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Uhrmann sicherte sich mit dem Team in Vancouver die Silbermedaille © getty

Das deutsche Quartett belegt beim Teamfliegen in Oberstdorf Platz drei. Die Österreicher schweben in einer anderen Sphäre.

Oberstdorf - Mit den letzten beiden Sprüngen rückten die deutschen Adler die Verhältnisse wieder zurecht.

Michael Uhrmann und Überflieger Severin Freund (beide Rastbüchl) retteten dem deutschen Team durch zwei Flüge über 200 Meter beim Mannschafts-Teamfliegen in Oberstdorf noch den dritten Platz vor Finnland. (DATENCENTER: Ergebnisse Skispringen)

Rund zwei Wochen vor der nordischen Ski-WM in Oslo (23. Februar bis 6. März) reiht sich die Mannschaft von Bundestrainer Werner Schuster damit genau dort ein, wo sie sich selber sieht:

Weit hinter Österreich, im Zweikampf mit Norwegen um den Platz als zweitbeste Skisprung-Nation.(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

Uhrmann: "Phänomenal"

"Heute haben wir eine phänomenale Mannschaftsleistung gebracht", sagte Uhrmann, der mit seinem Satz auf 209 Meter die Aufholjagd der Deutschen als vorletzter Mannschaftsspringer eingeleitet hatte.

Die Ambitionen der Deutschen bei der WM seien nach der Team-Tour nun doch höher als zu Beginn der Saison: "Wir haben jetzt Selbstvertrauen, mit uns ist zu rechnen bei der WM", kündigte der Routinier selbstbewusst an.

Freund stellt Teamkollegen in Schatten

Obwohl Uhrmann der fünftweiteste Flug des Tages geglückt war, stand er wieder einmal im Schatten des neuen deutschen Shooting-Stars Freund.

Als dem 22-Jährigen bei strahlendem Sonnenschein als letztem deutschen Springer sein "einfach nur genialer" Sprung gelungen war, wurde Oberstdorf zur Party-Hochburg.

12.000 Zuschauer an der Heini-Klopfer-Schanze feierten den 218-Meter-Flug, Freund genoss den Hype mit gewohnt verschmitzem Lächeln.

"Mein Herz ist schon ein bisschen schneller gehüpft", gab er immerhin zu, freute sich dann aber lieber über das Gesamtergebnis der Team-Tour: "Platz drei heute und in der Gesamtwertung bringt uns Selbstvertrauen. Es wäre schön, wenn es jetzt eine tolle WM wird."

Schuster "sehr zufrieden"

Auch Schuster lobte die Moral seiner Mannschaft: "Wir mussten einen großen Vorsprung aufholen, die Mannschaft hat gekämpft", sagte der 41-Jährige über den ersten Podestplatz einer deutschen Mannschaft im Skifliegen seit der WM 2006.

Zwischenzeitlich hatte das deutsche Quartett, das Michael Neumayer (Berchtesgaden) und Richard Freitag (Aue) komplettierten, sogar auf Rang sechs gelegen.

Platz drei stimme den Bundestrainer daher "sehr zufrieden", in Oslo soll nun "ein heißer Kampf" folgen. Zwar seien die Österreicher wie in Oberstdorf bei normalen Bedingungen nicht zu schlagen, dahinter sei aber alles offen: Die Generalprobe mache Mut.

Neumayer macht sich selbst Druck

Eine realistische Medaillenchance sieht auch Neumayer, appellierte aber an sich selbst: "Es ist toll, mit den beiden Überfliegern in einer Mannschaft zu springen. Jetzt müssen nur wir beiden anderen noch besser werden", sagte er.

Dafür wolle Schuster jetzt nach anstrengenden Tagen mit insgesamt fünf Springen in Willingen, Klingenthal und Oberstdorf "ein bisschen Zeit zum Durchschnaufen" geben.

Trio fehlt in Vikersund

Wer die Reise zum Skifliegen nach Vikersund (Norwegen) am kommenden Wochenende antreten werde, ließ Schuster deshalb auch noch offen. Sicher verzichten werden Altmeister Martin Schmitt, der auch schon in Oberstdorf nicht an den Start ging, sowie Freitag und Uhrmann. Neumayer hingegen will antreten.

Ob Freund, im Gesamtweltcup momentan immerhin Sechster, "den Wahnsinn" auf der neugebauten größten Schanze der Welt mitmachen werde, soll sich in den nächsten Tagen entscheiden.

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