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Gregor Schlierenzauer ist amtierender Weltmeister im Skifliegen © getty

Der Weltmeister gewinnt das Skifliegen am Kulm. Dabei bricht er einen Hannawald-Rekord. Die deutschen Adler fliegen hinterher.

Bad Mitterndorf - Die deutschen Adler um Martin Schmitt haben bei der Skiflug-Show von Weltmeister Gregor Schlierenzauer geschwächelt.

Nach seinem furiosen Comeback bei der Vierschanzentournee segelte Schmitt in Bad Mitterndorf am Kulm nur auf Platz 13.

Austria-Flieger Schlierenzauer triumphierte vor 50..000 begeisterten Fans vor Simon Ammann und knackte den sechs Jahre alten Schanzenrekord von Sven Hannawald.

"Das war ernüchternd. Wir hatten keine Chance. Wir müssen einige technische Fehler abstellen und offensiver springen", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

"Fühle mich kraftlos"

Sein Vorflieger Schmitt klagte über die Auswirkungen seiner Erkältung: "Ich fühle mich kraftlos in den Beinen, die Frische fehlt mir total."

Der Ex-Weltmeister aus Furtwangen flog auf 181,5 und 191,5 Meter und haderte anschließend mit seinem Absprung: "Ich finde da einfach nicht die richtige Position. Dadurch gibt es dann eine etwas unruhige Luftfahrt." Auf Sieger Schlierenzauer fehlten Schmitt mit 348,6 Punkten am Ende stolze 27 Meter.

Hannawalds Rekord geknackt

Der Weltmeister segelte auf der größten Naturflugschanze der Welt auf 199,5 und 215,5 Meter und erhielt 398,0 Zähler. Im zweiten Durchgang überflog der Österreicher sogar den 2003 von Sven Hannawald aufgestellten Schanzenrekord um anderthalb Meter.

Der nach dem ersten Durchgang führende Schweizer Ammann musste sich mit 390,1 Punkten und Platz zwei begnügen, führt aber weiterhin souverän den Gesamtweltcup an. Schlierenzauers Landsmann Martin Koch reichten 386,6 Punkte zu Platz drei. Tournee-Sieger Wolfgang Loitzl patzte im zweiten Durchgang und wurde nur Siebter.

Ausnahmezustand am Kulm

Der 29-jährige Loitzl hatte durch seinen Triumph beim Skisprung-Grand-Slam in seinem Heimatort Bad Mitterndorf dennoch für einen Ausnahmezustand gesorgt.

Die Fans reisten in mehreren Sonderzügen zum Kulm, vor der Schanze reihten sich die Busse kilometerweit hintereinander - ihr "Wuff" genoss den Trubel um seine Person sichtlich.

Dagegen hatten Michael Neumayer und Michael Uhrmann keinen Grund, die rot-weiß-roten Skiflug-Festspiele in der Steiermark zu genießen. Für den durch eine leichte Grippe geschwächten Neumayer (Berchtesgaden) reichte es nach Flügen auf 173,5 und 180 Meter (318, 7 Punkte) nur zu Platz 19.

"Ich habe Probleme mit der Anlaufspur und mit meinen Bindungen gehabt", sagte der Tournee-Dritte des Vorjahres entschuldigend.

Hoffnung auf Austria-Festspiele

Uhrmann erreichte 315,4 Punkte, was dem Routinier aus Rastbüchl Rang 21 einbrachte. "Die Spur ist für alle gleich, die Besten stellen sich auch darauf ein. Bei mir lag das Problem bei den ersten Flugmetern", sagte "Uhri". Der junge Felix Schoft (Partenkirchen) qualifizierte sich hauchdünn für das Finale und landete mit 284,3 Zählern auf Rang 28.

Der zuletzt wieder erstarkte Stephan Hocke (Schmiedefeld) musste ebenfalls ein Dämpfer hinnehmen und verpasste mit einem Sprung auf 156 m das Finale der besten 30 um einen Platz. Junioren-Weltmeister Andreas Wank (Oberhof) musste nach einem Hüpfer auf 139 m und Rang 39 im zweiten Durchgang ebenfalls zuschauen.

Am Sonntag steht am Kulm das zweite Wertungsfliegen auf dem Programm. Die Veranstalter erwarten wieder an die 50.000 Zuschauer und hoffen auf erneute Austria-Festspiele.

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