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Ammann fehlt in seiner Titelsammlung noch der Gesamtsieg der Vierschanzen-Tournee © getty

Die Popsängerin schließt Simon Ammann ins Herz. Der hängt aber mehr an seinem Sport - und beendet seine Rücktrittsgedanken.

Zürich - Der viermalige Skisprung-Olympiasieger Simon Ammann hat alle Rücktrittsgedanken ad acta gelegt und wird seine Karriere möglicherweise sogar bis zu den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi fortsetzen. Das meldet die Schweizer Nachrichtenagentur "Si".

"Ich fühle mich bereit, auch die schwie- rigen Phasen im Leben eines Spitzensportlers auf mich zu nehmen", sagte der Schweizer, der im Juni 30 Jahre alt wird: "Mein Beruf als Skispringer macht mir immer noch sehr viel Spaß. Ich freue mich auf weitere Starts im Weltcup und auf weite Flüge."

Ammann hatte im Laufe der vergangenen Winters eine kurzfristige Entscheidung über seine sportliche Zukunft angekündigt: "Entweder bis Sotschi 2014 oder ich sage: das war's."

Der großen Leidenschaft weiter treu

Am Dienstag wollte er sich zunächst nicht auf einen Zeitraum festlegen und beließ es bei einer allgemeinen und professionell durchformulierten Aussage.

"In verschiedenen Gesprächen spürte ich, dass meine Partner und Fans vollumfänglich hinter mir stehen und es sehr begrüßen, wenn ich meiner großen Leidenschaft, dem Skispringen, weiter treu bleibe", erklärte Ammann (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1).

Dem König fehlt ein Titel

Simon Ammann ist der König der Skispringer, ein souveräner Weltklasse-Athlet, dem nur noch eine Trophäe in seiner beachtlichen Sammlung fehlt: Der Sieg bei der Vierschanzentournee (DATENCENTER: Ergebnisse Skispringen).

Zwar gewann er bei der letzten Tournee erstmals das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen, doch in der Endabrechnung belegte er beim Sieg des Österreichers Thomas Morgenstern lediglich Platz fünf.

Möglicherweise ist der fehlende Tourneesieg einer der Gründe dafür, dass Simon Ammann den zwischenzeitlich durchaus ernsthaft angedachten Rücktritt erstmal wieder verschoben hat.

Probleme mit dem schmerzenden Rücken und der Wunsch, ein Ingenieursstudium zu beginnen, hatten den Sport kurzzeitig in den Hintergrund gerückt. Nun scheinen alle Fragen zugunsten der Karriere beantwortet zu sein.

Vier Olympiassiege aus dem Nichts

Der Schweizer Teamchef Berni Schödler nahm die Nachricht kurz vor Beginn des Sommertrainings mit großer Freude zur Kenntnis: "Für unsere jungen Athleten ist es sehr wichtig, von einem Ausnahmespringer wie Simon Ammann profitieren zu können."

Bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City war Simon Ammann wie aus dem Nichts aufgetaucht und hatte die gesamte Szene mit seinen beiden Olympiasiegen düpiert.

Weil das wie Zauberei anmutete und weil er mit seinen runden Brillengläsern der berühmten Filmfigur verblüffend ähnlich sah, bekam er damals den Namen "Harry Potter" verpasst.

Experten wiesen gerne auf die vermeintlichen Vorteile des Leichtgewichts in der Höhenlage von Salt Lake hin, doch der damals so unbedarfte Zauberlehrling bewies in den folgenden Jahren seine grandiosen Fähigkeiten auf jedem Terrain. 2010 in Vancouver krönte er seine Karriere mit den Olympiasiegen Nummer drei und vier.

Im Herzen ein Rocker

Bundestrainer Werner Schuster, der Ammann selbst für ein Jahr betreute, attestiert dem Materialtüftler aus der Schweiz "besondere Fähigkeiten, die kein anderer Sportler hat. Er paart höchste Konzentration mit Gelassenheit und kann sich wie kein Zweiter genau auf den Punkt vorbereiten".

Gerne mit der Musik von Metallica im Ohr, denn schließlich sagt Ammann über sich selbst, er sei im Herzen ein Rocker: "Aber ein Skispringer in seinem Kostüm sieht einfach zu wenig nach Rocker aus."

Ehefrau Yana hat ihn trotzdem lieb, und selbst Popsängerin Shakira hat Simon Ammann, der so gar nicht ihrem Fußballer-Macho Pique ähnelt, ins Herz geschlossen.

Im Gespräch mit dem "Blick" nannte sie ihn nach einer gemeinsamen "Wetten, dass ...?"-Show schlicht: "Der kleine Süße."

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