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Severin Freund holte 2011 WM-Bronze mit der Mannschaft © getty

Heftiger Wind verhindert einen Traumstart von Severin Freund in die Skiflug-WM in Vikersund. Auch Maximilian Mechler überzeugt.

Vikersund - Heftiger Wind hat einen Traumstart von Severin Freund in die Skiflug-WM in Vikersund verhindert.

Der 23-Jährige lag fünf Springer vor Ende des ersten Durchgangs überraschend in Führung, als Böen von bis zu zehn Metern pro Sekunde die Jury zu einem Abbruch zwangen. (DATENCENTER: Die Saison 2011/2012)

Auch Maximilian Mechler lag als Dritter hervorragend im Rennen, die DSV-Adler müssen nun beim Neustart am Samstag (ab 16 Uhr im LIVE-TICKER) auf ähnlich gute Sprünge hoffen.

Ohne Probe in den Ernstfall

Für mich ist der Abbruch natürlich schade, denn es wäre eine gute Ausgangsposition gewesen. Aber der Sprung bleibt", sagte Freund, der auf starke 220,5 Meter gesegelt war.

Nach dem weitesten Flug seiner Karriere durfte der Shootingstar aus Rastbüchl von der ersten deutschen Einzel-Medaille seit 2002 träumen, ehe die Jury die Reißleine zog.

Die Entscheidung fällt nun am Samstag ab 15.00 Uhr in drei statt vier Durchgängen, die eigentlich geplanten Probesprünge entfallen.

Karten beim Warten

Drei Stunden lang hatten die deutschen Skispringer an der größten Schanze der Welt Karten gespielt, ehe es überhaupt losging. Sowohl Freund als auch Mechler zeigten dabei den weitesten Sprung ihrer Karriere: Freund segelte auf dem "Monster-Bakken" auf 220,5 Meter, der erst am Freitag ins Team gerutschte Mechler sogar auf 222,5 m.

"Ich habe Gas gegeben, und es hat funktioniert", sagte Freund, für den die erste deutsche Einzel-Medaille seit 2002 zum Greifen nahe war.

Freitag und Wank profitieren

Richard Freitag (Aue) und Andreas Wank (Oberhof) profitierten dagegen vom Abbruch.

Der 20 Jahre alte Freitag lag nach einem Satz auf 214,5 Meter nur auf Ranf 15, Wank (197,5) auf Position 16.

Auch zahlreiche Favoriten durften durchatmen: Vierschanzen-Tournee-Gewinner Gregor Schlierenzauer (Österreich/199,5) und Titelverteidiger Simon Ammann (Schweiz/196,0) belegten nur die Plätze 13 und 14.

Schuster ist stolz

Bundestrainer Werner Schuster war dennoch zufrieden mit dem Tag. "Heute braucht man ein riesen Herz und einen kühlen Kopf. Ich bin stolz auf alle vier Springer mit welcher Leichtigkeit und Kaltschnäuzigkeit sie diesen ersten Durchgang bewältigt haben. Der Severin ist ein ganz Cooler. Das war sein bester Flug, aber noch nicht perfekt", sagte Schuster.

Altes Leid

Schon bei der WM 2000 hatte es in Vikersund massive Probleme mit dem Wind gegeben.

Damals brach die Jury den Wettkampf erst nach einem Streik mehrerer Springer ab, die Einzel-Entscheidung mit dem WM-Sieg von Sven Hannawald fiel mit einem Tag Verspätung am Montag.

Zwölf Jahre später waren die Bedingungen nur wenig besser, am Nachmittag war bereits der Probedurchgang abgesagt worden.

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