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Martin Schmitt gewann 1999 zum ersten Mal den Gesamtweltcup © getty

In den letzten Jahren ließ Dieter Thoma kein gutes Haar an den DSV-Adlern. Doch jetzt zeigt sich der Chefkritiker begeistert.

Engelberg - Chefkritiker Dieter Thoma sieht das deutsche Skispringen auf dem Weg zurück in die Weltspitze und traut Vorflieger Martin Schmitt neue Glanztaten zu.

"Ich bin von Martins Entwicklung begeistert. Er kann erstmals seit einigen Jahren wieder aus eigener Kraft aufs Podest springen", sagte Thoma vor dem am Freitag (14.30 Uhr LIVE ) mit der Qualifikation beginnenden Tournee-Generalprobe in Engelberg.

Seinen letzten Weltcup-Sieg hatte der viermalige Weltmeister Schmitt am 1. März 2002 gefeiert.

"Es macht wieder Spaß"

Den Aufwind haben die deutschen Flieger nicht nur nach Meinung des Team-Olympiasiegers von 1994 vor allem dem neuen Bundestrainer Werner Schuster zu verdanken.

"Er ist sehr erfrischend, er reißt die Sportler mit. Es macht einfach allen wieder Spaß - den Springern, den Fans und den Begleitern", sagt Thoma und meint mit Blick auf den ersten Saisonhöhepunkt zum Jahreswechsel: "Wir können der Vierschanzentournee hoffnungsfroher entgegenblicken. Wir sind definitiv wieder auf dem richtigen Weg."

Hoffnungen machen dabei nicht nur die Plätze vier und neun von Schmitt beim letzten Weltcup in Pragelato, sondern die deutsche Dominanz im Continentalcup.

Die Ärmel hochgekrempelt

Stephan Hocke gewann in der zweiten Skisprung-Liga die ersten vier Springen und wird in Engelberg in den Weltcup-Kader zurückkehren. "So gute Ergebnisse auf breiter Front hatten wir seit zehn Jahren nicht mehr. Wir kriegen die Maschinerie langsam in Gang", glaubt Schuster.

Der im Herbst wegen mäßiger Leistungen aus dem Weltcup-Team geflogene Hocke habe die "Ärmel hochgekrempelt" und sei somit ein gutes Beispiel für das gesamte deutsche Team.

"Bei der Trainerschaft wird viel mehr miteinander geredet als früher. Und es gibt eine klare Linie", verrät Hocke das Geheimnis des Aufschwungs unter dem neuen Chefcoach. Engelberg ist für den Team-Olympiasieger von 2002 genau der richtige Platz für die Rückkehr - dort hatte er 2001 seinen bis dato einzigen Weltcup-Sieg gefeiert.

Leuchtende Augen

Die ersten deutschen Kandidaten für Topplatzierungen sind auf der Titlisschanze in der Zentralschweiz aber Michael Uhrmann und Martin Schmitt (Alle Wintersport-News).

Werner Schuster dämpft allerdings die Erwartungen, schließlich will er seine Flieger nicht unter der Last des Erwartungsdrucks zusammenbrechen sehen: "Martin hat wieder leuchtende Augen und Top-10-Niveau, alles andere kommt irgendwann von selbst."

Meint auch Dieter Thoma, schließlich sei nach fünf weitgehend erfolglosen Wintern "jeder Top-10-Platz wie ein Sieg für das deutsche Skispringen".

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