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Michael Neumayer hält den Deutschen Rekord im Skifliegen mit 227,5 m © getty

Sensationell! Die DSV-Adler glänzen beim Weltcup in Engelberg mit dem besten deutschen Qualifikations-Auftritt der letzten Jahre.

Engelberg/Vancouver - Michael Neumayer auf Platz eins, Martin Schmitt Dritter - die deutschen Skispringer haben überraschend die Qualifikation für den Weltcup in Engelberg dominiert und Hoffnungen auf eine erfolgreiche Vierschanzentournee genährt.

Den Erfolgstag der deutschen Adler komplettierten die Fliegerinnen im fernen Vancouver, wo Anna Häfele nach dem dritten Sieg im vierten Springen als Favoritin für die WM-Premiere der Frauen Weihnachten feiert.

"Ich bin selbst überrascht, das war mein bester Schneesprung in diesem Winter und ich hatte Traumbedingungen. Es ist ein richtig gutes Gefühl, mal ganz vorn zu stehen", erklärte Neumayer nach seinem Traumflug auf 139 Meter:

"Jetzt wollen wir alle gemeinsam dafür sorgen, dass das Skispringen in Deutschland wieder besser dasteht."

"Ich sollte konkurrenzfähig sein"

Der Berchtesgadener verwies mit 136,2 Punkte den Norweger Anders Jacobsen (135,3 Punkte) und seinen Teamkollegen Martin Schmitt (Furtwangen/132,6) auf die Plätze.

Der zuletzt als Vierter in Pragelato in die Weltelite zurückgekehrte Vierfach-Weltmeister liebäugelt bei der Tournee-Generalprobe am Samstag (ab 13.45 Uhr LIVE) mit einem Podestplatz: "Das hat sich richtig gut angefühlt. Ich sollte konkurrenzfähig sein."

Weltcup-Rückkehrer Stephan Hocke (Schmiedefeld) auf Platz acht und Michael Uhrmann (Rastbüchl) als 15. komplettierten den besten deutschen Qualifikations-Auftritt der letzten Jahre (Alle Wintersport-News).

Schoft nicht dabei

Ebenfalls qualifiziert sind die Talente Andreas Wank (Oberhof) als 27. und Severin Freund (Rastbüchl) auf Position 34.

Felix Schoft (Partenkirchen) verpasste bei wechselnden Bedingungen den Sprung unter die besten 50.

"Das sollte Neumayer Kraft geben und mit Martin Schmitt bin ich auch sehr zufrieden. Aber wir waren heute auch auf der glücklichen Seite - eigentlich hätte die Qualifikation beim einsetzenden Schneefall abgebrochen werden müssen", kommentierte Bundestrainer Werner Schuster.

Sonderschichten in Oberstdorf

Er wird mit einem Teil seines Teams vor Heiligabend noch Sonderschichten in Oberstdorf einlegen, wo am 28. Dezember die Tournee beginnt.

"Wir sind führend im internationalen Vergleich. Jetzt hoffen wir, dass wir das über den Winter bringen und in Liberec bei der ersten WM eine Medaille holen", sagte derweil Frauen-Bundestrainer Daniel Vogler nach der Galavorstellung seiner Mädels auf der Olympiaschanze von 2010.

Nachdem die 19 Jahre alte Häfele schon die beiden Auftaktspringen mit der kompletten Weltelite in Park City gewonnen hatte, war sie auch beim zweiten Springen in Vancouver nicht zu schlagen und führt die Gesamtwertung der Tour souverän an.

Nur ein Durchgang

In der wegen des starken Windes mit nur einem Durchgang ausgetragenen Konkurrenz sprang Häfele (Willingen) 104,5 Meter und war mit 129,5 Punkten um 3,0 Punkte besser als die Norwegerin Anette Sagen.

Die im ersten Springen am Vortag zweitplatzierte Klingenthalerin Ulrike Gräßler (125,5 Punkte/105 Meter) wurde Dritte, Juliane Seyfarth (115,5/98) aus Ruhla Fünfte.

In der Gesamtwertung des Continentalcups führt Häfele (345 Punkte) vor dem nächsten Springen am 17./18. Januar in Baiersbronn im Schwarzwald vor Gräßler (245). "Die Bedingungen waren nicht ganz fair, aber ich habe einfach einen Lauf", sagte Häfele.

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