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Martin Schmitt trägt die Hoffnungen der DSV-Adler © getty

Mit "alles möglich und nix klar", beschreibt Werner Schuster das finnische Kühlhaus Kuusamo. Die DSV-Adler wollen wieder angreifen.

Kuusamo - Deutschlands erfolgsentwöhnte Skispringer wollen bei der Weltcup-Premiere von Bundestrainer Werner Schuster den ersten Schritt auf dem Weg zurück in die Weltspitze machen.

Die üblichen Bedingungen im finnischen Kühlhaus Kuusamo mit Schneefall, Wind und nur gut vier Stunden Sonnenlicht konnten den Optimismus bei Martin Schmitt und Co. vor dem Teamspringen am Freitag (ab 17 Uhr LIVE) nicht trüben.

Die Kombinierer beklagten dagegen im Training vor dem nordischen Weltcup-Auftakt die Knieverletzung von Christian Beetz, dem nach einem Sturz das Saison-Aus droht.

Befreiung für das ganze Team

"Mit dem neuen Trainer ist das Vertrauen in die eigene Stärke zurückgekehrt. Ziel sind regelmäßige Top-Ten-Platzierungen, dann kommen die Podestplätze irgendwann von ganz allein", sagte der viermalige Weltmeister Martin Schmitt.

Fast sieben Jahre nach seinem letzten großen Erfolg - dem Team-Olympiasieg von Salt Lake City - war die Verpflichtung von Schuster als Nachfolger des glücklosen Peter Rohwein eine Befreiung für das ganze Team.

"Es war Ratlosigkeit und Verunsicherung zu spüren, ein klarer Weg war nicht erkennbar", meinte Schmitt: "Jetzt sind wir wieder ein Team mit einem klaren Konzept, die Stimmung ist perfekt."

"Alles möglich und nix klar"

Nach vier freien Tagen waren die sieben deutschen Springer nach einer Flugverspätung erst am Mittwochabend in Kuusamo angereist - weil in dem dunklen Ort nahe der Grenze zu Russland sonst laut Schuster "die Stimmung zu trübe geworden wäre. Kuusamo ist ein ganz spezieller Fall. Da ist wegen der schwierigen Bedingungen alles möglich und nix klar", sagt der Coach aus dem Überfliegerland Österreich.

Schuster will nach fünf mageren Wintern die Trendwende schaffen: "Ein guter Start wäre schon sehr hilfreich, aber es wird uns auch nicht umhauen, wenn es noch nicht so passt. Unser Weg ist richtig und wird uns irgendwann in die Weltspitze zurückführen."

Österreich der große Favorit

Beim Sondertrainingslager jüngst in Lillehammer hatten Schuster die wiedererstarkten Norweger beeindruckt, aber die ganz großen Favoriten sind die Olympiasieger aus Österreich mit dem einst von Schuster geformten Skiflug-Weltmeister Gregor Schlierenzauer (Österreich).

Deutschlands Flieger wollen sich gleich beim ersten Springen den in den letzten Jahren verlorenen Stammplatz auf dem Podest zurückholen. "Ich quäle mich doch nicht, um noch einmal so ein Gurkenjahr wie das letzte zu erleben. Das Podest ist das Ziel, schließlich wollen wir auch bei der WM im Februar in Liberec eine Medaille gewinnen", sagt Michael Uhrmann.

Mit Blick auf die wegen des Tiefflugs der deutschen Skispringer um etwa vier Millionen Euro jährlich gesunkenen TV-Einnahmen wäre Verbandspräsident Alfons Hörmann ein Sieg bei den Skispringern "aus monetärer Sicht am wichtigsten. Das meiste Geld würde ich allerdings auf einen Erfolg der Kombinierer setzen."

Neues Kräfteverhältnis

Weltmeister Ronny Ackermann und seine Kollegen starten am Samstag als haushohe Favoriten in den WM-Winter. Allerdings bringt der neue Modus mit nur noch einem Sprung und zehn Kilometer Langlauf Unsicherheit über das neue Kräfteverhältnis mit sich.

"Wir haben trainingsmäßig nichts anders gemacht und wollen unsere Spitzenposition in der Welt verteidigen. Vor allem hoffen wir aber, dass das neue Format die Kombination wieder zu der Bedeutung führt, die ihr zusteht", sagt Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Sturz von Beetz

Er hält neben Ackermann besonders den im letzten internationalen Test zweitplatzierten Björn Kircheisen für einen Sieganwärter.

Überschattet wurde der Auftritt in Kuusamo vom Sturz von Christian Beetz im ersten Training. Beetz fiel im Schneegestöber nach der Landung nach vorn und erlitt einen Kreuzbandriss im Knie. Er fällt für die komplette Saison aus.

Bei einem Anriss fällt der 24-Jährige etwa drei Wochen aus, bei einem Abriss wäre die Saison schon vor ihrem Beginn beendet.

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