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Martin Schmitt sammelte in seiner Karriere bereits vier Weltmeistertitel © getty

Die Tournee muss neue Verträge aushandeln, dabei drohen Einbußen. Dank Martin Schmitt ist die Lage aber besser als zuletzt.

Garmisch-Partenkirchen - Die finanzielle Zukunft der Vierschanzentournee ist gefährdet, und alle Hoffnung ruht auf Millionenmann Martin Schmitt.

Ab Mai muss mitten in der weltweiten Wirtschaftskrise über den 2010 auslaufenden Vermarktungsvertrag für den Skisprung-Grand-Slam verhandelt werden.

Der garantiert den beiden deutschen Orten Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen bislang jährlich je 950.000 Euro.

Schmitts Aufwind "ein Segen"

"Wenn es bei der Tournee gut läuft und wir Erfolge haben, dann stärkt das natürlich unsere Position. So gesehen ist der Aufwind von Martin Schmitt ein Segen. Er ist ein großes Idol im Wintersport", sagt Stefan Krauss.

Der neue Marketingchef des Deutschen Skiverbandes (DSV) wäre fast ein Zauberer, wenn er die derzeitige knappe Million für jeden Tourneeort sichern könnte: "Wir reden hier nicht über große Wachstumspotenziale. Die Vermarkter kämpfen und haben große Probleme, Partner zu finden, die zumindest das Gleiche wie bisher zahlen."

Deutliche Einbußen drohen

Zudem gehen Vermarktungsexperten davon aus, dass der derzeitige Partner IMG die Garantiesumme für die Tournee nur teilweise refinanzieren kann und deshalb ein Minus macht.

Obwohl das Skisprung-Großereignis zum Jahreswechsel als eines der wichtigsten jährlichen Wintersport-Events ein Prestigeobjekt ist, drohen Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen deshalb deutliche Einbußen. Das Geld wird aber dringend für die Finanzierung der Trainer und Nachwuchsarbeit in den örtlichen Skiklubs benötigt.

Keine Prämien vom Verband

Auch der DSV musste den Gürtel deutlich enger schnallen, weil der neue Fernsehvertrag mit ARD und ZDF (national) und Infront (Ausland) über die deutschen Ski-Weltcups inklusive der Tournee geschätzte fünf Millionen Euro pro Jahr weniger bringt.

Der Prämienpool von fast zwei Millionen Euro für die Athleten wurde ersatzlos gestrichen, deshalb gibt es bei der Tournee statt der früher möglichen 150.000 Euro jetzt keinen Cent für Schmitt und Co. vom DSV.

Pleitegefahr erstmal gebannt

Immerhin ist aber die im vergangenen Jahr latente Pleitegefahr für die Leistungssport GmbH des DSV gebannt. "Wir müssen sparen, aber die Situation ist deutlich besser als im vergangenen Winter", sagt Krauss.

Zumal Sportfive als neuer Vermarkter für die Skisprung-Weltcups mit Ausnahme der Vierschanzentournee und der alpinen Weltcups gefunden wurde, der jährlich angeblich 2,1 Millionen Euro zahlt. Zudem weitete ein DSV-Sponsor ("Würth") sein Engagement deutlich aus.

Damit bei der Vierschanzentournee der Finanzcrash ausbleibt, durfte der Vermarkter IMG diesmal erstmals im Wintersport animierte Werbebanden einsetzen, bei denen sich wie bei einem Fernseher das Bild ständig ändert.

Titelheld der Spots in Lila ist natürlich Martin Schmitt.

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