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Wolfgang Loitzl gewann die Springen in Garmisch, Innsbruck und Obersdorf © imago

30.000 Fans feiern den Sieger in Bischofshofen. Auch die Deutschen dürfen sich freuen: Nicht nur Schmitt ist diesmal vorn dabei.

Bischofshofen - Als Martin Schmitt trotz des doppelt verpassten Podestplatzes zufrieden grinste, ritt Austria-Volksheld Wolfgang Loitzl als Dominator der 57. Vierschanzentournee auf den Schultern seiner Kollegen durchs tobende Stadion.

30.000 Fans feierten in Bischofshofen den ersten österreichischen Gesamtsieg seit neun Jahren und den Sieg-Hattrick von "Papa" Loitzl mit einem rot-weiß-roten Fahnenmeer.

Schmitt schloss als Fünfter der Tageswertung und Vierter der Gesamtwertung seinen besten Skisprung-Grand-Slam seit 2001 ab.

"Ärgere mich nicht"

"Das ist ein wunderschöner Abschluss einer wunderschönen Tournee für mich. Ich bin zurück in der Weltelite und ärgere mich auch nicht über den knapp verpassten Podestplatz", erklärte Schmitt, dem beim Dreikönigsspringen nur 0,7 Punkte zum zweiten Tournee-Podestplatz in Folge fehlten.

Vor dem diesjährigen Gesamtsieger zog der Deutsche den Hut: "Die mentale Stärke von Wolfgang Loitzl ist einfach nur beeindruckend."

"Wie ein Märchen"

Sein langjähriger Weggefährte Loitzl nahm mit Tränen in den Augen den Schlüssel für den 30.000 Euro teuren Geländewagen in Empfang, nachdem ihn seine Frau Marika mitten im Siegerinterview geküsst hatte.

"Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Ich kann das alles gar nicht fassen", meinte Loitzl: "Das ist alles wie ein Märchen."

Nach einem zweiten Platz zum Auftakt in Oberstdorf machte er in Bischofshofen den Sieg-Hattrick perfekt - und das mit den ersten drei Siegen seiner Karriere überhaupt. Die Wiederholung des historischen Tournee-Grand-Slams von Sven Hannawald verpasste er nur knapp.

Rekordwert in der Gesamtwertung

Andere Rekorde fielen jedoch: In der Gesamtwertung schaffte Loitzl mit 1123,7 Punkten einen neuen Top-Wert und triumphierte überlegen vor dem auch in der Tageswertung zweitplatzierten Schweizer Simon Ammann (32,6 Punkte zurück) und seinem Landsmann Gregor Schlierenzauer (46,6).

Zudem erhielt der Österreicher für seinen ersten Flug auf 142,5 Meter fünfmal die Haltungs-Traumnote 20 und schrieb damit Tournee-Geschichte.

Nach dem Triumph küsste der doppelte Familenvater den Schnee, dann trugen ihn die beiden geschlagenen Favoriten durch die Arena.

Schmitt fehlen 40 Zentimeter

Martin Schmitt landete mit 68,5 Zählern Rückstand auf Platz vier, nur 40 Zentimeter fehlten zu Platz drei.

"Martin ist der erste Verfolger der drei Saison-Dominatoren - das ist doch ein traumhaftes Ergebnis", kommentierte Bundestrainer Werner Schuster nach der besten deutschen Teamleistung bei der Tournee seit sechs Jahren.

"Nach solchen Erfolgen hat das deutsche Skispringen seit langem gelechzt. Die Leistungen, die Harmonie und die Stimmung im Team waren beeindruckend."

Auch Neumayer und Uhrmann stark

Der Gesamt-Zehnte Michael Neumayer schaffte als Sechster von Bischofshofen ebenso sein bestes Resultat bei dieser Tournee wie der Gesamt-Zwölfte Michael Uhrmann als Achter. Neumayer wurde dafür als "Mann des Tages" ausgezeichnet.

Der Gesamt-15. Stephan Hocke wurde auch in der Tageswertung 15. "Der Martin zieht alle mit. Wir sind wiederauferstanden", erklärte Uhrmann.

Jobgarantie für Schuster

"Ein Podestplatz und viele Top-Ten-Platzierungen - wir sind sehr zufrieden mit der Tournee, was die Leistungen, die Geschlossenheit der Mannschaft und die Stimmungslage betrifft. Man kann Werner Schuster zu seiner Tournee-Premiere nur gratulieren", sagte Verbandspräsident Alfons Hörmann und gab Schuster eine Jobgarantie bis 2011.

"Wir können bei der WM im Februar wieder um die Team-Medaillen mitspringen und Martin Schmitt kann man sogar wieder einen Sieg zutrauen."

Der 30-Jährige war letztmals 2001 als Dritter der Gesamtwertung besser gewesen.

Mit dem langersehnten ersten Tournee-Gesamtsieg wurde es für Schmitt auch diesmal nichts - das bleibt ein Projekt für nächsten Winter.

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