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DSV-Springer Severin Freund holte bislang zwei Weltcupsiege in seiner Karriere © imago

Nach Sturz und Bronze im Teamspringen greift DSV-Star Severin Freund nach einer Einzelmedaille. Ein Routinier traut ihm viel zu.

Oslo - Als Severin Freund strahlend vom Siegerpodest hüpfte, war seine Bruchlandung längst abgehakt (357151Bilder).

"Das ist schon wieder weg. Ich werde jetzt nicht anfangen, an mir zu zweifeln", sagte der Skisprung-Shootingstar mit Blick auf den legendären Holmenkollen.

Auf der Großschanze könnte Deutschlands neuer Vorflieger schon am Donnerstag (ab 16.45 Uhr im LIVE-TICKER) den Bronze-Coup mit der Mannschaft mit seiner ersten WM-Einzelmedaille krönen (Alle Termine: Der WM-Zeitplan).

"Ich freue mich auf die Schanze, auf den Holmenkollen, auf das Stadion", sagte Freund vor dem Höhepunkt des Winters.

Freund mit schlechten Erinnerungen

Über 30.000 Zuschauer werden in der Wiege des nordischen Skisports erwartet, auf den Sieger wartet neben Gold ein Eintrag in die Geschichtsbücher (DATENCENTER: Ergebnisse Skispringen).

Freund hat allerdings keine guten Erinnerungen an die sagenumwobene Anlage: Vergangenes Jahr stürzte er dort auf Rang 44 ab: "Aber das war am Saisonende, die Form stimmte nicht mehr. Nun ist es anders."

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Schmitt traut Freund Medaille zu

Mehr als der siebte Platz von der Normalschanze soll es schon werden für den 22-Jährigen. "Ich kann besser springen, als ich es im Einzel gezeigt habe", sagte Freund und erhielt Zustimmung vom elf Jahre älteren Kollegen Martin Schmitt: "Sevi hat die Form, um sich berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille zu machen."

Schmitt, Vize-Weltmeister von 2009 in Liberec, geht ebenfalls mit Hoffnung in die zweite Wettkampfwoche, im Teamwettbewerb sprang er gut.

Bundestrainer Werner Schuster hat das eine oder andere Edelmetall noch auf der Rechnung. "Severin kann auf der Großschanze definitiv seine Platzierung verbessern. Ihm ist zuzutrauen, dass er vorne reinspringt", sagte er.

Zuversicht nach Schrecksekunde

Bei den übrigen DSV-"Adlern" müsse für ein Top-Platzierung dagegen "Außergewöhnliches" passieren. Im Teamspringen am Samstag gelte es aber zu bestätigen, "dass wir zu den besten Drei gehören", sagte Schuster, der den indiskutablen zehnten Platz von Liberec noch immer nicht vergessen hat.

Der neuen Zuversicht vorausgegangen war eine denkwürdige Schrecksekunde. Auf dem kleinen Midstubakken hatte das DSV-Quartett Bronze schon in der Tasche, als Freund im letzten Sprung plötzlich stürzte.

"Die Erleichterung war groß"

"Im ersten Moment hab ich gedacht: Das war's dann wohl", sagte der zweimalige Weltcup-Gewinner, der seine Handschuhe wütend in den Schnee pfefferte. Doch dann leuchtete die "1" auf, die Medaille war gerettet. Freund: "Da war die Erleichterung groß."

Im Zielraum hatten Schmitt, Michael Uhrmann und Michael Neumayer den nervenaufreibenden Schlussakt mit weit aufgerissenen Augen verfolgt.

"Wir haben vorher gerechnet und wussten, dass es auch bei einem Sturz reichen könnte", sagte Schmitt: "Aber natürlich bekommt man einen Schreck und zweifelt doch ein bisschen."

Pause für den "Bruchpilot"

Als die Medaille gesichert war, blickte Freund erleichtert gen Himmel, die drei Wartenden zeigten die Faust.

Weiter oben hatte Schuster schon die Arme in die Luft gerissen, erstarrte dann aber vor Schreck. "Ich habe gar nicht genau gesehen, was passiert ist", sagte der Bundestrainer, der Freund beim Training am Montag eine Pause gönnte.

Die übrigen WM-Fahrer versuchten derweil, sich für den "Kollen" zu empfehlen. "Severin ist gesetzt, Martin hat sich aufgedrängt und mit Michael Uhrmann ist zu rechnen", sagte Schuster.

Kampf um letzten Platz

Bleibt also ein freier Platz, um den sich Michael Neumayer und Pascal Bodmer balgen, Richard Freitag ist wohl ohne Chance.

Am Dienstag muss Schuster sich entscheiden. Seine Mission sieht er jedenfalls noch nicht erfüllt: "Noch ist die WM nicht zu Ende."

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