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Martin Schmitt belegte in Innsbruck Platz drei © getty

Nach seinem dritten Platz von Innsbruck herrscht bei Martin Schmitt Erleichterung. Fürs Finale hofft er auf den großen Coup.

Innsbruck - Nach seinem Comeback hat Martin Schmitt Lust auf mehr (Loitzl siegt, Schmitt auf dem Podest).

Die Feier nach dem ersten Tournee-Podestplatz (DATENCENTER: Skispringen) seit acht Jahren fiel deshalb aus, dafür wurde der Routinier auf der abendlichen Zweistundentour von Innsbruck nach Bischofshofen von Bundestrainer Werner Schuster chauffiert.

Schließlich soll Schmitt beim Finale am Dienstag (ab 16.30 Uhr LIVE) seinen besten Skisprung-Grand-Slam seit 2001 krönen - am liebsten natürlich mit einem Sieg.

"Es ist eine Riesenlast von mir abgefallen. Ich habe es mir selbst bewiesen und gezeigt, dass unser Weg richtig ist", meinte Schmitt: "Das macht Lust auf mehr."

"Comeback des Jahres"

Mit strahlenden Augen hatte er als Dritter auf dem Tournee-Podest gestanden und seiner überglücklichen Freundin Patricia unter den 25.000 jubelnden Fans zugewinkt.

Dieter Thoma lief es als Zuschauer vor Ort kalt den Rücken herunter: "Dieser dritte Platz wurde gefeiert, als wäre er Olympiasieger geworden. Das ist das Comeback des Jahres."

Der letzte deutsche Tournee-Gesamtsieger Sven Hannawald fühlte am Fernseher mit. "Gottseidank, das ist wie eine Erlösung für ihn", sagte Hannawald: "Ich hoffe, dass er jetzt die Nervenstärke findet, um zu gewinnen. Er hat den Sport früher schon über Jahre dominiert und man sieht, dass er wieder ganz nach oben will."

Schuster begeistert

Vielleicht schon auf der Fliegerschanze von Bischofshofen, die Schmitt noch besser als die von Innsbruck liegt.

Der Erfolg am Bergisel könnte nach einer langen Leidenszeit - 2006 hatte er sich nicht einmal für Innsbruck qualifiziert und war vorzeitig nach Hause geschickt worden - wie eine Initialzündung auf Schmitt und das gesamte deutsche Skispringen wirken.

Bundestrainer Schuster nannte das Comeback seines Teamkapitäns ein "Ereignis von internationaler Bedeutung".

Lange gewartet

Der 30-Jährige selbst schwärmte von dem Moment, in dem er als Spitzenreiter nach dem ersten Durchgang auf dem Startbalken saß: "Ich habe mir gesagt: Mensch, genieß' das. Wie lange hast du darauf warten müssen."

Auch die Siegerehrung vor 25.000 Fans konnte er viel mehr schätzen als vor einem Jahrzehnt, "als ich zehn, elf Springen pro Saison gewonnen habe". Damals hatte er vier WM-Titel, zweimal den Gesamtweltcup, 28 Weltcups und Olympia-Gold im Team gewonnen.

Dass er im Herbst seiner Karriere von einer Fortsetzung dieser Serie träumen kann, verdankt er neben seinem Durchhaltevermögen auch dem neuen Chefcoach Schuster: "Ich wusste immer, dass etwas in mir steckt. Es musste nur rausgekitzelt werden."

2001 Dritter

Neben dem Comeback-Weltmeister sprangen drei weitere Deutsche in Innsbruck unter die besten 17. Als Schmitt in den Container kam, warteten alle Kollegen auf ihn und gratulierten: "Da habe ich gemerkt, dass wir wieder ein Team sind."

Schuster hofft, dass Schmitt in Bischofshofen seinen vierten Platz in der Gesamtwertung halten kann - besser war er zuletzt 2001 als Dritter.

"Jetzt herrscht Euphorie"

"Das wäre ein Superergebnis, wenn er der erste Verfolger der drei Dominatoren Loitzl, Ammann und Schlierenzauer ist", erklärte Schuster. Der langersehnte erste Tournee-Gesamtsieg ist für Schmitt bei einem Rückstand von 45,8 Punkten auf Loitzl außer Reichweite.

Aber es gibt etwas, das viel wichtiger ist.

"Martins Erfolge tun dem deutschen Skispringen unglaublich gut. Und es bedeutet extrem viel für den Sport und die Wirtschaft, zumal die meisten Sponsoren aus Deutschland kommen", sagte Thoma mit Blick auf bis zu 7,86 Millionen TV-Fans im ZDF bei Schmitts Erfolg in Bischofshofen: "Vor einem Jahr war die Stimmung schlecht, jetzt herrscht Euphorie. Ein Schmitt-Fieber fast wie früher."

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