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Severin Freund feierte in seiner Karriere bislang zwei Weltcup-Siege © imago

Severin Freund fliegt in Predazzo auf Platz zwei und untermauert seine starke Form. Schlierenzauer überflügelt die Konkurrenz.

Predazzo - Als Severin Freund endlich wieder auf das Podest hüpfte, fiel dem deutschen Vorflieger mehr als nur ein Stein vom Herzen.

"Wenn man so zurückkommt, ist es einfach nur schön. Der zweite Sprung hätte auch in die Hose gehen können, aber zum Glück hat alles funktioniert", sagte der 23-Jährige aus Rastbüchl nach seinem starken zweiten Platz auf der WM-Schanze von 2013.

Einzig Vierschanzentournee-Gewinner Gregor Schlierenzauer (Österreich) verhinderte im italienischen Predazzo den Sieg des WM-Siebten, der vor einer Woche in Sapporo noch den zweiten Durchgang verpasst hatte (DATENCENTER: Die Saison 2011/2012).

"Glanzleistung von Severin"

Auch Bundestrainer Werner Schuster war die Erleichterung über Freunds Comeback ins Gesicht geschrieben.

"Man hatte schon geflüstert, dass er nicht so stabil sei. Aber am Ende ist er auch nur ein Mensch. Das war wirklich eine Glanzleistung von Severin", lobte der Österreicher die dritte Podestplatzierung seines Schützlings in diesem Winter: "Er hat eine tolle Leistung gebracht und ist verdient Zweiter geworden."

40. Sieg für Schlierenzauer

Freund kam nach Sprüngen auf 131,0 und 130,5 Meter auf starke 234,7 Punkte.

Vom Sieg trennten ihn dennoch Welten: Der überragende Schlierenzauer (249,8) landete bei 134,0 und 134,5 m und holte seinen 40. Weltcupsieg.

Damit jagt der erst 22 Jahre alte Senkrechtstarter weiter den Rekord von Matti Nykänen (46). Rang drei ging an Thomas Morgenstern (Österreich/227,5), der zur Halbzeit noch auf Rang 14 gelegen hatte.

Freitag ärgert Patzer

Hoffnungsträger Richard Freitag (Aue) kämpfte sich nach einem verpatzten ersten Durchgang noch auf den neunten Rang vor.

"Bei mir überwiegt eindeutig der Ärger", sagt der 20-Jährige, der im ersten Durchgang ein Luftloch erwischte und zur Halbzeit nur Rang 19 belegte.

"Da hat es einfach nicht gepasst", so Freitag, dem ein starker zweiter Satz auf 129,5 m zumindest die 14. Top-10-Platzierung im 18. Springen des Winters rettete. Ebenfalls in die Top 10 schaffte es der starke Andreas Wank (Oberhof) als Zehnter.

"Das war ein toller Tag", sagte Schuster zum deutschen Abschneiden, zumal auch Maximilian Mechler (Isny) auf Platz 16 überzeugte.

Neumayer abgeschlagen

Routinier Michael Neumayer (Berchtesgaden) musste sich dagegen mit dem 24. Rang begnügen, Felix Schoft (Partenkirchen) und Stephan Hocke (Schmiedefeld) waren bereits in der Qualifikation gescheitert.

Im Gesamtweltcup machte Freund zwei Positionen gut und ist mit 572 Punkten jetzt Achter.

Ganz vorne bleibt trotz seines sechsten Platzes Andreas Kofler (Österreich), der mit 1034 Zählern vor Schlierenzauer (966) und dem Norweger Anders Bardal (957) liegt.

Bester Deutscher bleibt Richard Freitag (715) auf Rang sechs.

Schmitt plant Comeback

Nicht in Predazzo dabei war erneut Martin Schmitt, der nach seiner Knieverletzung aber auf sein Comeback hoffen darf.

"Ich rechne in dieser Saison noch mit ihm. Seinem Knie geht es besser", sagte Bundestrainer Schuster. Auch Altmeister Schmitt ist optimistisch: "Motivation und Spaß an der Sache sind da", sagte der 34-Jährige.

Das galt am Samstag endlich auch wieder für Severin Freund.

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