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Severin Freund wurde in der Saison 2010/2011 Siebter im Gesamtweltcup © imago

Beide DSV-Adler verpassen die Podestplätze in Oberstdorf, nur Wank überzeugt den Bundestrainer. Martin Koch siegt souverän.

Oberstdorf - Severin Freund zuckte ratlos mit den Schultern, Richard Freitag schüttelte den Kopf:

Die Medaillen-Träume der deutschen Vorflieger haben eine Woche vor der Skiflug-WM in Vikersund einen empfindlichen Dämpfer erhalten.

Beim überlegenen Sieg des Österreichers Martin Koch auf der Skiflugschanze in Oberstdorf hatte Freund als Zehnter ebenso wie Freitag auf Rang 18 nichts mit dem Podest zu tun.

Einzig Geburtstagskind Andreas Wank (Oberhof) überzeugte mit Platz 13 (DATENCENTER: Die Saison 2011/2012).

Hoffnungen auf den Teamwettbewerb

"Meine Sprünge waren beide nicht richtig gut. Aber das braucht man nun mal auf so einer Schanze", sagte Freund, der immerhin die ersten "Zweihunderter" seiner Saison schaffte:

Flüge auf 201,0 und 204,5 Meter retteten die Top 10.

Die Hoffnungen des 23-Jährigen für Vikersund gehen dann auch eher in Richtung Teamwettbewerb:

"Mein Ziel dort ist eine Medaille mit der Mannschaft. Warum sollten wir nicht Dritter werden?", sagte Freund.

DSV-Adler fallen zurück

In der Gesamtwertung der Team-Tour purzelten die DSV-Adler vor dem abschließenden Mannschaftsspringen am Sonntag allerdings vom Podest:

Mit 2263,6 Punkten ist Deutschland nur noch Vierter hinter Titelverteidiger Österreich (2324,1).

"Das war heute nicht so toll. Meine Sprünge sind noch nicht so harmonisch. Ich hoffe, dass ich das bis zur WM hinbekommt", sagte auch Freitag.

Koch siegt auf der Lieblings-Schanze

Mann des Tages war Vorjahressieger Martin Koch.

Der Österreicher, dem Ende Januar wegen Rückenproblemen noch ein drohendes Karriereende angedichtet worden war, segelte auf überragende 218,0 und 221,5 m.

"Ich habe schon unterwegs gemerkt, dass es weit wird", sagte der neue WM-Favorit über seinen Acht-Sekunden-Flug im ersten Durchgang.

Zwei seiner drei Weltcup-Siege holte der 30-Jährige, der den Japaner Daiki Ito und Weltmeister Simon Ammann (Schweiz) auf die Plätze verwies, damit auf der Heini-Klopfer-Schanze.

Wank beweist "Löwenherz"

Eine Top-Leistung zeigte an seinem 24. Geburtstag auch Wank, der mit 209,5 Metern im zweiten Durchgang den weitesten Sprung seiner Karriere stand.

"Das war ein tolles Geschenk. Ich bin wirklich zufrieden", sagte der Jubilar, der von Bundestrainer Werner Schuster ein großes Kompliment erhielt:

"Andreas hat ein Löwenherz. Mit 2,72-Meter-Ski über 200 Meter zu springen ist eine fantastische Leistung", sagte Schuster über seinen 1,90 m großen Schützling.

Michael Neumayer musste sich derweil nach überstandener Grippe mit Rang 27 begnügen.

Bardal bleibt vorne

Nur zum zwölften Rang reichte es für den Norweger Anders Bardal, der mit 1139 Punkten dennoch seine Führung im Gesamtweltcup verteidigte.

Vierschanzentournee-Gewinner Gregor Schlierenzauer (1095) und Andreas Kofler (1061/beide Österreich) folgen auf den Rängen zwei und drei, Richard Freitag (814) fiel als bester Deutscher auf den siebten Platz zurück.

Nur vier Adler sind zu sehen

13.000 Zuschauer bekamen bei Traumwetter im tief verschneiten Oberstdorf nur vier Deutsche zu sehen.

Nachdem Maximilian Mechler und Felix Schoft schon am Freitag die Qualifikation verpasst hatten, musste kurz vor dem Springen auch Stephan Hocke mit Fieber absagen.

Für die DSV-Adler war es bereits der zweite Krankheitsfall bei der Team-Tour: Beim Auftakt in Willingen vor einer Woche hatte Neumayer wegen eines grippalen Infekts passen müssen.

Am Sonntag steht zum Abschluss der vierten Team-Tour das Mannschaftsspringen an. Die siegreiche Nation erhält einen Scheck über 100.000 Euro, zuletzt ging der Titel zweimal an die erfolgsverwöhnten Österreicher.

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