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Simon Ammann freut sich über seinen Sieg in Engelberg © imago

Nach dem umstrittenen Sieg von Überflieger Simon Ammann in Engelberg gibt's zwischen den Österreichern und Schweizern böses Blut.

Engelberg - Bankräuber und Schummler - es sind keine netten Vokabeln, mit denen der überragende Skisprung-Seriensieger Simon Ammann im Nachbarland Österreich betitelt wird.

Die Schweizer Boulevardzeitung "Blick" hat deshalb vor der Vierschanzen-Tournee schon den "Nachbarkrieg" zwischen dem Doppel-Olympiasieger von Salt Lake City 2002 und den Austria-Adlern ausgerufen.

"Die Haltungsnoten für Simon Ammann waren zu hoch", schimpfte der österreichische Cheftrainer Alexander Pointner nach dem umjubelten Heimsieg von Ammann am Samstag in Engelberg.

Er sei irgendwie gelandet und habe dann einen Telemark hingeschummelt. Der Doppel-Olympiasieger von 2002 war mit einem Weitenvorsprung von vier Metern auf den zweitplatzierten Ösi Wolfgang Loitzl wieder einmal der klar beste Springer gewesen - eine offenbar unfassbare Situation für die sieggewohnte Austria-Flotte.

Ammann verunglimpft

Also versuchen die Betreuer den "Zauberer" Ammann, der nach seinem sensationellen Olympiagold den Spitznamen Harry Potter verpasst bekam, gezielt zu verunsichern.

Nach dem Triumph des kleinen Schweizers in Pragelato/Italien bezeichnete Ex-Weltmeister Armin Kogler den überragenden Ammann in der Tiroler Zeitung als "Bankräuber", dem die menschliche Größe fehle.

Die Haltungsrichter hatten zuvor einen kurzen Griff von Ammann in den Schnee nicht mit einem Punktabzug geahndet.

"Schlierenzauer der moralische Sieger"

"Gregor Schlierenzauer ist der moralische Sieger. Wir fordern den Videobeweis", polterte Poitner danach. Das Ansinnen wurde von Skisprung-Chef Walter Hofer vom Internationalen Skiverband FIS natürlich umgehend abgelehnt.

Und in der Schweiz erinnerte man sich süffisant an diverse echte Betrügereien österreichischer Sportler wie die Blutdoping-Affäre bei Olympia 2006 in Turin. (Alle Wintersport-News)

An Simon Ammann selbst ist der Nervenpoker scheinbar spurlos vorbeigegangen. Der überlegene Gesamtweltcup-Beste sagt nur, dass er eine große Motivation fühle, "das dominante Auftreten der Österreicher zu zerschlagen".

Ammann fordert die Austria-Flotte

Und, dass er natürlich liebend gern als erster Schweizer die Vierschanzen-Tournee gewinnen würde. Der schlaue Simi weiß, dass er genau damit den großen Skisprung-Nachbarn Österreich am härtesten treffen könnte.

Die seit Jahren dominanten Austria-Adler haben in Thomas Morgenstern zwar einen Doppel-Olympiasieger und in Gregor Schlierenzauer einen doppelten Skiflug-Weltmeister in ihren Reihen, aber ausgerechnet den deutsch-österreichischen Skisprung-Grand-Slam haben sie zum letzten Mal vor neun Jahren durch Andreas Widhölzl gewonnen.

Da schmerzt es umso mehr, dass Ammann als wichtigen Grund für seinen Aufstieg zur Nummer 1 süffisant den Wechsel seiner Skimarke nennt - zum Modell der Firma Fischer aus Österreich.

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