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Martin Schmitt hat die Vierschanzen-Tournee noch nie gewonnen © getty

Martin Schmitt spricht im Interview über seinen Start in die Vierschanzen-Tournee, seine Ziele und die Krise der letzten Jahre.

Oberstdorf - Platz fünf beim Auftakt zur Vierschanzen-Tournee lässt auf mehr hoffen. Auch Martin Schmitt ist zuversichtlich. Im Interview spricht der Schwarzwälder über seinen Start in die prestigeträchtige Serie, seine Möglichkeiten und die Krise der Vergangenheit.

Frage: "Wie zufrieden sind Sie einen Tag danach mit Ihrem fünften Platz beim Tourneeauftakt?"

Martin Schmitt: "Ich bin sehr zufrieden. Ich bin mit kleinen Fehlern im zweiten Sprung auf Platz fünf geflogen und habe im ersten Durchgang gesehen, zu was ich fähig bin. Den Sprung speichere ich ab. Wenn ich gewinnen wollte, brauche ich zwei solche Ausnahmesprünge. Es geht weiter in die richtige Richtung, auf der ich beim Neujahrsspringen weitermachen will. Ich spüre, dass ich ein gutes Flugsystem habe und noch zulegen kann. Und ich habe eine gute Ausgangsposition."ad

Frage: "Der österreichische Trainer Alexander Pointner hat gesagt, dass Sie mit mehr Selbstvertrauen schon in Oberstdorf zum Sieg geflogen wären. Teilen Sie seine Ansicht?"

Schmitt: "Das kann sein, aber ich trauere keiner verpassten Chance hinterher. Ein Simon Ammann etwa hat ein Stück weit mehr Sicherheit als ich. Aber ich zweifle nicht an mir, ich weiß, was ich kann. Und mit dem Selbstvertrauen wird der eine oder andere Meter mehr bei mir kommen."

Frage: "Spüren Sie die neue Euphorie um Ihre Person?"

Schmitt: "Die Stimmung ist hochmotivierend, es herrscht eine superpositive Stimmung. Die Leute sind euphorisch, es macht Spaß, so in den Wettkampf zu gehen. Es ist ein Genuss nach all den Jahren. "

Frage: "Haben Sie in den vielen Wintern seit Ihren letzten großen Erfolgen im Jahr 2002 nie an sich gezweifelt?"

Schmitt: "Ich hatte immer das Gefühl, dass ich die Qualitäten mitbringe, die in diesem Sport gefragt sind. Ich habe den Glauben an mich nie verloren. Aber in den letzten Jahren hatte ich schon das Gefühl, dass ein Stück weit das Vertrauen in mich gefehlt hat. Aber ich habe diese Zeit abgehakt. Das Vertrauen ist mit Werner Schuster wieder da. Das war nicht der berühmte Knopf, den er gedrückt hat, und alles hat plötzlich gepasst. Es war ein Prozess mit Höhen und Tiefen."

Frage: "Was ist beim Neujahrsspringen möglich?"

Schmitt: "Das ist eine sehr schöne Anlage. Ich habe im Herbst dort auf Matte trainiert. Es ist eine tolle Atmosphäre zu Neujahr und mein Sprung wird auch dort funktionieren. Die Erinnerungen an meine Tournee-Erfolge helfen mir, sich nicht verrückt zu machen oder die Dinge zu erzwingen. Wichtig ist, dass jeder spürt, dass wir auf einem guten Weg sind. Unsere Ergebnisse auch als Team sind keine Zufallsprodukte."

Frage: "Wer sind für Sie die Favoriten auf den Gesamtsieg bei der Tournee und zählt Martin Schmitt dazu?"

Schmitt: "Nein. Vor der Tournee habe ich gesagt: Ammann, Schlierenzauer, Loitzl. Jetzt sage ich: Ammann, Loitzl, Schlierenzauer."

Frage: "Hat sich in der Hierarchie im Team nach Ihren Erfolgen etwas geändert?"

Schmitt: "Nein. Jedenfalls hat mir heute keiner das Frühstück ans Bett gebracht."

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