vergrößernverkleinern
Severin Freund belegte bei der Vierschanzentournee 2012 Rang 7 © getty

Freund verpasst bei der Skiflug-WM die Bronzemedaille nur knapp. Freitag knackt die Top Ten. Kranjec fliegt allen davon.

Vikersund - Blech statt Bronze: Severin Freund hat die erhoffte Einzel-Medaille bei der Skiflug-WM im norwegischen Vikersund nur um wenige Meter verpasst.

Beim Sieg des Slowenen Robert Kranjec landete der 23-Jährige aus Rastbüchl nach starker Leistung auf dem undankbaren vierten Platz. Silber und Bronze gingen nach nur zwei Durchgängen auf der größten Schanze der Welt an Rune Velta (Norwegen) und Topfavorit Martin Koch (Österreich).

"Ich bin glücklicher Vierter. Sehr glücklicher Vierter sogar. Der Rückstand zum Podium war dann doch ziemlich groß", sagte Freund, der für das beste deutsche WM-Resultat seit der Goldmedaille durch Sven Hannawald im Jahr 2002 sorgte.

Für Flüge auf 210,5 und 208,5 Meter erhielt der deutsche Vorflieger 372,6 Punkte, zu Bronze fehlten 13,6 Zähler. (DATENCENTER: Die Saison 2011/2012)

Freitag landet auf Rang neun

Richard Freitag auf Platz neun komplettierte das gute Resultat der DSV-Adler, die nun im Teamwettbewerb am Sonntag auf eine Medaille hoffen.

"Wir haben berechtigte Hoffnungen und werden alles geben, um am Ende auf dem Podium zu stehen", sagte Freund. Andreas Wank und Maximilian Mechler landeten vor 25.000 Zuschauern auf den Plätzen 17 und 23.

Schuster hochzufrieden

Mehr als zufrieden mit seinen Schützlingen war Bundestrainer Werner Schuster.

"Das war ein guter Wettkampf meiner Mannschaft und ein deutlicher Schritt nach vorne. Severin hat zwei gute Sprünge gezeigt und den vierten Platz verdient. Für den ganz großen Wurf müssen wir noch etwas Geduld haben", sagte der Österreicher.

Vor zwei Jahren in Planica hatten die DSV-Adler noch Rang 19 durch Michael Uhrmann als bestes Ergebnis vorzuweisen.

Kranjec vor Pechvogel Koch

Die Goldmedaille holte sich Kranjec mit zwei starken Flügen auf 217,5 und 244,0 m. "Ich bin überglücklich. Wenn die Bedingungen etwas besser gewesen wären, wären sogar die 250 Meter möglich gewesen", sagte der 30-Jährige.

Pech hatte Topfavorit Koch, der im zweiten Durchgang auf 243,0 m segelte, nach der Landung aber stürzte. Titelverteidiger Simon Ammann (Schweiz) musste sich mit Platz 14 begnügen, Vierschanzentournee-Gewinner Gregor Schlierenzauer wurde sogar nur 18..

Den weitesten Sprung des Tages zeigte der Norweger Anders Fannemel, der mit 244,5 m den Weltrekord nur um zwei Meter verfehlte.

Freitag steigert sich

Der deutsche Hoffnungsträger Freitag flog derweil auf 210,0 und 212,0 m und verbesserte sich im zweiten Durchgang noch um einen Rang.

"Mein Ziel waren die Top 10. Daher war das okay, auch wenn ich an den Flügen noch etwas arbeiten muss", sagte der 20-Jährige, der nun ebenfalls auf eine Medaille mit der Mannschaft hofft: "Die werden wir nicht aus den Augen verlieren. Wir dürfen nur nicht verkrampfen."

Wank heiß auf Sonntag

Dabei helfen soll nicht zuletzt Wank, der sich von Rang 26 noch weit nach vorne arbeitete: "Ich bin froh, dass ich mein Können noch gezeigt habe. Jetzt geht es am Sonntag ums Eingemachte."

Teamkollege Mechler haderte derweil mit den schwierigen Bedingungen, wurde nach dem Wettbewerb aber von Schuster als vierter Mann für den Teamwettbewerb nominiert.

Erinnerungen an Chaos-WM

Zum zweiten Mal in der Geschichte der Skiflug-WM fiel die Entscheidung in zwei statt vier Durchgängen.

Wie schon beim Abbruch am Freitag sorgten starke Windböen immer wieder für Verschiebungen und lange Unterbrechungen.

Die schwierigen Verhältnisse weckten Erinnerungen an die Chaos-WM in "Windersund" vor zwölf Jahren, als mehrere Springer mit einem Streik einen Abbruch erzwungen hatten und die Entscheidung schließlich erst am Montag fiel.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel