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Severin Freund führt zur Halbzeit
Severin Freund konnte bisher zwei mal den Weltcup für sich entscheiden © getty

Der 22-Jährige verpasst fast seinen zweiten Sprung und dann nur knapp das Poedest. Ein anderer DSV-Adler stürzt, hat aber Glück.

Oberstdorf - Die Rettung kam erst in letzter Sekunde, doch dann reichte es fast für ganz vorne.

Youngster Severin Freund hat mit dem vierten Platz beim Skifliegen in Oberstdorf erneut seine Ambitionen für die kommende nordische Ski-WM in Oslo unterstrichen.

Bedanken musste sich der 22-Jährige aus Rastbüchl allerdings bei seiner Physiotherapeutin, die ihn mit einem Boten-Dienst vor einer Blamage gerettet hatte.

"Ich hatte ein Materialstück unten vergessen", sagte Freund nach dem letzten Einzelspringen der Team-Tour und lächelte gewohnt verschmitzt: "Das war dämlich - aber jetzt ist es ein super Tag für mich." (DATENCENTER: Ergebnisse Skispringen).

"Es macht einfach nur Spaß"

Ohne die Keile, die in den Schuhen der Springer liegen, hätte Freund seinen zweiten Sprung tatsächlich nicht antreten können.

Zu viele Gedanken an den kleinen Fauxpas wollte der Shooting-Star aber gar nicht mehr verschwenden: "Es macht einfach nur Spaß, so kann es weitergehen", sagte er.

Für den Sieg, den sich der Österreicher Martin Koch mit Sprüngen auf 214,5 und 210,5 Metern sicherte, habe es zwar nicht gereicht: "Aber es ist trotzdem immer noch sensationell".

Freund blickt gelassen auf die WM

Der Druck, der nach den beiden Weltcup-Siegen in Sapporo und Willingen auf ihm laste, würde ihn sowieso überhaupt nicht verrückt machen.

"Ich zähle mich keineswegs zu den WM-Favoriten. Was in Oslo passiert, sehe ich in Olso", sagte Freund unbeeindruckt (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1).

Trotz der konstant guten Ergebnisse reise er keineswegs mit dem Gedanken an eine Medaille an den Holmenkollen: "Dann müsste es schon sensationell laufen."

Auch Uhrmann zufrieden

Zumindest sei Freunds Erfolg für das gesamte Team gut, befand Bundestrainer Werner Schuster: "Es bringt Ruhe in die Mannschaft, dass er so gut ist", sagte der 41-Jährige, der sich mit dem "beherzten Auftritt der Mannschaft" sowieso zufrieden zeigte: "Es war unser bestes Skifliegen seit Jahren."

Dass die deutschen Adler durchaus pünktlich zum Saisonhöhepunkt (23. Februar bis 6. März) in Form kommen, bewies auch Michael Uhrmann als Achter.

"Ich bin zufrieden mit zwei guten Sprüngen", sagte der Routinier. Das Trauma des vergangenen Weltcups in Klingenthal, als er nach Schanzenrekord im zweiten Durchgang abgestürzt war, habe er definitiv überwunden: "Ich nehme das Positive mit, das war der Rekord", sagte Uhrmann.

Bodmer stürzt und gibt Entwarnung

Für eine kleine Schrecksekunde vor 12.500 Zuschauern an der Heini-Klopfer-Schanze hat Pascal Bodmer gesorgt.

Bei seinem Flug auf 179,5 Meter verlor der 20-Jährige schon in der Luft die Kontrolle und stürzte.

Bodmer konnte allerdings schnell Entwarnung geben: "Es war mein Fehler. Jetzt tut alles ein bisschen weh, aber mehr ist nicht", sagte er.

Auch Michael Neumayer, der am Ende 22. wurde, war im ersten Durchgang nach einem gelungenen Flug gestürzt, blieb aber unverletzt. Richard Freitag kam auf den 24. Platz.

Team-Tour gut zu Ende bringen

Ziel sei es laut Schuster, die Team-Tour jetzt "gut zu Ende zu bringen".

Das letzte Springen steht bereits am Sonntag an: Im Mannschaftswettbewerb werden Freund, Uhrmann, Neumayer und Freitag an den Start gehen und "versuchen, Zweiter hinter Österreich zu werden", gab Schuster vor.

Vor der WM steht dann nur noch ein weiteres Skifliegen in Vikersund auf dem Programm, bei dem allerdings einige DSV-Springer pausieren werden.

Altmeister Martin Schmitt hatte bereits in Oberstdorf auf einen Start verzichtet: "Es ist die einzige Chance, ihn noch pünktlich in Form zu bringen", sagte Schuster.

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