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Wolfgang Loitzl küsst vor Freude den Boden in Bischofshofen © imago

Wolfgang Loitzl begeht ausgelassen seinen Sieg bei der Vierschanzen-Tournee. Martin Schmitt setzt sich die nächsten Ziele.

Bischofshofen - Martin Schmitt gönnt sich nach seiner besten Tournee seit 2001 einen Tag Erholung, dann nimmt er die nächsten Ziele Skiflug-Weltcup und Weltmeisterschaft ins Visier.

Wolfgang Loitzl feierte derweil bis spät in die Nacht mit Familie und Freunden im Alpendorf St. Johann seinen spektakulären Tourneesieg (Loitzl lässt Austria jubeln) - die hübsche Ehefrau Marika bekam als speziellen Liebesbeweis den Autoschlüssel für den 30.000 Euro teuren Hauptpreis.

"Das wird unsere neue Familienkutsche, das kommt uns sehr gelegen. Da kommen zwei Kindersitze rein und los geht's", meinte Familienvater Loitzl.

"Wie ein Traum"

Mit Blick auf die zusätzlich 105.000 Schweizer Franken Preisgeld fügte er hinzu: "Dieser Tourneesieg hat sich wirklich gelohnt, das ist alles wie ein Traum."

Am Tag nach der großen Siegesfeier konnte er endlich nach Hause fahren, wo die Söhne Benjamin (3) und Niklas (1) ihren nach dem ersten Austria-Tourneesieg seit neun Jahren berühmt gewordenen Papa schon sehnsüchtig erwarteten.

Ruhe kehrt jetzt allerdings im Bauernhaus der Loitzls in Bad Mitterndorf nicht ein, denn am Wochenende steht auf der Riesenschanze am Kulm fast direkt vor der Haustür ein Skiflug-Weltcup an.

"Das wird eine Riesen-Siegesfete mit Zehntausenden Fans, es herrscht eine unglaubliche Euphorie. Er hat Großes für Österreich geleistet", meinte Austria-Chefcoach Alexander Pointer.

Drei Siege

Drei Siege nach dem zweiten Platz zum Auftakt in Oberstdorf - Loitzl verpasste letztlich den Tournee-Grand-Slam, den Sven Hannawald 2001/2002 als bislang einziger Skispringer geschafft hat, nur um winzige 1,2 Punkte (Endstand der Vierschanzen-Tournee).

"Loitzls Leistung war supergenial, aber zum Glück habe ich meinen Rekord behalten", sagte der vor sieben Jahren auf allen vier Schanzen siegreiche Hannawald: "Noch mehr freue ich mich für Martin, der auf dem Weg zurück an die Spitze ist und sicher auch bald mal gewinnen kann."

Schmitt macht Pause

Den ersten Weltcup-Sieg seit fast sieben Jahren hat auch Martin Schmitt auf dem Plan, vielleicht schon am Wochenende am Kulm: "Ich bin vom Fliegerischen in Topform, da kann ich meine Qualitäten voll ausspielen."

Um ausgeruht zu sein, reist der Gesamt-Vierte der Tournee nicht nach Hause, sondern genehmigt sich im "Brückenwirt" in St. Johann "einen Tag mit totaler Ruhe".

Am Donnerstag wird der 30-Jährige, der das "Comeback des Jahres" (Dieter Thoma) hingelegt hat, dann direkt nach Bad Mitterndorf reisen.

Hauptziel WM

Sein Hauptziel der Saison ist nun im Februar in Liberec die Weltmeisterschaft - da ist Schmitt mit insgesamt vier Titeln 1999 und 2001 ja ein absoluter Spezialist.

"Martin kann derzeit um den Sieg mitspringen, wenn alles passt. Und die Team-Medaille ist in Sichtweite", sagt Bundestrainer Werner Schuster nach der besten deutschen Tournee-Leistung seit dem Ende der Ära Reinhard Heß 2003: "Das ist eine schöne Entwicklung."

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