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Martin Schmitt gewann 2002 in Salt Lake City Olympia-Gold mit dem Team © imago

Martin Schmitt spricht über seine neugefundene Form, den Einfluss des neuen Bundestrainers und seine Erwartungen an die Tournee.

München - Es war Jahr für Jahr dasselbe Spiel: Martin Schmitt startete mit großen Hoffnungen in die Saison, wieder an seine früheren Glanzzeiten anzuknüpfen.

Am Ende sprang der vierfache Weltmeister aber doch immer wieder hinterher.

Diesmal jedoch ist es anders: Mit bislang vier Top-Ten-Ergebnissen im noch jungen Ski-Winter (DATENCENTER: Die Skisprung-Saison) hat der mittlerweile 30-Jährige sich in der Weltelite zurückgemeldet.

Bei der anstehenden Vier-Schanzen-Tournee (Mo., ab 16.30 Uhr LIVE) gilt er vielen sogar als Geheimfavorit.

Im Interview spricht Schmitt über seine neugefundene Form, den Einfluss des neuen Bundestrainers Werner Schuster und seine Erwartungen an die Vierschanzen-Tournee.

Frage: "Martin Schmitt, wie gehen Sie nach Ihrem vierten Platz bei der Generalprobe in Engelberg in die Vierschanzen-Tournee?"

Martin Schmitt: "Ich bin momentan sehr zufrieden. Ich habe eine gute Tendenz nach oben, habe noch Reserven zum Beispiel in der Anfahrtsgeschwindigkeit und kann eine gute Tournee springen. Ich werde mich aber nicht auf meinen Resultaten ausruhen und denken, alles ist wunderbar."

Frage: "Wann haben Sie sich zuletzt so gut in Form gefühlt?"

Schmitt: "Da muss ich ein ganzes Stück zurückgehen. Eigentlich bis 2001. In den letzten zwei Jahren ging es halbwegs, aber die Rückschläge waren riesig. Die Erleichterung ist natürlich groß, weil ich in den richtigen Weg investiert habe."

Frage: "Was sind Ihre schönsten Erinnerungen an Ihre bisherigen 13 Tourneen?"

Schmitt: "In Oberstdorf habe ich ein paar Mal gewonnen, auch in Garmisch-Partenkirchen lag ich mal vorn. Das sind natürlich die schönsten Erinnerungen, so etwas bleibt im Gedächtnis. Auch in den Jahren, in denen ich nicht so gut in Form war, lief es bei der Tournee eigentlich immer besser als im Schnitt. Ich versuche, auf den Punkt topfit und heiß zu sein."

Frage: "Die vermeintlichen Topfavoriten Gregor Schlierenzauer oder Simon Ammann nennen immer wieder den Namen Schmitt als Mitfavoriten ..."

Schmitt: "Das ehrt mich natürlich, weil es in den letzten Jahren nicht so war. Momentan haben Simon und Gregor eine gewisse Distanz. Aber die Tournee hat eigene Gesetze, jeder will vorn ankommen. Es wäre schön, wenn ich eine Leistungssteigerung hinbekomme. Aber ich setze mich jetzt nicht unter Druck und sage: Ich siege. Das ist nicht realistisch. Der nächste Schritt wäre, ein paar Mal auf dem Podest zu landen, dann kann man über Siege reden."

Frage: "Sie haben den Gesamtweltcup gewonnen, Gold bei Olympia und WM. Ist der Gesamtsieg bei der Vierschanzen-Tournee Ihr letzter großer sportlicher Traum?"

Schmitt: "Natürlich ist das ein Traum. Aber ich möchte einfach noch einmal siegen - egal, wo. Davon war ich in den letzten Jahren weit weg."

Frage: "Ihr letzter Sieg liegt sieben Jahre zurück. Hatten Sie zwischenzeitlich nicht mal das Bedürfnis, einfach aufzuhören?"

Schmitt: "Natürlich war manchmal eine gewisse Ratlosigkeit da. In den letzten Jahren hat das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Mannschaft gefehlt. Aber ich liebe diesen Sport, und ich wusste einfach, dass noch mehr in mir steckt. Jetzt ist Olympia 2010 in Vancouver mein Ziel, vielleicht auch die WM 2011 auf der neuen Schanze in Oslo. Es macht wieder richtig Spaß."

Frage: "Welche Rolle spielt der neue Bundestrainer Werner Schuster bei Ihrer Rückkehr in die Weltelite?"

Schmitt: "Es war ein emotionaler Neubeginn. Ich habe unter das Vergangene endlich einen Schlussstrich ziehen können. Werner hat neue Ideen, hat neue Reize gesetzt und verfolgt eine andere Philosophie. Er kann einem viel beibringen und hat mir eine neue Perspektive gegeben."

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