungeliebten Außenseiterposition. Aber wir wollen definitiv mit einem Athleten in den Top 10 präsent sein. Das ist unser Anspruch. Und das ist auch möglich."

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