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Sven Hannwald (r.) und Martin Schmitt wurden gemeinsam 2002 Team-Olympiasieger © getty

Sven Hannawald sieht die DSV-Adler kurz vor dem Start der Vierschanzen-Tournee im Aufwind. Er setzt vor allem auf den Ex-Kollegen.

München - Tournee-Idol Sven Hannawald glaubt an einen Höhenflug seines alten Weggefährten Martin Schmitt bei der anstehenden Vierschanzen-Tournee und lobt den neuen Bundestrainer Werner Schuster.

"Martin kann bei der Tournee gewinnen. Er hat sich am längsten von allen durchgeboxt. Es ist genial, was er leistet. Hut ab", sagte Hannawald vor der 57. Vierschanzen-Tournee. Der Startschuss fällt am Sonntag mit der Qualifikation für das Auftaktspringen in Oberstdorf.

Hannawald wird voraussichtlich selbst vor Ort sein, wenn der zwischen 1998 und 2000 dreimal am Schattenberg erfolgreiche Schmitt das Favoritenduo Simon Ammann (Schweiz) und Gregor Schlierenzauer (Österreich) herausfordert (Mo., ab 16.30 Uhr LIVE).ad

"Amman und Schlierenzauer werden sich aufreiben"

"Ammann und Schlierenzauer werden sich aneinander aufreiben. Davon könnten die anderen profitieren wie die Norweger oder Martin", sagt Hannawald: "Martin hat ja noch nie die Tournee-Gesamtwertung gewonnen. Ansonsten hat er alles in der Tasche - Gesamtweltcup-Sieg, Olympiasieg, WM-Gold. Ich hoffe, jetzt kriegt er es auch bei der Tournee hin."

Ein Grund für Schmitts Aufwärtstrend könnte der Trainerwechsel vom glücklosen Peter Rohwein zu Schuster gewesen sein. Hannawald räumte ein, dass er von der Verpflichtung des Österreichers im ersten Moment überrascht wurde.

Jetzt hält er den Strategen Schuster jedoch für einen würdigen Nachfolger von Goldschmied Reinhard Heß, der Hannawald zu Olympia-, WM-Gold und dem Grand-Slam-Triumph bei der Vierschanzentournee geführt hatte.

"Auf dem richtigen Weg"

"Ich will die beiden nicht vergleichen, aber er hat es im Griff wie Reinhard damals. Werner Schuster hat einen radikalen Neuanfang gemacht und den kompletten Trainerstab ausgewechselt", sagte Hannawald.

"Da wächst ein richtig gutes Trainerteam wie damals bei uns zusammen, das für Erfolg sorgt. Ich denke, dass das deutsche Skispringen wieder auf dem richtigen Weg ist." Hannawald sagt den deutschen Skispringer eine rosige Zukunft voraus.

Rekord für die Ewigkeit

Den letzten deutschen Tournee-Gesamtsieg hatte Hannawald 2001/2002 selbst gefeiert, als er als einziger Skispringer in der fast 60-jährigen Geschichte alle vier Springen gewann. "Ich hoffe, dass ich so lange wie möglich der Einzige bleibe, der den Grand Slam gewonnen hat. Aber Leute wie Ammann oder Schlierenzauer können so etwas ruckzuck schaffen", meinte Hannawald.

Der 2005 zurückgetretene Hannawald denkt nicht mehr oft an seinen historischen Moment: "Das war schön, aber jetzt muss es vorwärts gehen." Der Vater von Sohn Matteo ist nach München zu seiner neuen Freundin Marie-Therese gezogen.

Hobbyrennfahrer sucht "perfekten" Job

Er fährt gelegentlich Autorennen und kickt in der Kreisklasse als Stürmer beim TSV Burgau. Derzeit ist er verletzt und absolviert die Reha bei Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, dem Doc der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Hannawald sucht noch den perfekten Job möglichst in der Skisprung-Szene. Mit Skisprung-Koordinator Horst Hüttel hat er schon gesprochen, jetzt wartet er auf einen Anruf vom Deutschen Skiverband (DSV): "Trainer würde sich vielleicht anbieten oder ich könnte mithelfen, neuen Nachwuchs zu gewinnen. Schließlich ist das Skispringen meine Heimat."

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