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Martin Schmitt konnte die Vierschanzen-Tournee noch nie gewinnen © imago

Bereits vor dem Finale der Vierschanzen-Tournee herrscht im deutschen Lager Begeisterung über die Rückkehr in die Weltspitze.

Bischofshofen - Martin Schmitt zurück in der Weltspitze, das Team so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr - die deutschen Adler fliegen wieder.

"Wir sind sehr zufrieden mit der Tournee, was die Leistungen, die Geschlossenheit der Mannschaft und die Stimmungslage betrifft. Die Weichenstellung mit Werner Schuster war richtig - man kann ihm zu seiner Tournee-Premiere nur gratulieren", sagte Verbandspräsident Alfons Hörmann vor dem letzten Springen der 57. Vierschanzentournee in Bischofshofen (Schmitt vor Loitzl) (16.30 Uhr LIVE).

Wenn man ein Jahr zurückblicke, habe sich die Mannschaft immens weiterentwickelt.

Jobgarantie für Schuster

Damals hatte Michael Neumayer mit dem glücklichen dritten Platz in der Gesamtwertung der Tournee zwar für eine positive Überraschung gesorgt, einen guten Monat später musste Bundestrainer Peter Rohwein wegen der insgesamt enttäuschenden Entwicklung der Mannschaft dennoch gehen.

Sein österreichischer Nachfolger Schuster besitzt laut Hörmann eine Jobgarantie bis mindestens 2011: "Das deutsche Skispringen wieder an die Weltspitze zu führen, ist ein Langfrist-Projekt für Schuster. Aber es ist erstaunlich, wie weit wir nach so kurzer Zeit schon gekommen sind. Wir können bei der WM im Februar um die Team-Medaillen mitspringen und Martin Schmitt kann man sogar wieder einen Sieg zutrauen."

Euphorie wie früher

Der Routinier stand mit Platz drei in Innsbruck erstmals seit acht Jahren wieder auf dem Podest.

"Die Tournee lief nahezu optimal für mich. Ich bin sehr glücklich, dass ich mich wieder in der Weltspitze etablieren konnte", sagte Schmitt.

Sein "Comeback des Jahres" (Dieter Thoma) sorgte für eine Euphorie fast wie zu früheren Zeiten, im TV stiegen die Einschaltquoten auf nahezu acht Millionen Zuschauer. Beste Argumente, wenn im Mai über den Vermarktungsvertrag für die Tournee verhandelt wird, der den beiden deutschen Orten Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen pro Jahr etwa 950.000 Euro einbringt.

"Populärer, spektakulärer"

"Je populärer, spektakulärer und aus deutscher Sicht erfolgreicher die Tournee ist, desto bessere Verträge gibt es", erklärte Hörmann.

Einen deutlich besseren Auftritt bei der Tournee hatten die deutschen Skispringer zuletzt im Winter 2002/2003 hingelegt, als Sven Hannawald den bis dato letzten deutschen Einzelsieg feierte und "Goldschmied" Reinhard Heß noch Trainer war.

Werner Schuster will nicht mit dem an Heiligabend 2007 verstorbenen Heß verglichen werden: "Reinhard Heß hat in zehn Jahren unglaubliche Erfolge für das deutsche Skispringen geholt. Und ich bin eine eigene Persönlichkeit."

Am Limit

Mit den bei der Tournee teilweise gezeigten Leistungen mit vier deutschen Springern im Bereich der besten 15 sieht Schuster das Team "am oberen Rand unserer Möglichkeiten".

Michael Neumayer klopft im Sog von Schmitt wieder an die Tür zur absoluten Weltspitze, Stephan Hocke ist so stabil wie seit dem Team-Olympiasieg 2002 nicht mehr, und auch Michael Uhrmann ist nach seiner schweren Verletzung wieder für Top-Ten-Plätze gut.

"Wir haben wieder eine realistische Chance auf Medaillen - im Team und Martin auch im Einzel", sagt Uhrmann: "Man kann schon sagen, dass das deutsche Skispringen wieder da ist."

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