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Martin Schmitt wurde 2000 und 2001 Gesamtdritter bei der Vierschanzentournee © getty

Der Deutsche ist auch in Bischofshofen auf Podest-Kurs und übertrifft den Führenden. Dessen Konkurrenz verzichtet auf die Quali.

Bischofshofen - Martin Schmitt kann nach einem Traumflug in der Qualifikation für das Finalspringen von Bischofshofen auf seinen ersten Tournee-Einzelsieg seit acht Jahren hoffen.

Am Tag nach seinem spektakulären Sprung auf das Podest von Innsbruck überzeugte der 30-Jährige mit einem Satz auf 135,5 Meter.

Damit liegt er auf Rang drei sogar vor dem am Montag viertplatzierten Tournee-Spitzenreiter Wolfgang Loitzl, dessen Konkurrenten Simon Ammann und Gregor Schlierenzauer im Psycho-Dreikampf um den Gesamtsieg nicht antraten.

"Der Erfolg beruhigt, mit dem Podestplatz von Innsbruck ist eine Riesenlast von mir abgefallen. Für den Wettbewerb habe ich ein gutes Gefühl und greife an", erklärte ein "sehr zufriedener" Schmitt mit Blick auf das Dreikönigsspringen am Dienstag (16.30 Uhr LIVE).

Wassilijew Tagesbester

Mit 135,4 Punkten wurde er nur knapp vom russischen Qualifikationssieger Dimitri Wassilijew (138,6 Punkte) und dem Norweger Anders Jacobsen (138,5) bezwungen.

"Martin ist definitiv zurück bei den Topspringern. Er kann aus eigener Kraft ganz nach vorn springen - das hat er bewiesen", sagte der Bundestrainer Werner Schuster. "Das war wieder ein guter Tag für uns alle."

Der viermalige Weltmeister Schmitt, der zuletzt am 29. Oktober 2000 in Oberstdorf bei einem Tourneespringen ganz oben stand, führt ein siebenköpfiges deutsches Team ins Finale der 57. Vierschanzentournee.

Drei Deutsche in den Top Ten

Das glänzende deutsche Mannschaftsresultat rundeten Michael Neumayer nach einem Flug auf 133,5 Meter als Siebter und Stephan Hocke als Neunter ab.

"Es geht immer weiter aufwärts, Martins Erfolg hat uns weiter aufgebaut", erklärte Neumayer. Michael Uhrmann (16.) sowie die Youngster Pascal Bodmer (28.), Felix Schoft (41.) und Tobias Bogner (46.) schafften ebenfalls den Sprung unter die besten 50. Bogner allerdings muss ins K.o.-Duell gegen Loitzl.

Nur Loitzl zeigt sich

Im Dreikampf um den Gesamtsieg zeigte sich am Tag vor der Entscheidung nur Spitzenreiter Loitzl den 5.000 Fans.

Auf dem Weg zum ersten österreichischen Tourneesieg seit neun Jahren überzeugte er mit 134 Metern. "Ich strotze nur so vor Kraft und werde mich nicht auf meinem Polster ausruhen", sagte Loitzl.

Seine für den Wettkampf bereits vorab qualifizierten Konkurrenten Ammann (15,8 Punkte zurück) und Schlierenzauer (24,5) verzichteten auf Training und Qualifikation.

Loitzl, der nun im Wettkampf vorlegen kann, kommentierte das Pokerspiel gelassen: "Sie haben versucht, mich zu verunsichern. Aber das wird ihnen nicht gelingen."

"Liegt mir noch besser"

Schmitt will nach dem "Comeback des Jahres" (Dieter Thoma) zumindest seinen vierten Platz in der Gesamtwertung verteidigen - das wäre sein bestes Ergebnis seit Position drei vor acht Jahren.

"Mehr ist bei 45 Punkten Rückstand auf Loitzl nicht möglich. Es ist eine Superleistung, dass Martin in der Tournee der erste Verfolger der drei Saison-Dominatoren Loitzl, Ammann und Schlierenzauer ist", meinte Trainer Schuster.

Vielleicht klappt es ja mit dem Tagessieg als krönender Abschluss - Schmitt ist jedenfalls optimistisch: "Bischofshofen ist eine Fliegerschanze, die liegt mir noch besser als Innsbruck."

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