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Uhrmann erreichte in der Saison 2005/06 mit Platz acht seine beste Weltcup-Platzierung © getty

Michael Uhrmann springt nach vier Jahren wieder auf das Podest. Doch das Springen wird vom Sturz des Lokalamatadors überschattet.

Zakopane - Als Polens Volksheld Adam Malysz nach einem schweren Sturz um die Fortsetzung seiner Karriere bangte, flog Michael Uhrmann zum ersten Mal seit fast vier Jahren wieder aufs Podest.

Der 32-Jährige aus Rastbüchl belegte mit Flügen auf 120 und 131,5 Meter Platz drei.

Einen Monat vor der WM musste sich Uhrmann nur dem polnischen Überraschungssieger Kamil Stoch sowie dem Norweger Tom Hilde geschlagen geben.

Severin Freund als Sechster und Martin Schmitt als Elfter komplettierte das starke deutsche Ergebnis.

Uhrmanns großer Tag

"Für mich ist das ein großer Tag. Ich wollte nach meinem Crash vor vier Jahren nochmal auf das Podium, das war immer mein Ziel. Schön, dass ich es nochmal geschafft habe", sagte Uhrmann.

Nach seinem starken zweiten Sprung riss er jubelnd beide Fäuste in die Höhe, Bundestrainer Werner Schuster strahlte über das ganze Gesicht.

Uhrmann war zuletzt am 10. Februar 2007 in Willingen auf Platz zwei geflogen (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News).

Wenige Wochen später war er im Training bei der WM in Sapporo gestürzt und hatte sich einen komplizierten Mittelfußbruch zugezogen, der fast das Karriereende bedeutet hätte.

Erster Weltcup-Sieg für Stoch

Erst Anfang Januar stieß Uhrmann nach zähen Jahren wieder in die Weltspitze vor. Gegen Stoch war Uhrmann in Zakopane chancenlos.

Als sich das Leichtgewicht nach dem ersten Weltcup-Sieg von seinen Landsleuten feiern ließ, kam unter den 25.000 sonst so euphorischen Polen wieder etwas Stimmung auf.

Zuvor hatte aus Sorge um Malysz lange Zeit betretenes Schweigen geherrscht.

Malysz mit Glück im Unglück

Nachdem der viermalige Weltmeister bei der Landung im tiefenschnee gestürzt war, wurde es im Hexenkessel von Zakopane still.

Die Bindung des Skis hatte sich nicht geöffnet, sodass sich Malysz das Knie offenbar schwer verdrehte. Zwar raffte sich der 33-Jährige schnell wieder auf, er konnte jedoch nicht ohne fremde Hilfe gehen.

Malysz wurde auf einer Trage aus dem Stadion getragen und ins Krankenhaus gebracht. Genaue Informationen über die Schwere der Verletzung lagen zunächst nicht vor. Vieles deutete jedoch auf eine schwere Knieverletzung hin.

Am Freitag hatte er das erste von drei Springen auf seiner Heimschanze noch gewonnen.

"Eine starke Prellung"

Später folgte dann die Entwarnung für den Skispringer. "Wir sind erleichtert. Adam hat sich keine ernsthafte Knieverletzung zugezogen. Es handelt sich um eine starke und schmerzhafte Prellung", wird Physiotherapeut Rafal Kot auf der Homepage des viermaligen Weltmeisters zitiert.

Zudem ergaben die Untersuchungen einen Bruch im Bereich des Handgelenks. Um eine Forsetzung seiner Karriere muss Polens Volksheld entgegen erster Befürchtungen nicht mehr bangen.

Erneute Diskussion um Bindungssystem

Das neue Bindungssystem hatte schon bei der Vierschanzentournee für Diskussionen gesorgt, als der Finne Ville Larinto bei einem ähnlichen Sturz einen Kreuzbandriss erlitt.

Weil seit dieser Saison ein Stab das klassische Bindungsband ersetzt, öffnet sich die Bindung bei einem Sturz je nach Typ nur schwer oder überhaupt nicht.

Eindeutige Vorschriften gibt es auf diesem Gebiet vom Ski-Weltverband FIS nicht.

"Mannschaftlich ein guter Wettkampf"

Noch am Samstag hatte es einen kleinen Dämpfer für die deutschen Weitenjäger gegeben.

Uhrmann war beim Sieg des Schweizers Simon Ammann als bester Athlet des DSV auf Platz zehn gelandet. Freund musste sich nach zuvor drei Podestplätzen in Serie eine Position hinter Michael Neumayer auf Rang 15 einsortieren.

"An sich war es mannschaftlich ein ganz guter Wettkampf, für Severin allerdings lief es ein bisschen unglücklich", sagte Schuster,

Und ergänzte anschließend: "Grundsätzlich ist Severin aber sehr gut drauf, wenn er noch das eine oder andere kleine Problem in den Griff kriegt, kann er regelmäßig richtig gute Sprünge vorne reinbringen."

Schuster baut auf Heimvorteil

Der Österreicher baut vor allem auf drei starke Heimvorstellungen bei der Team-Tour.

Das Auftaktspringen findet am Samstag in Willingen statt, nach den Weltcups in Klingenthal und Oberstdorf will Schuster sein WM-Team nominieren.

Bisher haben nur Uhrmann, Freund und Neumayer die Qualifikation geschafft.

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